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Formel 1

Schumacher: "Das wird kein typisches Rennen"

Von Alexander Mey
Sebastian Vettel und Michael Schumacher beäugten nach der Quali die Reifen der Konkurrenz
© xpb

Sebastian Vettel steht beim Südkorea-GP (So., 7.45 Uhr im LIVE-TICKER) zum neunten Mal in dieser Saison auf der Pole-Position. Beste Voraussetzungen für einen wichtigen Sieg im Titelrennen, aber bei weitem keine Garantie. Unsicherheitsfaktoren sind die Zuverlässigkeit, der Start, die ersten vier Kurven, die Reifen und das Wetter.

Red Bull

Ausgangslage:

Die Startplätze eins uns zwei für Vettel und Webber, mehr geht nicht. Die Konstellation ist im Hinblick auf den Titelkampf aber nicht ohne Brisanz.

Aussichten für das Rennen:

Geht alles gut, dann könnte sich Vettel für seine grandios herausgefahrene Pole-Position nach dem Rennen noch einmal auf die Schulter klopfen. Denn er steht am Start auf der sauberen Seite des Kurses. Das ist zwar nicht auf jeder Strecke ein Vorteil, aber auf dem neuen Kurs offenbar ein umso größerer, darin sind sich die Fahrer nach Probestarts am Samstagmorgen einig.

Gut für Vettel, schlecht für Webber. Der Australier muss befürchten, am Start von Alonso überholt zu werden. Wenn es dumm läuft, sind sogar Hamilton und Rosberg eine Gefahr.

Vettel muss unbedingt vorne bleiben - und zwar nicht nur bis zur ersten sondern bis zur vierten Kurve. Denn erst dann hat der Red Bull die langen Geraden hinter sich, auf denen Ferrari und McLaren klar überlegen sind. In den Kurven, die darauf folgen, kann sich Vettel ein kleines Polster herausfahren - wenn er bis dahin noch führt.

Selbst wenn ihm das gelingen sollte, ist der Sieg aber noch lange keine Formsache. Denn die Reifen machen auf dem frischen Asphalt große Probleme. Es gibt Graining, so stark wie wohl noch nie in dieser Saison.

"Die Strecke wird zwar besser, Graining ist aber immer noch ein Faktor", sagt Bridgestone-Entwicklungs-Chef Hirohide Hamashima. "Wir erwarten hier sehr frühe Stopps. Angesichts der Bedingungen sind zwei Stopps auch durchaus eine Überlegung wert."

Der Südkorea-GP wird also nicht nur durch Speed sondern vor allem durch Reifenschonung und Strategie gewonnen. Und natürlich durch Zuverlässigkeit, denn einen Ausfall darf sich nun keiner der WM-Rivalen mehr leisten.

Während Webber den letzten frischen Motor des Jahres ausgepackt hat, stimmen Aussagen von Vettel, er habe am Samstagmorgen im Training das Auto geschont, pessimistische Zeitgenossen zumindest nachdenklich. Dabei spricht in Vettels Situation grundsätzlich nichts gegen ein gesundes Maß an Vorsicht.

Stimmen vor dem Rennen:

Sebastian Vettel: "Ich bin selbst mein größter Gegner. Ich darf nur auf mich selbst schauen. Von den Reifen her sind wir gut dabei. Nach dem Qualifying sahen unsere Vorderreifen auf jeden Fall viel besser aus als die von Ferrari. Interessant ist aber auch die Frage, ob es heute Nacht regnet. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 40 Prozent. Am liebsten wäre mir, man würde die jetzt griffige Strecke einschweißen, bis morgen das Rennen startet."

Mark Webber: "Ich werde von der schmutzigen Seite starten. Fernando kommt immer gut von der Linie weg, aber das wird die WM nicht entscheiden. Wir sind definitiv in einer guten Position."

Christian Horner (Teamchef): "Solange wir nach Kurve vier noch führen, haben wir eine gute Chance. Der Start und die ersten zwei Geraden sind entscheidend. Es wird interessant, denn für heute Nacht ist Regen vorhergesagt. Vielleicht regnet es auch morgen Vormittag, aber ich hoffe, dass das das Rennen nicht beeinträchtigen wird."

Ferrari

Ausgangslage:

Alonso hatte eine Hand an der Pole-Position und Red Bull am Rande einer Niederlage. Jetzt ist er zwar wieder nur Dritter, aber steht immerhin auf der sauberen Seite. Er sagt, er hat das Maximum herausgeholt. Massa hadert dagegen damit, gegen Rosberg Platz fünf verloren zu haben. Der Grund ist klar: die falsche Startseite.

Aussichten für das Rennen:

Alles, was bei Red Bull an Argumenten gegen Webber genannt wurde, spricht für Alonso. Er muss eigentlich am Start Webber knacken und dann die Chance suchen, am Ende der langen Geraden Vettel auszubremsen. Schafft er das in der ersten Runde nicht, wird es schwer. Umso mehr, wenn Vettels Beobachtungen an den Reifen von Ferrari stimmen sollten. Dann könnte es im Rennen ernste Probleme geben. Für Massa geht es im Duell mit Rosberg um die goldene Ananas. Und er kann Alonso zumindest unterstützen, indem er hilft, Button aus dem Titelrennen zu kicken.

Stimmen vor dem Rennen:

Fernando Alonso: "Gewöhnlich sehen wir im Rennen gegen Red Bull viel besser aus als im Qualifying. Dort war ich diesmal aber schon sehr nah dran. Wir sollten ihnen also einen guten Kampf liefern können. Lediglich der Reifenverschleiß scheint hier höher zu sein als auf anderen Strecken. Wir müssen also mit der Strategie sehr gut aufpassen."

Felipe Massa: "Wer am Sonntag von links aus ins Rennen geht, hat keine gute Ausgangslage. Wir haben schon auf der Ideallinie nicht allzu viel Grip, also kann man sich vorstellen, wie es abseits davon aussehen wird."

McLaren

Ausgangslage:

Hamilton steht mit Platz vier noch ganz passabel da, auch wenn für ihn ebenfalls der Nachteil der schmutzigen Startseite gilt. Dafür, dass er unter anderem Alonsos Favorit auf den Sieg war, ist Platz vier aber trotzdem enttäuschend. Ganz zu schweigen von Platz sieben für Button. Wenn das Rennen normal verläuft, kann es das gewesen sein mit seinen Titelchancen.

Aussichten für das Rennen:

Hamilton muss seinen Topspeed und sein Talent beim Überholen nutzen. Im ersten Sektor ist McLaren zusammen mit Renault überlegen, da könnte in den ersten Runden etwas gehen. Button muss angreifen, angreifen, angreifen.

Stimmen vor dem Rennen:

Lewis Hamilton: "Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, aber nicht mit dem vierten Platz. Ich frage mich wirklich, wo die anderen die Zeit hergeholt haben. Trotzdem sollten wir im Rennen mithalten können, denn unsere Long-Runs waren gut. Ich habe alles zu gewinnen, andere Fahrer wie Mark Webber alles zu verlieren. Also abwarten."

Jenson Button: "Ich habe einfach die Reifen nicht auf Temperatur bekommen. Ständig haben sie blockiert und ich hatte auch viel zu wenig Grip. Das erklärt, warum ich so weit hinten stehe. Zum Glück gibt es nach dem Start aber eine paar lange Geraden. Es sollte eine lustige erste Runde werden. "

Mercedes

Ausgangslage:

Rosberg kann einigen WM-Kandidaten von Startplatz fünf aus gehörig in die Suppe spucken. Hamilton und sogar Webber würden sich umgucken, wenn sie im Rennen plötzlich einen Silberpfeil vor sich hätten. Schumacher hat als Neunter die Chance, gute Punkte zu holen, an Rosberg wird er aber wohl nicht herankommen.

Aussichten für das Rennen:

Ein Podestplatz für Rosberg ist unwahrscheinlich, aber auf keinen Fall utopisch. Er schont normalerweise sehr gut seine Reifen und könnte somit im letzten Renndrittel profitieren, wenn andere Tempo herausnehmen müssen. Für Schumacher könnten genau diese Reifen das Problem werden. Er nimmt die Pneus ohnehin schon immer sehr hart ran. Und wenn die Strecke das dann auch noch verstärkt...

DVAG TeamBlog: Schumachers beeindruckende Asien-Bilanz

Stimmen vor dem Rennen:

Michael Schumacher: "Unser Renntempo war am Freitag sehr ansprechend. Unser Auto haben wir speziell für das Rennen abgestimmt, weil wir glauben, dass es kein typisches Rennen sein wird. Hoffentlich haben wir richtig gepokert."

Nico Rosberg: "Mit den Reifen könnte das Rennen morgen sehr spannend werden. Die bauen extrem ab und die Oberfläche geht kaputt. Wenn das passiert, dann verliert man mehrere Sekunden pro Runde. In diesem Rennen ist der Stratege gefragt. Mein Ziel ist ganz klar ein Podestplatz."

Qualifying: Vettel holt in letzter Sekunde die Pole-Position

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