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Formel 1

Hamilton bläst zur Bullen-Jagd

SID
Lewis Hamilton ist nach dem Sieg in Istanbul voller Selbstbewusstsein
© Getty

Nach seinem ersten Saisonsieg in Istanbul will der britische Formel-1-Pilot Lewis Hamilton beim Großen Preis von Kanada in Montreal nachlegen und dem Red-Bull-Duo Sebastian Vettel und Mark Webber erneut ein Schnippchen schlagen.

"Es wird schwierig sein, nicht während des ganzen Flugs nach Montreal breit zu grinsen. Ich bin überzeugt davon, dass wir hervorragend aufgestellt sind. Das Auto läuft zuverlässig und schnell, und der Kurs ist wie maßgeschneidert dafür", sagte der britische McLaren-Pilot in einem Interview mit dem Fachmagazin "Speedweek".

Zuletzt in Istanbul hatten Hamilton und sein zweitplatzierter Landsmann und Teamkollege Jenson Button davon profitiert, dass Webber und Vettel in Führung liegend bei einem Überholversuch des Heppenheimers kollidiert waren.

Vettel schied aus, WM-Spitzenreiter Webber fiel hinter das McLaren-Duo auf Rang drei zurück. Hamilton und Weltmeister Button hatten sich später in einem Zweikampf um die Spitze ebenfalls berührt, waren aber beide im Rennen geblieben.

Vorteil Höchstgeschwindigkeit

Bei der Formel-1-Rückkehr nach Montreal, wo der Kurs auf der Ile de Notre-Dame im St.-Lorenz-Strom vor allem durch die langen Geraden geprägt wird, wollen die McLaren Konkurrent Red Bull auch aus eigener Kraft bezwingen. Schon in Istanbul freute sich Hamilton darüber, im Rennen den "Red Bulls gehörig die Hölle heiß machen" zu können. Auf dem Circuit Gilles Villeneuve rücken die McLaren wegen ihrer überlegenen Höchstgeschwindigkeit dank des von ihnen erfundenen und perfekt funktionierenden F-Schacht-Systems neben Red Bull in die Favoritenrolle.

Vor dem 8. von 19 WM-Läufen am Sonntag liegt Hamilton mit 84 Punkten in der WM-Wertung hinter Webber (93) und Button (88) auf Platz drei. Vettel ist mit 78 Punkten Fünfter. Ohne seinen Ausfall in Barcelona kurz vor Ende des Rennens, als er auf Platz zwei lag, wäre Hamilton WM-Spitzenreiter vor Webber - und läge auch vor Button, der für viele überraschend nach seinem Wechsel von Brawn zu McLaren den besseren Saisonstart erwischt hatte als der im Team etablierte Hamilton.

"Hart, aber fair"

Das gewonnene Duell mit dem neuen Kollegen hätte ihm in Istanbul "den Sieg versüßt", gab Hamilton offen zu: "Es war ein klassisches Rad-an-Rad-Duell, und wenn du dabei die Nase vorn behältst, ist das immer ein schönes Gefühl. Es hat Spaß gemacht. Es war hart, aber fair." Das soll auch in Zukunft so bleiben, wünscht sich Hamilton: "Wir wollen beide fair bleiben, auch wenn es hart sein darf. Ich freue mich darauf, weil es Spaß macht, gegen Jenson zu kämpfen." Allerdings werde auch "erneut der Tag kommen, dass wir uns um das gleiche Stück Rennstrecke beharken. Das ist unvermeidlich."

Dabei gibt es keine Feindseligkeiten zwischen den Champions der letzten beiden Jahre. "Wir dürfen uns beide Formel-1-Weltmeister nennen. Das hat Druck von uns beiden genommen", sagte Hamilton, der Button in den letzten sechs Monaten besser kennengelernt habe, weil man auch abseits der Strecke viel Zeit miteinander verbracht habe. "Jenson hat viel positive Energie ins Team gebracht", sagte Hamilton, für den sein 12. GP-Sieg in Istanbul eine große Erleichterung war.

"Ich habe mir das ganze Jahr den Hintern abgearbeitet für diesen ersten Saisonsieg, ihn endlich eingefahren zu haben, empfinde ich als Segen", sagte 25-Jährige: "Ich hatte eine Durststrecke von zehn Rennen hinter mir, das kam mir so unendlich lang vor. Dabei gibt es ja viele Piloten, die erst nach 50 oder sogar nach mehr als 100 Rennen überhaupt zum ersten Mal einen Grand Prix gewinnen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist."

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