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Formel 1

"Beide dürfen Weltmeister werden"

Von Alexander Mey
Jenson Button (l.) und Rubens Barrichello: Sehen so erbitterte Titelrivalen aus?
© Getty

Brawn GP steht nach dem Doppelsieg beim Italien-GP in Monza kurz vor dem großen WM-Coup. Der Konstrukteurs-Titel ist dem Neuling kaum noch zu nehmen, und auch bei den Fahrern läuft es auf ein Duell zwischen Jenson Button und Rubens Barrichello hinaus. Aber wer von beiden macht das Rennen?

Stand in Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Rubens Barrichello war schon mehrmals in seiner Karriere WM-Zweiter. 2002 und 2004 landete er jeweils hinter Michael Schumacher. Eine echte Chance auf den WM-Titel hatte er nie.

Bis jetzt, denn bei Brawn GP garantiert ihm ausgerechnet der Mann, der bei Ferrari immer Schumacher den Vorzug gab, absolute Chancengleichheit. "Es gibt keine Stallregie" machte Teamchef Ross Brawn klar.

Seine Erklärung: "Solange die WM mathematisch offen ist, greifen wir nicht ein. Beide dürfen Weltmeister werden. Wer in dieser Situation etwas steuern will, fällt damit meistens auf die Nase."

Barrichello hat das Momentum

Bei Ferrari hat er das jahrelang anders gesehen. Zu überlegen war dort Schumacher meistens, Barrichello kam nie über einzelne Achtungserfolge hinaus.

Das ist in dieser Saison seit einigen Rennen anders. Barrichello hat gegenüber Button das Momentum auf seiner Seite. Zwei der letzten drei Rennen hat er gewonnen. Seit dem Europa-GP hat er zwölf Punkte auf Button aufgeholt.

In Monza bekam er die Bestätigung, dass er wirklich die gleichen Chancen hat wie Button. Obwohl Button in der WM-Wertung weit vorne lag, durfte Barrichello im Rennen als Führender entscheiden, in welcher Runde er zum ersten Boxenstopp kommen will. Button musste die andere Alternative wählen. "Bei uns hat der Mann die erste Wahl, der zu dem Zeitpunkt vorne liegt", erklärte Brawn.

Jetzt nachlesen: So lief das Rennen in Monza

Komfortable WM-Situation hilft Brawn-Bossen

Die Großzügigkeit gegenüber den Fahrern fällt Brawn natürlich leicht, weil er in der Konstrukteurs-WM sehr weit vorne liegt. Ginge es enger zu, sähe die Situation vielleicht anders aus.

"Die Situation ist für uns durch den großen Vorsprung einfacher. Da geht es leichter von der Hand, die beiden frei fahren zu lassen", gibt Geschäftsführer Nick Fry zu.

WM-Duell unter Freunden

Frei fahren werden Button und Barrichello gegeneinander, aber immer im fairen Rahmen. Das haben sie zumindest vor, denn sie verstehen sich menschlich sehr gut. "Ich werde mein Bestes geben und es wird einen guten und gesunden Kampf geben. Ich freue mich darauf", sagte Barrichello.

Button bestätigte: "Wir haben eine gute Beziehung, und wir sind nun seit vielen Jahren Teamkollegen. Wir arbeiten zusammen, wir mussten zusammen das Auto an die Spitze bringen."

Trotzdem werden sie sicher nicht Hand in Hand über die Ziellinie rollen, dafür geht es für beide um zu viel. Sowohl Button als auch Barrichello wurden vor der Saison bereits abgeschrieben, beide sind nicht mehr die Jüngsten. Wer weiß, vielleicht bekommen sie nie wieder die Chance, den WM-Titel zu gewinnen.

Barrichello: "Das Beste im Leben ist Respekt"

Das wissen beide, und deshalb lassen sie ab jetzt ihre Freundschaft auf der Strecke ruhen. "Du kannst in der Formel 1 nur gewinnen, wenn du hart bist. Wir sind beides nette Kerle, aber jetzt ist damit Schluss", sagte Barrichello.

Sticheleien oder gar absichtliche Kollisionen wie in alten Zeiten zwischen Ayrton Senna und Alain Prost oder Nigel Mansell und Nelson Piquet wird es zwischen diesen beiden Teamkollegen trotzdem nicht geben.

Stattdessen gilt Barrichellos Devise: "Das Beste im Leben ist Respekt."

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