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Formel 1

Iceman vor Abschied von Ferrari

Von Alexander Mey
Kimi Räikkönen wurde 2007 gleich in seiner ersten Ferrari-Saison Weltmeister
© Getty

Je näher das Saisonende rückt, desto wahrscheinlicher wird es, dass Kimi Räikkönen trotz eines gültigen Vertrags Ferrari verlassen wird. Weder die Scuderia noch Räikkönen selbst gehen noch fest von einem Verbleib des Iceman aus.

Eigentlich ist die Situation paradox: Seit vier Rennen steht Kimi Räikkönen immer auf dem Siegerpodest, in Spa hat er Ferrari endlich den ersten Sieg der Saison geschenkt - und trotzdem deutet fast alles darauf hin, dass er und die Scuderia nach der Saison getrennte Wege gehen werden.

"Schauen wir mal, was passiert", sagt Räikkönen selbst zu den sich verdichtenden Gerüchten über seinen Abschied. Sein Manager Steve Robertson wird schon etwas konkreter: "Kimi hat mit Ferrari einen Vertrag, aber wie jeder weiß, können Verträge gebrochen werden. Wir verhandeln mit Ferrari, aber wir hören uns auch andere Angebote an. Wir wissen im Moment nicht, ob Kimi hundertprozentig bei Ferrari bleiben wird."

McLaren-Dreamteam Hamilton/Räikkönen?

Die Alternative heißt offenbar McLaren-Mercedes. Seit Ron Dennis dort nicht mehr Teamchef ist, kann sich Räikkönen eine Rückkehr zu seinem Ex-Arbeitgeber wieder vorstellen.

"Kimi ist für jedes Team ein interessanter Fahrer. Er ist vielleicht das größte Talent überhaupt, wenn er gewillt ist, sich hundertprozentig auf den Job zu konzentrieren", sagt der neue McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Räikkönen würde bei den Silbernen Heikki Kovalainen ersetzen und ein Dreamteam mit Lewis Hamilton bilden. Auch Williams soll für Räikkönen ein Thema gewesen sein, aber die Verhandlungen sind dem Vernehmen nach gescheitert.

Ferrari muss Räikkönen ausbezahlen

Egal, wohin Räikkönen geht, Ferrari muss ihn auf jeden Fall ausbezahlen, da er noch einen gültigen Vertrag für 2010 hat. Das macht den Iceman für einen neuen Arbeitgeber zu einem Schnäppchen.

Dafür, dass Ferrari diese finanzielle Belastung auf sich nimmt, um einen Mann loszuwerden, der im Moment wieder in der Form ist, in der er 2007 Weltmeister wurde, gibt es nur zwei mögliche Erklärungen.

Alonso oder doch Schumi?

Erstens: Der Deal mit Fernando Alonso für die kommende Saison ist schon lange fix und man traut sich bei Ferrari nicht, den verletzten und deshalb wehrlosen Felipe Massa vor die Tür zu setzen.

Zweitens: Alonso kommt erst 2011 zu Ferrari und Präsident Luca di Montezemolo kann der Versuchung nicht widerstehen, Michael Schumacher in das zweite Cockpit zu setzen.

Massa ist für 2010 gesetzt

"Wir werden kommendes Jahr einen brasilianischen Fahrer haben, der sich eine weitere Chance verdient hat und dem es wieder gut geht. Was den Rest betrifft, wägen wir noch die beste Lösung ab, aber wir haben noch Zeit. Wir werden uns in wenigen Wochen entscheiden", sagte di Montezemolo bei einer offiziellen Veranstaltung in Florenz.

Bereits zuvor hatte der Präsident gesagt, dass Alonso zwar irgendwann bestimmt für Ferrari fahren werde, aber noch nicht 2010. "Für das kommende Jahr haben wir Räikkönen, Massa, Fisichella, Badoer, Gene, und ich hoffe Michael Schumacher", rechnete di Montezemolo am Rande des Italien-GP vor.

Geht Ferrari das Schumi-Risiko noch einmal ein?

Schumacher also, der sich seit der Absage seines Comebacks beharrlich darum drückt, eine endgültige Aussage zu seinen Zukunftsplänen zu treffen.

Er will es noch einmal wissen, wenn sich eine Chance bietet, das merkt man ihm an. Aber geht Ferrari das Risiko noch einmal ein, dass Schumis Nacken dem großen Traum einen Strich durch die Rechnung macht?

Da wäre Alonso doch die deutlich solidere Variante.

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