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Formel 1

Hamilton: Angst vor dem Unbekannten

Von Alexander Mey
Lewis Hamilton hat am Start durch KERS in seinem McLaren-Mercedes einen Vorteil
© Getty

Lewis Hamilton war der Mann des Tages beim Qualifying zum Singapur-GP. Wenn er mit KERS den Start für sich entscheidet und nichts Unvorhersehbares passiert, wird er das Nachtrennen wohl gewinnen. Dabei hält Hamilton die Strecke eigentlich für zu gefährlich.

Es ist eine Hassliebe zwischen Lewis Hamilton und der Rennstrecke in Singapur. Auf der einen Seite liebt Hamilton die Herausforderung enger Stadtkurse und ist dort auch besonders stark. Auf der anderen Seite sagt sein Verstand ihm, dass er den Kurs eigentlich gar nicht so sehr lieben sollte.

LIVE-TICKER: Das Qualifying in Singapur zum Nachlesen

Besonders die Dreier-Schikane mit unebener Strecke und hohen Randsteinen ist ihm ein Dorn im Auge. "Das Auto wird durchgeschüttelt, hüpft und rutscht. Das ist sehr gefährlich. Ich bin mir sicher, dass dort im Rennen jemand einen Unfall bauen wird."

Hamilton mit deutlich mehr Benzin als Vettel

Das sagte Hamilton vor der Pole-Position im Qualifying. Da wusste er noch nicht, dass ein Unfall im Rennen so ziemlich das einzige ist, was seinen Sieg verhindern kann.

Denn Hamilton gelang mit deutlich mehr Benzin als die direkte Konkurrenz eine tolle Runde. Mit 55,5 Kilogramm Benzin wird er rund drei Runden länger fahren können als der Zweitplatzierte Vettel und immer noch mindestens eine länger als Nico Rosberg auf Platz drei.

Benzinmengen: Hamilton macht alle nass

Kein Wunder, dass Hamilton danach eher glücklich als besorgt über die Strecke war. "Ich hatte nicht erwartet, dass ich heute auf der Pole stehen würde. Das ist eine Überraschung, aber auch ein wahres Vergnügen."

Red Bull deutlich vor Brawn GP

Während Hamilton mit seiner Zweistopp-Strategie theoretisch nur ein Unfall mit folgender Safety-Car-Phase einen Strich durch die Rechnung machen kann, tobt hinter ihm der Endspurt im Titelkampf.

Den hatte Red Bull nach dem schwachen Rennen in Monza schon abgehakt. Doch nach dem überraschenden Qualifying in Singapur lecken Sebastian Vettel und Mark Webber wieder Blut.

Qualifying-Duelle: Keiner ist so überlegen wie Vettel

Von den Startplätzen zwei und vier ist viel möglich - wenn auch vielleicht nicht der Sieg gegen Hamilton. Aber auf jeden Fall ein großer Sprung in den WM-Wertungen, denn das Brawn-Duo Rubens Barrichello und Jenson Button geht nur von den Plätzen zehn und zwölf aus ins Rennen.

Brawn: "Eine katastrophale Session"

Aber Vorsicht, vor allem Barrichello ist nicht zu unterschätzen. Auf den Long-Runs waren beide Brawn-Piloten am Freitag sehr stark, Barrichello leidet lediglich unter den fünf Startplätzen Strafe für seinen Getriebewechsel. Er wird locker in die Punkt fahren können.

Das ist auch für Button durchaus drin, denn er hat nur das Problem, im Qualifying die Vorderreifen nicht auf Temperatur zu bekommen. Sind die Pneus im Rennen erst einmal heiß, ist Button einer der Schnellsten. Problem ist nur, dass dann sein Rückstand auf die Spitze schon zu groß sein könnte.

Viele Fragezeichen also für das WM-Spitzenduo, die man sich gerne erspart hätte. Das ist aus den Worten von Teamchef Ross Brawn deutlich herauszuhören: "Das war eine katastrophale Session für uns. Wir werden sehen, was wir am Sonntag retten können."

Rosberg denkt sogar an den Sieg

Während Red Bull gegen Brawn GP darum kämpft, den Titelkampf möglichst doch noch einmal spannend zu machen, geht es für Nico Rosberg nur um eins - endlich den ersten Podestplatz der Saison.

Mit mehr Benzin als Vettel vor und Webber hinter ihm stehen die Chancen dafür nicht schlecht. "Ich bin zufrieden. Das ist für das Rennen eine gute Position. Ich denke, dass wir es sogar mit dem Sieg versuchen können", gab sich Rosberg extrem selbstsicher. Damals wusste er noch nicht, dass Hamilton noch mehr Benzin an Bord hat als er.

Etwas anderes wusste er aber schon. Eine Safety-Car-Phase wie im vergangenen Jahr kann er, auch wenn sie auf einem engem Stadtkurs nicht unwahrscheinlich ist, diesmal gar nicht gebrauchen. "Das wäre diesmal mit Sicherheit ein Nachteil. Denn ich kann auch ohne ein Safety-Car aufs Podium fahren."

Das komplette Qualifying-Ergebnis

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