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Formel 1

"Die anderen nicht demütigen"

Von Alexander Mey
Gruppenfoto der Mitglieder von Brawn GP mit den Fahrern Jenson Button und Rubens Barrichello
© Getty

Brawn GP ist Favorit auf Sieg beim Malaysia-GP. Das ist nach der Pole-Positon von Jenson Button offensichtlicher denn je. Bereits beim Australien-GP schockte der Neuling die Konkurrenz mit seinem Doppelsieg gehörig. Dabei haben Jenson Button und Rubens Barrichello in Melbourne noch Gnade walten lassen. Erst langsam kommt heraus, wie überlegen Brawn GP wirklich ist.

"Ich denke, es sah einfacher aus als es war", sagte Jenson Button über seinen Sieg beim Australien-GP. Die Zahlen gaben ihm Recht, schließlich hatte Button vor dem Crash zwischen seinen Verfolgern Sebastian Vettel und Robert Kubica nicht einmal zwei Sekunden Vorsprung.

Aber so knapp war es nicht. Nicht einmal annähernd. Button selbst gab nach dem Rennen zu, im letzten Stint mit den weichen Reifen bei weitem nicht mehr alles gegeben zu haben. "Ich fuhr absichtlich sehr langsam", sagte der Brite auf der Pressekonferenz.

Brawn GP eine halbe Sekunde schneller

Brawn GP hätte aber nicht nur im letzten Stint des Rennens sondern am gesamten Melbourne-Wochenende schneller fahren können. Sie taten es nicht, um die Konkurrenz nicht vorzuführen. Das plauderte ein führendes Teammitglied auf dem Weg nach Malaysia gegenüber dem "Guardian" aus.

"Wenn ein Gegner nur zwei Zehntel langsamer wäre als wir, dann könnte er vielleicht ein Rennen gewinnen. Aber wenn wir eine halbe Sekunde vorne sind, wonach es im Moment aussieht, dann wäre es dumm von uns, die anderen ständig zu demütigen", sagte der Brawn-Verantwortliche. Premiere-Experte Jacques Schulz bestätigte SPOX, dass sich Brawn-Teammitglieder ihm gegenüber ähnlich geäußert haben.

Eine zweifelhafte Geste, denn dadurch, dass diese Aussagen nun an die Öffentlichkeit gekommen sind, fühlen sich die Gegner wahrscheinlich noch mehr gedemütigt als durch einen Vorsprung im Rennen von 30 Sekunden. Niemand hört gerne, dass er nicht hundertprozentig ernst genommen wird.

Erste Entwicklungsstufe in Barcelona

Nichtsdestotrotz bleibt die Erkenntnis, dass Brawn GP nach dem Doppelsieg in Melbourne noch lange nicht am Limit ist. "Wir haben noch etwas im Köcher. Da sind gute Neuerungen dabei, die uns zuversichtlich machen", zitiert der "Guardian" seine Quelle weiter.

Angeblich soll die erste größere Entwicklungsstufe des Autos zum Europa-Auftakt in Barcelona kommen, weitere Updates sind geplant.

Auch ohne Doppel-Diffusor am schnellsten

Zu diesem Zeitpunkt wollen die anderen Top-Teams zumindest mit dem umstrittenen Doppel-Diffusor nachgezogen haben. Aber weder davor, noch vor einem möglichen Verbot des Diffusors bei der Berufungsverhandlung am 14. April hat Brawn GP Angst. Denn dieses Detail alleine macht das Auto nicht so überlegen.

"Das Gute am Brawn-Auto ist, dass es sich die Gegner ansehen und sagen: 'Das ist das kleine Teil, das das Auto so schnell macht'. Aber es geht nicht unbedingt nur um ein Detail. Die offensichtlichen Dinge sind nicht die Leistungsträger", sagte der Brawn-Verantwortliche.

"Warum sind die alle so langsam?"

Dass man ein sehr schnelles Auto haben würde, wusste man bei Brawn GP übrigens nicht erst nach den ersten Testfahrten in Barcelona, bei denen man die Konkurrenz schockte. Den Ingenieuren war schon im Januar klar, dass sich ihre mehr als ein Jahr dauernde Entwicklungsarbeit gelohnt hatte.

"Wir haben uns damals die Testzeiten aller anderen Teams angesehen und uns gefragt, warum die alle so langsam sind", verriet die "Guardian"-Quelle. "Zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass unser Auto das schnellste sein würde."

Brawn GP in Malaysia hoher Favorit

Wenn Ferrari, BMW-Sauber und Co. das alles lesen, dann werden sie sich am Riemen reißen müssen, um den Mut nicht zu verlieren. Wenigstens haben sie noch 16 Rennen Zeit, um die Formel-1-Welt aus ihrer Sicht wieder zurechtzurücken.

Oder vielleicht doch nur 15? Denn in Malaysia könnte Brawn GP noch weniger zu schlagen sein als in Melbourne. Die Strecke mit ihren schnellen Kurven kommt dem Auto deutlich mehr entgegen als der Stadtkurs im Albert Park.

Erste Antworten hat das Qualifying gegeben. Bleibt noch die Frage, ob der Monsunregen Button eventuell einen Strich durch die Rechnung macht.

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