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Formel 1

Mit Mauertaktik zum WM-Titel

Von Alexander Mey
hamilton, mclaren
© Getty

McLaren-Mercedes und Lewis Hamilton reisen als große Sieger nach dem China-GP aus Schanghai ab. Sie haben das Rennen souverän gewonnen und sich im Kampf um den WM-Titel bei den Fahrern in eine gute Ausgangsposition gebracht.
 

"Brillant, makellos, perfekt!" Das waren die Worte, mit denen McLaren-Teamchef Ron Dennis Hamiltons Start-Ziel-Sieg inklusive Pole-Position und schnellster Rennrunde feierte. Der "Guardian" wähnt den britischen Formel-1-Helden schon mit "einer Hand am WM-Titel".

Alles schön und gut, wäre da nicht die bittere Erinnerung an 2007, als Hamilton kurioser Weise auch mit exakt sieben Punkten Vorsprung auf den späteren Champion Kimi Räikkönen nach Brasilien reiste und den Sack eigentlich nur noch zumachen musste.

Wie alle wissem, kam es anders. Räikkönen machte nach einem Ferrari-Doppelsieg in Sao Paulo und einem gleichzeitigen technischen Aussetzer an Hamiltons Silberpfeil das Rennen.

Ferrari-Doppelsieg? Gerne!

Auch in zwei Wochen werden Ferrari und vor allem Lokalmatador Massa in Brasilien die Favoriten sein. Ein erneuter Doppelsieg ist quasi Pflicht, wenn Massa überhaupt noch eine Chance auf den WM-Titel haben will.

Ein Ergebnis, mit dem McLaren-Mercedes sogar gut leben könnte. "Wir haben gar kein Problem damit, wenn Massa Erster wird und Räikkönen Zweiter", sagte Dennis. "Wir müssen nicht gewinnen, damit Lewis Weltmeister wird."

"Kein anderes Team wird Ferrari schlagen"

Platz fünf reicht Hamilton, um mit 23 Jahren, zehn Monaten und 26 Tagen jüngster Champion aller Zeiten zu werden. Platz fünf muss es aber wohl auch sein, denn auf fremde Schützenhilfe braucht der Brite nicht zu hoffen.

Wer wird in Brasilien Weltmeister? Rechnen Sie es aus!

"Es liegt an uns. Kein anderes Team wird Ferrari in Brasilien schlagen", prophezeite McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh und warnte: "Wenn wir nicht ins Ziel kommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Massa das Rennen und den Titel gewinnt."

 

Motor schonen als obersters Gebot

Genau aus diesem Grund ist Sicherheit das oberste Gebot. Hamilton drehte in Schanghai schon frühzeitig die Motor-Drehzahl runter, um das Aggregat, das auch in Brasilien durchhalten muss, so gut wie möglich zu schonen.

Sein Teamkollege Heikki Kovalainen gab das Rennen in China auf, nachdem man im Team merkte, dass er nach seinem Reifenschaden ohnehin keine WM-Punkte mehr holen kann. Kovalainen bekommt nun für das Finale einen neuen Motor, mit dem er Ferrari jagen und Hamilton den Rücken freihalten kann.

Lieber Fahrer- als Konstrukteurs-Titel

"Unser Ziel muss es sein, ins Ziel zu kommen. Wir wissen, dass wir auch Dritter, Vierter oder Fünfter werden können", gab Dennis die defensive Parole aus.

Zu Gunsten des Fahrertitels würden die Silbernen auch gerne auf die Konstrukteurs-WM verzichten. "Ganz egal, was die Teams auch sagen: Der Fahrer ist der Weltmeister, an den sich alle erinnern", erklärte Whitmarsh.

Nur nicht auf Ergebnis spielen

Trotzdem widerspricht er seinem Boss Dennis, wenn es um die Herangehensweise an den Brasilien-GP geht. Er hält nicht viel davon, von vornherein nur auf Halten zu spielen: "Es ist wie in jedem Sport: Wenn Du zu sehr davon abkommst, auf die Konkurrenzfähigkeit zu achten, dann machst Du Fehler."

Schöne Grüße vom Fußball. Auch dort gibt es die goldene Regel: Spiele niemals auf Ergebnis, denn es kommt garantiert ganz anders als Du denkst.

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