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Formel 1

All-in im Rennen

Von Alexander Mey
formel 1, heidfeld
© Getty

Was für eine Aufregung nach dem Belgien-GP. Ganz Spa stand Kopf. Jeder, der Rot trug, vor Freude über den Sieg von Felipe Massa. Jeder der Silber trug, aus Empörung über die Strafe für Lewis Hamilton.

Natürlich müssen sich die Top 8 des Belgien-GP auch mit diesem unerfreulichen Thema beschäftigen, aber sie wären nicht die Top 8, wenn sie nicht auch einen Seitenblick auf andere Aspekte des Rennwochenendes werfen würden.

Platz 8: Klimawandel, oder was?

Bauern mögen ihn, weil er in der richtigen Menge gute Ernten garantiert. Gärtner mögen ihn, weil er in der richtigen Menge Blumenbeete erstrahlen lässt. Formel-1-Fans mögen ihn, weil er aus einem gähnend langweiligen Rennen ein mitreißendes Spektakel zaubern kann - den Regen.

In letzter Zeit gibt es ziemlich viele aufregende Rennen. Was sagt uns das? Genau, es regnet ziemlich viel. Das ging schon 2007 in Deutschland, Japan und China los. In diesem Jahr ist es schon jetzt genauso extrem. Regen in Spa, Regen in Silverstone, Regen in Monaco. Es regnet immer häufiger an Formel-1-Wochenenden. Das garantiert Spannung und ist endlich mal ein positiver Aspekt des Klimawandels.

Platz 7: Silberfische

McLaren-Mercedes fährt mit Silberpfeilen, klar. Seit letzter Woche könnten sie sich aber auch in Silberfische umbenennen. Naja, zumindest fast. Immerhin gaben sie den See, der zu ihrem Technologie-Zentrum gehört, erstmals zum Fischen frei. Es war eine Charity-Aktion für krebskranke Kinder. Manchmal ist Sport so unwichtig...

Platz 6: Wo ist denn hier der Ball?

Ein bisschen ratlos sahen Pascal Hens und Jogi Bitter schon aus. Lag aber wohl nur daran, dass der eine im Fahrerlager keinen Ball zum Werfen und der anderen keinen zum Fangen fand. Es gab nur Autos, schnell und laut. Spaß hatten unsere Handball-Weltmeister vom HSV Hamburg trotzdem.

Platz 5: Und wöchentlich grüßt der Rosberg...

Da war er wieder, der unverbesserliche Optimist Nico Rosberg. Obwohl mittlerweile auch der Letzte verstanden haben sollte, dass er in seinem Williams kaum noch einen Blumentopf gewinnen wird, ist er mal wieder "sehr zuversichtlich" für das nächste Rennen. Diesmal vielleicht sogar zu Recht, immerhin geht es in Monza fast nur geradeaus, das kann sogar der Williams.

Vor Spa war Rosberg übrigens ausnahmsweise pessimistisch. Und er wusste, warum. Sein Vater Keke Rosberg sagte nach der Quali: "Williams muss auf Schneefall hoffen, wenn das noch für Punkte reichen soll." Es wurde nur Regen, Rosberg wurde Zwölfter.

Platz 4: So nah und doch so fern...

...war die Ziellinie für Sebastian Vettel. Schon blöd, wenn man aus der letzten Kurve mit Trockenreifen nicht richtig beschleunigen kann und hilflos mit ansehen muss, wie Fernando Alonso mit Intermediates Meter für Meter näher kommt. Reicht, reicht, reicht nicht, hieß es am Ende für Vettel. Alonso hatte auf der Linie 0,098 Sekunden Vorsprung und wurde Vierter. Dumm gelaufen.

Platz 3: Pokern mit Nick

Glückwunsch an Nick Heidfeld für das richtige Näschen zur richtigen Zeit. Durch seinen Wechsel auf Intermediates zwei Runden vor Schluss schob er sich noch auf den zweiten Platz nach vorne. Und wie: Wie durch Slalomstangen fuhr der Deutsche um seine Gegner herum. Danach sagte er: "Ich habe gestern Abend noch gepokert und verloren. Heute habe ich gewonnen. Ich habe es gewagt: Entweder viel gewinnen oder der Depp sein." Wie Deppen ließ er nur seine Gegner aussehen.

Platz 2: Das Monster

Wenn alle gegen einen sind, hat man immer noch die Familie, die zu einem hält. Eine tröstende Aussicht für Lewis Hamilton, nachdem er in Spa den Sieg verloren hatte. Doch dann das: Er musste sich von seinem eigenen Vater als Monster beschimpfen lassen. Aber keine Angst, alles halb so wild. Papa Anthony suchte nur nach Worten, um den Schlussspurt seines Sohnemanns treffend zu beschreiben. "Er ist im Auto einfach ein Monster", sagte Hamilton. Etwas Besseres ist ihm wohl gerade nicht eingefallen.

Platz 1: Mister Thathi from Kenia

Kenia ist ein interessantes Land. Tolle Landschaften, interessante Leute. So richtig etwas für Afrika-Fans. Nur eins hat Kenia nicht: Eine beeindruckende Formel-1-Historie. Dann doch lieber Leichtathletik, Langstrecke, wenn's recht ist. Aber Motorsport?

Doch halt. Da gibt es einen Mann, der sich standhaft gegen die Brumm-brumm-Diaspora Kenia stemmt. Mister Surinder Thathi, seines Zeichens afrikanischer Motorsportchef. Er will bei der Formel 1 mitmachen - und tut das auch. Als Rennkommissar. Zum Beispiel in Spa. Und prompt war was los. Hamilton, Räikkönen und so.

Übrigens: Echten Motorsportfreaks ist Thathi zuvor schon begegnet. Er beschwerte sich einst über Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb. Seiner Meinung nach schadete der französische Seriensieger dem Sport - weil er sich nicht die Haare schneiden ließ.

 

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