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Formel 1

Sprinter, Propheten, Zyniker

Von Alexander Mey
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© Getty

Vor dem Start zum Belgien-GP in Spa (13.45 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) sind Sprinter und Propheten gefragt. Egal ob die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen oder ihre Ferrari-Gegner Felipe Massa und Kimi Räikkönen - ohne diese Talente werden sie das Rennen nur schwer gewinnen können.

Sprinter müssen sie am Start sein, denn nur auf wenigen Strecken ist der Weg zur ersten Kurve so kurz wie in Spa.

Umso wichtiger ist die Pole-Position von Lewis Hamilton, denn er hat den kürzesten Weg bis La Source. Allerdings nicht die Ideallinie, denn er steht am Start innen, die bessere Haftung hätte er außen.

"Wir haben den Start noch nicht gewonnen", warnte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug im Gespräch mit Premiere. "Hier wird es sicher schwieriger als zum Beispiel in Valencia, wo es eine lange erste Gerade gibt. Es muss also auf den Zentimeter alles passen."

Start ist die halbe Miete

Der Plan ist klar: Schafft es Hamilton als Erster durch die erste Kurve und gelingt es ihm dann auch noch, nach der Eau Rouge und der folgenden ellenlangen Geraden vorne zu bleiben, dann sind seine Siegchancen gut.

Denn im Qualifying konnte Ferrari das Tempo der Silberpfeile nicht mitgehen. In allen drei Sessions gab McLaren im direkten Vergleich mit den Roten den Ton an.

Massa gesteht McLaren-Überlegenheit ein

Das musste sogar Massa eingestehen: "Um ehrlich zu sein, bin ich eine großartige Runde gefahren, aber das hat leider nicht gereicht. McLaren war in allen drei Qualifying-Sessions schneller, das ist ein Zeichen dafür, dass sie hier ziemlich stark sind."

Das heißt noch lange nicht, dass Massa den Sieg abgehakt hätte. Aber wie hat Hamilton in Valencia gesagt? "Wenn ich nicht gewinnen kann, muss ich eben sehen, dass ich Zweiter werde." Vielleicht sieht es der Brasilianer diesmal ähnlich.

Massa hat im Prinzip nur eine gute Siegchance, wenn er besagten Sprint durch die ersten Kurven gewinnt und als Führender das Tempo kontrollieren kann. Besonders deshalb, weil er im Gegensatz zu Hamilton mit altem Motor unterwegs ist, den er tunlichst nicht überstrapazieren sollte.

 

 

Logenplätze für Finnen-Duo

Und was ist mit der zweiten Startreihe? Das Finnen-Duo Kovalainen/Räikkönen tritt genau dann auf den Plan, wenn sich Hamilton und Massa vorne in die Quere kommen.

Wie schnell das geht, hat gerade Hamilton im vergangenen Jahr im Startduell mit Fernando Alonso erfahren, als sich beide fast gegenseitig von der Strecke boxten.

Wetter, Wetter, Wetter

So viel zur Theorie für ein normales Rennen. Aber schließlich sind wir in Spa, und auch wenn für Sonntag keine hohe Regenwahrscheinlichkeit besteht: Ausschließen darf man den einen oder anderen Schauer in den Ardennen nie. Auch direkt nach dem Qualifying gab es einen unerwarteten heftigen Guss. In solchen Situationen sind die prophetischen Talente der Teams gefragt.

"Das ist in Spa immer ein bisschen ein Würfelspiel", sagte Haug, gab aber Entwarnung: " Sollte es nass sein - was wir uns nicht wünschen -, dann sind wir von den Startpositionen her sicher auch gut aufgestellt."

Rosberg flüchtet in Zynismus

Andere Fahrer führen geradezu Regentänze auf, um ihrem Rennstart überhaupt noch irgendeinen Sinn zu geben.

Nicht Nick Heidfeld. Obwohl er ein anerkannt starker Regenfahrer ist, kann er sich auch bei Trockenheit von Startplatz fünf aus einen weiteren Schritt aus seiner Krise erhoffen.

Anders sieht es bei Nico Rosberg aus. Er startet als 15., weil sein Williams trotz neuen Frontflügels miserabel funktionierte.

In solchen Situationen bleibt nur Zynismus. "Für mich kann morgen Weltuntergang sein", sagte Rosberg. "Das ist die einzige Chance, die ich habe."

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