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Formel 1

Highspeed-Rennen in der Innenstadt

Von SPOX
valencia, kurs
© xpb

München - Für alle, die es vor lauter Bundesliga-Start und Olympia fast vergessen hätten: Am kommenden Wochenende ist wieder Formel 1. Und es steht nicht irgendein Rennen an, sondern es geht zum ersten Mal in den Hafen von Valencia.

Stadtkurs, und zwar ein sehr schneller, beeindruckende Kulisse, enthusiastische spanische Fans, spannendes Kräfteverhältnis, weil niemand die Strecke kennt: All das verspricht einen großartigen Europa-GP.

Doch mit welchen Erwartungen und Vorkenntnissen gehen die Teams auf die Reise nach Valencia? Ein Überblick:

McLaren-Pilot Lewis Hamilton: "Von den Bildern her sieht die Strecke toll aus. Ich liebe Straßenkurse, aber diese Piste sieht extrem schnell aus und scheint an einigen Stellen wenig Fehler zu verzeihen. Als Fahrer macht es immer Spaß, an eine neue Strecke zu kommen."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Das Debütrennen in Valencia ist ein komplett neues Spielfeld für alle Beteiligten. Dort kommen 310 Rennkilometer auf uns zu sowie eine Strecke, auf der die Wagen fünfmal in einem Umlauf auf über 300 Stundenkilometer beschleunigen. Wir rechnen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 225 km/h. Für ein Straßenrennen ist das eher untypisch. Das klingt vielmehr nach Silverstone oder Monza - innerhalb einer Stadt."

BMW-Sauber-Technikchef Willy Rampf: "Wenn man Valencia mit Monaco vergleicht, hat man es zwar mit zwei Stadtkursen zu tun, die allerdings deutlich unterschiedliche Charaktere haben und andere Anforderungen an das Fahrzeug stellen. Mit Hilfe unserer Simulationsprogramme sind wir in der Lage, das Abtriebslevel, also die Aero-Konfiguration, sowie die Belastung für die Bremsen und die Gangübersetzungen zuverlässig vorauszuberechnen, damit wir mit einer guten Basisabstimmung beginnen können. In Valencia werden wir mit hohem Abtrieb antreten, aber nicht mit maximalem Downforce wie in Monaco."

Williams-Technikchef Sam Michael: "Wir bekommen im Vorfeld nur eine begrenzte Datenmenge, wie beispielsweise ein Karte des Streckenverlaufs. Die Fahrer arbeiten mit ihren Ingenieuren zusammen, um zu verstehen, was auf diesem Kurs verlangt wird. Dann können sie den Simulator benutzen und die Strecke abfahren, wenn vor dem Event eine Streckenkarte verfügbar ist."

Renault-Pilot Fernando Alonso: "Ich habe keinen Simulator. Ich habe ein paar Videos des Formel-3-Rennens gesehen, und alles scheint gerüstet zu sein. Der Kurs sieht nicht wie ein klassischer Stadtkurs aus. Er ist breit, er sieht wie ein amerikanischer Kurs aus. Er hat einen guten Asphalt, die Mauern sind entfernt worden. Es ist nicht Monaco, es ist eine Mischung aus einer permanenten Strecke und einem Stadtkurs. Es wird ein großartiger und interessanter Großer Preis werden."

Red-Bull-Pilot David Coulthard: "Ich habe schon ein paar Onboard-Videos der Strecke gesehen und sie sieht sehr offen für einen Straßenkurs aus. Es gibt in einigen Kurven Auslaufzonen, die Piste ist stellenweise sehr flüssig und meistens recht breit. Vom ästhetischen Standpunkt aus erinnert sie eher an eine Strecke im amerikanischen Stil als an Monaco oder Macau. Es ist aber erst dann echt, wenn man es fühlt, es berührt, wenn man am Donnerstag um den Kurs spaziert und am Freitag das erste Mal auf ihm fährt. Erst dann bekommt man eine Ahnung davon, wie die neue Piste ist. Auf der Playstation lernt man das nicht, man muss selbst raus und etwas Gummi auf die Straßen legen."

Honda-Testfahrer Alexander Wurz: "Ich denke, dass Valencia sich sehr schnell als einer unserer Lieblings-Grand-Prix etablieren wird. Dadurch, dass es sich um einen Straßenkurs handelt, wird er das gewisse Etwas an Flair haben und es wird eine echte Herausforderung für die Fahrer sein, diese Strecke zu lernen. Am Anfang wird es dort noch sehr staubig sein, sie werden ihren Speed daher eher langsam steigern müssen, weil die Barrieren keine Fehler verzeihen werden."

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