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Formel 1

Ferrari fleht vergeblich

Von Alexander Mey
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© Getty

München - Beim Blick auf die Fahrer-WM vor dem ersten Rennen der zweiten Saisonhälfte in Hockenheim stellt man sich unwillkürlich die Frage: Warum hat man sich die ersten neun Rennen nicht einfach gespart?

Drei Fahrer liegen zur Halbzeit punktgleich an der Spitze, das gab es in der Geschichte der Formel 1 noch nie. Kimi Räikkönen, Felipe Massa, Lewis Hamilton, alle stehen bei 48 Punkten. Robert Kubica liegt nur zwei Zähler dahinter.

Bei den Teams herrscht ein Dreikampf um die Plätze auf dem Podium. Ferrari gegen McLaren-Mercedes gegen BMW-Sauber.

Wie stellen sich die drei Protagonisten den Start in die zweite Saisonhälfte vor, was haben sie bei den Testfahrten der vergangenen Woche gelernt und mit welchem Kräfteverhältnis ist in Hockenheim zu rechnen?

SPOX.com klärt auf.

Ferrari: Bitte Hitze, bitte bloß nicht wieder Regen! So lautet das Flehen der Scuderia, die in dieser Saison bisher meistens am schnellsten war, sich bei schwierigen Wetterbedingungen aber regelmäßig verzockte.

Räikkönen sprach vor dem Deutschland-GP aus, was wahrscheinlich alle Ferraristi denken: "Ich hoffe, es wird heiß in Hockenheim. Unser Auto läuft bei hohen Temperaturen verdammt gut und auch der Reifenverschleiß ist bei uns nicht allzu hoch. Daher wünsche ich mir Hitze."

Sein Wunsch wird leider nicht erhört werden. Die Wettervorhersagen drohen - wie soll es in diesen Wochen anders sein - wieder einmal Regen an. Es könnte das Wochenende über kontinuierlich leicht regnen, die Wahrscheinlichkeit pendelt so zwischen 80 und 90 Prozent. Und selbst wenn es trocken bleiben sollte, heiß wird es auf keinen Fall. Bedeckter Himmel und rund 20 Grad sind nicht die Bedingungen, die sich Räikkönen und Ferrari wünschen.

McLaren-Mercedes: Nach den Eindrücken aus Silverstone, wo McLaren auch schon im trockenen Qualifying am schnellsten war, und den Testfahrten in Hockenheim sind die Silbernen Favoriten auf den Sieg. An den ersten beiden Tagen fuhr Hamilton jeweils klare Bestzeit und überzeugte auch in den Long-Runs.

Entsprechend groß ist der Optimismus vor dem zweiten Heimspiel des Teams in Folge. "Wir versuchen, zusammen aufs Podium zu fahren. Ein Doppelerfolg wäre natürlich großartig", sagte Lewis Hamilton. Einen Alleingang wird es aber nicht geben. "Ich denke nicht, dass wir von Hause aus einen Vorteil haben", stapelte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug tief.

Auf eine aerodynamische Neuerung, die das Team in Hockenheim getestet hatte, wird beim Grand Prix übrigens verzichtet. Die Haifischflosse a la Red Bull und Renault wird nicht zum Einsatz kommen. Sie bringt auf dem Hockenheimring keine signifikanten Vorteile.

BMW-Sauber: Mit Konstanz zum Erfolg, lautet auch zu Beginn der zweiten Saisonhälfte die Devise des Teams. Neben Red Bull ist BMW-Sauber das einzige Team, das noch keinen technisch bedingten Ausfall zu beklagen hat. Zudem hat kein anderer Rennstall mehr Rennkilometer abgespult als die Weiß-Blauen.

Jetzt geht es zum Heimspiel. Ein schönes Erlebnis, aber mehr auch nicht. "Das ist das einzige Rennen in unserem Heimatland, klar, dass wir uns darauf freuen. Aber wir können es uns nicht leisten, uns davon aus dem Konzept bringen zu lassen, denn letztlich bekommen wir allein deshalb keinen einzigen WM-Punkt mehr", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

BMW-Saubers Vorteil: In Hockenheim gibt es wenige schnelle Kurven, in denen das Team bisher die größten Nachteile gegen Ferrari und McLaren-Mercedes hatte. Entsprechend zuversichtlich ist auch Kubica: "Wir hatten ein paar sehr gelungene Testtage. Sie waren sehr produktiv."

Gute Vorzeichen für ein gutes Ergebnis, egal ob es trocken oder nass ist. Denn mit Regen hatte BMW-Sauber bislang die wenigsten Probleme.

Der SPOX-Tipp: Ferrari wird sich nicht noch einmal einen Ausrutscher wie in Silverstone leisten, ein Sieg wird aber auch nicht herausspringen. Lewis Hamilton wird gewinnen, Kimi Räikkönen wird Zweiter vor Robert Kubica.

Damit bliebe auf jeden Fall die Fahrerwertung weiter spannend.

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