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Formel 1

Die Playoffs der Königsklasse beginnen

Von Andreas Allmaier
Formel 1, Hockenheim, Deutschland, Grand Prix
© xpb

München - Egal was im ersten Teil der Saison auch immer passieren mag: In der Königsklasse der beliebten US-amerikanischen NASCAR-Serie geht es erst in den letzten zehn Rennen um alles - den Titel also.

Um Langeweile zu verhindern, führte die Serie vor einigen Jahren ein Playoff-System ein, das zum Ende hin einen spannenden Kampf der zwölf bestplatzierten Piloten garantiert.

Sprint-WM um die Fahrerkrone

In der Formel 1 gibt es ein derartiges Reglement bekanntlich nicht. Wozu auch? Die Fahrer machen aus der zweiten Saisonhälfte, die mit dem großen Preis von Deutschland (Sonntag, 13.45 Uhr im SPOX-TICKER und Internet TV) beginnt, ohnehin eine Art Sprint-WM um die FIA-Krone. 

Lewis Hamilton, Felipe Massa und Kimi Räikkönen thronen mit je 48 Punkten an der Spitze des Gesamtklassements. Zur Halbzeit beginnt die Saison quasi von vorn. Eine Ausgeglichenheit, die sich auch im Qualifying von Hockenheim widerspiegelte.

Obwohl es im Badischen entgegen der Befürchtungen trocken blieb, stehen mit McLaren, Ferrari, Toyota und Renault vier Teams auf den ersten fünf Startplätzen.

Die Highlights der Qualifikation jetzt als Video bei SPOX.TV!

Die Intensität, mit der der Kampf um die Spitzenplätze geführt wird, nimmt zu. Erst in letzter Sekunde schob sich McLaren-Fahrer Hamilton an seinem Ferrari-Rivalen Massa vorbei auf die Pole-Position. Ein Indikator dafür, was im Rennen zu erwarten ist?

Kampfansage an Ferrari

Die späte Pole ist der nächste Schub für den Briten nach seinem furiosen Sieg in Silverstone vor zwei Wochen. "Wir sind stark genug, auch im Rennen ganz vorne zu sein", sagte Hamilton und schloss damit seinen Teamkollegen Heikki Kovalainen mit ein, der von Platz drei ins Rennen geht.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug schickte dem gleich eine Kampfansage an Massa hinterher: "Die Plätze eins und drei sind das beste, was wir erreichen konnten. Es ist mir persönlich lieber als eins und zwei, weil auf unserer Seite der Bahn mehr Grip ist. Das sollte beim Start ein kleiner Vorteil sein. Vielleicht kann Heikki da gleich an Massa vorbeigehen."

"Wir haben keine Erklärung"

Ferrari hat freilich nicht vor, sich kampflos durchreichen zu lassen. "Es wird ein großer Kampf zwischen uns und McLaren werden", sagte Massa. Doch eine gewisse Ratlosigkeit bei der Scuderia war am Samstag nicht zu übersehen. Der sechste Platz von Räikkönen macht die Roten nachdenklich. "Wir haben keine Erklärung dafür, warum Kimi so weit hinter Felipe ist", gab Teamchef Stefano Domenicali freimütig zu.

Räikkönen kann noch nicht einmal darauf hoffen, dass der permanent drohende Regen auch den Deutschland-GP in ein Vabanque-Spiel verwandelt - zu schwach war Ferrari zuletzt auf nasser Fahrbahn gewesen.

BMW und die Hoffnung auf Regen

Bei den deutschen Fahrern, die mit Ausnahme des neuntplatzierten Toro-Rosso-Lenkers Sebastian Vettel mit enttäuschten Mienen durchs Fahrerlager schlichen, sieht die Sache schon ganz anders aus.

"Die beste Lösung für uns wäre Regen", sagte BMW-Teamchef Mario Theissen, dessen Schützlinge Robert Kubica (Platz sieben) und Nick Heidfeld (Platz 12) im Wettstreit um die vorderen Ränge erschreckend chancenlos waren. Und was prognostizieren die BMW-Meteorologen? Theissen: "Die Vorhersage ist wechselhaft, aber eher Richtung trocken."

Keine Taktik-Spielchen

Egal wie das Wetter auch immer werden wird, McLaren richtet den Blick nur nach vorn. Bei den Quali-Überraschungen Jarno Trulli und Fernando Alonso, die im Toyota und Renault von den Plätzen vier und fünf starten, vermuten nicht nur die Silbernen eine vergleichsweise geringe Menge Treibstoff im Tank.

"Uns kommt es nur entgegen, wenn einer unserer Konkurrenten auf einer Drei-Stopp-Strategie sein sollte", sagte McLaren-Teamchef Ron Dennis. Show-Runden fürs Qualifying sind auch nicht die Sache von Haug: "Wir haben uns die Pole nicht mit einer wahnwitzigen Runde geholt. Wir haben das nie getan und werden das auch nie tun."

Klare Worte. Genau das Richtige für Hockenheim und die kommenden acht Rennen.

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