Cookie-Einstellungen
Formel 1

Hamilton fährt Bestzeit in Montreal

Von SPOX
kanada-gp, training
© Getty

München - Nach der nassen ersten Trainingssession zum Kanada-GP tobten sich die Piloten im zweiten Freien Training bei trockener Piste aus.

Schnellster war Vorjahressieger Lewis Hamilton in 1:15,752 Minuten. Knapp neun Minuten vor Schluss luchste der McLaren-Mercedes-Pilot Robert Kubica im BMW-Sauber die Bestzeit noch ab. Entsprechend gut gelaunt zeigte sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Wir waren schnell und konstant - das sah ganz gut aus", meinte der Deutsche.

Regen in Montreal: Hier gibt es die Bilder vom Freitags-Training 

Der Grund: Hamilton war der einzige Pilot, der es schaffte, die weiche Reifenmischung über eine ganze Runde optimal zu nutzen. Das gelang weder den BMW- noch den Ferrari-Fahrern. Damit ist der Brite Favorit auf die Pole-Position am Samstag. Besonders da Haug deutlich zu verstehen gab, dass bei McLaren-Mercedes nicht mit der Benzinmenge experimentiert wurde. "Die Zeiten sind vorbei", so Haug.

BMW-Sauber überraschend stark

Insgesamt präsentierte sich auch BMW-Sauber für einen Freitag außergewöhnlich stark. Kubica als Zweiter und Nick Heidfeld als Sechster landeten wesentlich weiter vorne als in den übrigen Trainings dieses Jahres.

Dabei hatte es Kubica nach eigener Aussage nicht einmal auf die Bestzeit abgesehen. "Wir haben sehr viele verschiedene Dinge für die Fahrzeugabstimmung ausprobiert", erklärte der Pole. "Wir haben den Reifenvergleich gefahren und haben jetzt eine gute Basis für Morgen."

Auch Nick Heidfeld konnte nicht sein volles Potential ausschöpfen. "Am Nachmittag gab es immer gerade irgendwo eine gelbe Flagge, wenn ich frische Reifen hatte", erklärte der 31-Jährige. Dennoch dürfte auch er für die Qualifikation am Samstag gute Karten haben.

Das findet auch BMW-Motorsport-Direktor Dr. Mario Theissen. "Ich glaube, wir sind gut dabei", sagte er. "Das Paket stimmt und wir sind sowohl von der Rundenzeit als auch von den Geschwindigkeitsmessungen her ordentlich dabei." 

Ferrari hinkt hinterher

Ferrari war im Duell der drei Großen hingegen nur Dritter. Kimi Räikkönen wurde mit 3,5 Zehntelsekunden Dritter, Felipe Massa belegte hinter Heikki Kovalainen im zweiten Silberpfeil nur Position fünf. Grund zur Sorge?

Nein, bei der Scuderia ist man zuversichtlich. "Unser Auto war von Beginn an gut ausbalanciert und ich denke, dass wir auch hier stark sein werden", sagte etwa Weltmeister Räikkönen. "Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden, denn wir waren immer schnell."

Und auch Chefingenieur Luca Baldisseri war zufrieden. "Wir haben trotz allem genug Informationen, um für Qualifying und Rennen gut vorbereitet zu sein", sagte er. "Es ist zwar noch zu früh, um zu sagen, wo wir uns in der Rangordnung befinden, aber wir sind auf alle Fälle konkurrenzfähig."

Rosberg und Vettel überzeugen

Konkurrenzfähig zeigte sich auch Nico Rosberg. Er wurde als zweitbester Deutscher Achter und war damit durchaus zufrieden - besonders im Hinblick auf das Qualifying. "Wir haben uns in die richtige Richtung entwickelt und enorme Fortschritte gemacht", sagte der 22-Jährige. "Und für morgen haben wir noch einige interessante Dinge zu testen."

Sebastian Vettel landete direkt dahinter auf Platz neun. Timo Glock wurde im Toyota 15., Adrian Sutil stellte den Force India auf Position 18.

Glock trifft die Mauer

Für mehrere namhafte Piloten war die zweite Session schon vorzeitig beendet. Zunächst blieb Fernando Alonso nach einem Dreher stehen, dann stoppte ein Getriebeschaden seinen Temkollegen Nelson Piquet Jr. Timo Glock zerstörte sich an der Mauer die Aufhängung seines Toyota.

Davor war der Deutsche allerdings gut unterwegs, weshalb er sich für das Zeittraining gute Chancen ausrechnet. "Meine bisherigen Rennen in Montreal verliefen gut", so Glock. "2004 gab es Punkte beim Formel-1-Debüt und beim ChampCar-Rennen wurde ich Zweiter. Ich hoffe, dass ich auch an diesem Wochenende eine starke Leistung zeigen kann."

Kurioser Ausfall von Massa 

Am Ende rollte dann auch noch Felipe Massa aus. Kurios: Die Streckenposten versuchten minutenlang vergeblich, den Ferrari durch eine Lücke zwischen den Leitplanken zu schieben. Sie stellten sich so ungeschickt an, dass sie den Boliden zunächst sogar gegen die Leitplanken schoben, bis ihnen Massa am Ende zur Sicherheit selbst half.

Was genau den Ausfall ausgelöst hat, ist noch unklar.  "Wir müssen den Grund noch genauer untersuchen", erklärte Teamchef Stefano Domenicali. Erste Diagnose von Massa: "Mein Auto schien einfach einen Blackout zu haben - auf einmal schalteten sich alle Systeme aus und es blieb stehen."

Werbung
Werbung