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Formel 1

Yilmaz hat gepetzt

Von Alexander Mey
schumacher, michael
© Imago

München - Er hätte doch einfach den Mund halten können, einfach nur den Mund halten. Immerhin hatte Michael Schumacher ihm doch die spektakulärste halbe Stunde seines Lebens geschenkt. Aber nein, er musste es ja rausposaunen.

Viel zu schnell sei er gefahren, dazu habe er an den unmöglichsten Stellen überholt, sagte Tuncer Yilmaz, Taxifahrer im schönen oberfränkischen Coburg. Na klar hat er das, er ist schließlich Michael Schumacher. Mit viel zu schnellem Fahren und Überholen an unmöglichen Stellen hat der Mann Millionen verdient.

Jedoch in einem Benetton oder einem Ferrari, nicht aber in einem Opel Vivaro. Das ist ein Mini-Van, und in dem sind andere Talente gefragt. Nämlich die eines Taxifahrers wie Yilmaz.

Da der nun aber Schumacher sein Taxi fahren ließ, damit er rechtzeitig zum Flughafen kam, nachdem er in Franken bei einer bekannten Hundezüchterin einen Welpen für seine Kinder gekauft hatte, steht nun das gute alte Ordnungsamt auf der Matte.

Akte Schumacher ist eröffnet

Yilmaz hatte gepetzt, nicht böswillig, denn er hatte es eigentlich nur gut gemeint, als er der "Süddeutschen Zeitung" sagte: "Er ist die Strecke, für die ich 40 Minuten brauche, in 30 gefahren. Sein Fahrstil ist unbeschreiblich, das muss man erleben! Allein, wie er in die Kurven geht, da merkt man nichts! Und wie er überholt, wie Butter!"

Für die Beamten vom Ordnungsamt heißt diese Lobesarie übersetzt: Überhöhte Geschwindigkeit, Unterschreitung des Mindestabstands zum vorausfahrenden Fahrzeug, verkehrsgefährdendes Verhalten durch Überholen in nicht angemessenen Situationen.

Ganz klar, da muss ermittelt werden. Die Akte Michael Schumacher ist eröffnet. Yilmaz ist sogar schon bei der Polizei vorgeladen. "Wir werden ihn nach möglichen Verkehrsverstößen Michael Schumachers befragen", zitiert die "tz" einen Polizeisprecher.

Ohne Personenbeförderungsschein geht nix

Neben seinem Fahrstil, an dem sich neben dem Ordnungsamt auch schon Jacques Villeneuve und Juan Pablo Montoya gestört haben, könnte Schumi und seinem neuen Kumpel Tuncer noch ein weiterer Fakt zum Verhängnis werden. "Niemand darf ein als Taxi gekennzeichnetes Auto fahren, wenn er keinen Personenbeförderungsschein besitzt", sagte Kai Holland, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamts Coburg der "tz".

Jetzt ist auch klar, warum in Formel-1-Autos nur ein Fahrer sitzt, die Jungs dürften ohnehin niemanden mitnehmen, es sei denn, sie würden eben so einen Personbeförderungsschein machen.

Das ist natürlich ein ganz klares Versäumnis von Schumacher. Aber jetzt, da er im Ruhestand ist, kann er den Schein ja noch nachmachen. Ob ihn das aber vor einem Bußgeld in der Taxiaffäre Yilmaz rettet?

Die Schweiz liefert nicht aus

Wohl kaum. Eher schon die Tatsache, dass er im Ausland lebt. "Er hat seinen Wohnsitz in der Schweiz, und mit der Schweiz gibt es kein Abkommen verkehrsrechtlicher Delikte", sagte der Polizeisprecher. Absetzen in ein Land, das nicht ausliefert - clevere Taktik.

Puh, das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Bestraft werden kann wohl doch nur Yilmaz, weil er Schumi gar nicht erst hätte fahren lassen dürfen.

Selbst schuld: Warum hat er Schumi auch verpetzt?

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