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Formel 1

Denkmal oder Rennfahrer-Rente?

SID
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© Getty

München - Dank Patrick Head dürfen die Fans mal wieder von einem Schumi-Comeback träumen. Der Williams-Teilhaber hatte den Deutschen eher scherzhaft als möglichen Alonso-Nachfolger ins Spiel gebracht und damit für Schlagzeilen gesorgt.

"Ich halte das gar nicht für abwegig", erklärte auch Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck in der "Bild" und heizt damit die ohnehin immer wiederkehrenden Gerüchte weiter an.

Dem widersprach jetzt aber Schumi-Manager Willi Weber. "Das ist völlig absurd und abwegig", erklärte er. "Michael hat einen Vertrag bei Ferrari und einen Job, der ihm gefällt. Ferrari ist unser Partner für die nächsten Jahre. Und wenn es ihn wirklich noch einmal jucken sollte, wonach es nicht aussieht, dann ist Ferrari seine einzige Wahl."

Ok. Doch wie wahrscheinlich ist ein Schumi-Comeback nun wirklich? Die SPOX.com-Redaktion diskutiert.

Schumi kommt zurück...

...wegen der Herausforderung: Nicht nur die Zuschauer sind heiß auf das Duell Hamilton gegen Schumacher. Auch dem Ex-Weltmeister dürfte es angesichts der spannenden Saison immer wieder im Gasfuß gekribbelt haben - selbst wenn er es nicht zugibt.

...wegen dem Denkmal: Nach dem Scheitern von Alonso könnte sich Schumacher als Hamilton-Bezwinger ein Denkmal setzen und der Welt beweisen, dass er besser ist als Alonso. Nach zwei verlorenen WM-Titeln ist mit dem Spanier noch eine Rechnung offen.

...wegen seiner (nicht) weißen Weste: So überragend Schumachers Karriere auch ist, ein Fleck findet sich auf der ansonsten weißen Weste. Der ehemalige Mercedes-Schützling saß trotz der Verhandlungen im Jahr 1998 noch nie am Steuer eines Formel-1-Mercedes. Die Aussicht auf einen Titel im deutschen Boliden dürfte Schumacher enorm reizen.

...wegen seinem Talent & der Fitness: Schumacher hat das Fahren nicht verlernt. Und beim Race of Champions im Dezember wird er es beweisen. Zudem verfügt er über enorme Erfahrung und Know-how bei der Fahrzeugabstimmung. Damit ist er auch heute noch ganz weit vorne. Außerdem ist Schumacher ein absoluter Fitness-Fanatiker. Auch nach der Renn-Pause hat er in punkto Ausdauer so manchem aktuellen Piloten noch etwas voraus.

...wegen Norbert Haug: Michael Schumacher und Norbert Haug kennen sich eine Ewigkeit. Wenn jemand Schumacher zu einem Comeback überreden kann, dann er.

...wegen Bernie Ecclestone: Der Formel-1-Boss macht aus seiner Sympathie zu Schumacher keinen Hehl. "Ich wäre sehr glücklich, wenn Michael wiederkäme. Stellen sie sich das Duell zwischen Michael Schumacher und Lewis Hamilton vor! Das wäre großartig. Daran sollte ich arbeiten", wird er in der "Bild" zitiert. Und daran wird er arbeiten.

Schumi bleibt in Rennfahrer-Rente...

...wegen seinem Image: Was hat sich ein Mann, der sieben WM-Titel geholt hat, noch zu beweisen? Gar nichts. Alles, was ihm passieren kann, ist, dass er gegen die zahlreichen Jungetalente ganz alt aussieht und sich völlig unnötiger Weise den Ruf ruiniert. Nigel Mansell war so ein schlimmes Comeback-Beispiel, als er 1995 bei McLaren noch nicht einmal mehr ins Cockpit passte und nach zwei Rennen das Abenteuer wieder beendete.

...wegen dem Teamkollegen: Schumi wäre ja verrückt, sich in das Auto neben der schillernden Persönlichkeit Lewis Hamilton zu setzen. Die Engländer haben Schumacher ohnehin schon immer gehasst. Was wäre erst los, wenn er mit ihrem Liebling aneinander rasseln würde? Außerdem hat Schumacher Zeit seiner Karriere immer dafür gesorgt, dass er seinen Teamkollegen kontrollieren kann. Das Letzte, was er früher gewollt hätte, wäre ein Teamkollege wie Hamilton gewesen.

...wegen der Ferrari-Familie: Schumacher hat zwar einen deutschen Pass, aber im Rennsportherzen ist er Italiener. Ferrari ist in elf aktiven Jahren zu seiner Familie geworden. Wenn er überhaupt an ein Comeback denken sollte, dann nur in einem roten Renner. Alles andere würden ihm die Tifosi auch niemals verzeihen.

...wegen der Philosophie: McLaren-Teamchef Ron Dennis ist schon bei Fernando Alonso mit seiner Gleichberechtigung der Fahrer kläglich gescheitert. Glauben Sie, das wäre bei Michael Schumacher anders? Schumi war immer die Nummer eins in den Teams, in denen er gefahren ist. Er könnte mit der Situation, sich in einem Team erst intern durchbeißen zu müssen, wahrscheinlich gar nicht umgehen.

...wegen dem Stress: Schumacher betont bei jeder Gelegenheit, wie wenig ihm das Fahren fehlt und wie froh er ist, endlich Zeit für die Familie und andere Dinge zu haben, die früher immer zu kurz gekommen sind. Er würde weder sich noch seiner Familie plausibel erklären können, warum er nun plötzlich wieder damit anfangen sollte, 18 Mal im Jahr die Koffer zu packen und wegen der Rennen um die Welt zu jetten.

...wegen seinen Prinzipien: Michael Schumacher war immer ein Mann, der in dem, was er getan hat, konsequent war. Und wenn er sagt, er kommt nicht zurück, dann kommt er auch nicht zurück. Punkt.

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