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Formel 1

"Fernando tat mir sofort leid"

Von Alexander Mey
alonso, montoya, handschlag
© Getty

München - Es gibt sie doch noch, die Brüder im Geiste. Sogar in der Formel 1, in der zwischenmenschliche Beziehungen unter Fahrern nicht allzu populär sind.

Das "Geschwisterpaar" trägt die Namen Fernando Alonso und Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer fährt zwar gar nicht mehr in der Formel 1, ist aber als abtrünniger McLaren-Mercedes-Pilot bestens geeignet, um sich in die momentane Lage des Weltmeisters hineinzuversetzen.

Jetzt, da Alonsos Flucht vor den Silberpfeilen nach nur einem Jahr als relativ sicher gilt, liefert Montoya Erklärungen, warum die Ehe zwischen Alonso und McLaren scheitern muss.

"Oh mein Gott"

Erklärung 1: Lewis Hamilton. "Als Fernando zu McLaren ging und ich hörte, dass Lewis sein Teamkollege sein wird, habe ich gesagt: 'Oh mein Gott'", sagte Montoya der "Associated Press". "Fernando hat mir sofort leid getan, weil Lewis das Baby von Ron Dennis (McLaren-Teamchef, die Red.) ist. Er würde lieber Lewis siegen sehen, der für ihn wie ein eigenes Kind ist. Fernando bedeutet ihm gar nichts."

Erklärung 2: Teamchef Ron Dennis: "Ron hat zwei unterschiedliche Persönlichkeiten", sagte Montoya. "Außerhalb des Jobs ist Ron ein toller Kerl, aber der Mann, bei dem ich damals den Vertrag unterschrieben und Golf gespielt habe, existiert im Büro nicht. Dort ist er eine andere Person, man erkennt ihn nicht wieder."

Kontrollfreak Dennis

Ron Dennis ist ein Kontrollfreak, der die Aktionen der Fahrer gerne bis ins kleinste Detail steuern möchte. Damit kommt Alonso nicht klar, ebenso wenig wie Montoya in seiner Zeit von 2005 bis Mitte 2006.

"Ron ist an Fahrer gewöhnt, die ihm keine Widerworte geben. Sie sind sehr ruhig und tun, was alle sagen", fuhr Montoya fort. "Doch dann kam jemand wie ich und das mochte Ron nicht. Jetzt ist es bei Fernando genauso, denke ich."

Renault-Rückkehr wäre ein Rückschritt

Der eigenwillige Montoya ging, von dem engen silbernen Korsett erdrückt, zurück in die USA, um NASCAR zu fahren. Das wird Alonso kaum tun, für ihn zählt weiter die Formel 1.

Erste Alternative ist eine Rückkehr zu Renault, die allerdings sportlich ein Rückschritt wäre. Denn das die Franzosen schon im kommenden Jahr wieder ein siegfähiges Auto bauen werden, ist unwahrscheinlich.

Medien bringen Ferrari ins Spiel

An dieser Stelle kommen die britischen Medien ins Spiel, die eine völlig neue Variante präsentieren.

"News of the World" und "Daily Mail" spekulieren, dass Alonso 2008 neben Kimi Räikkönen für Ferrari fahren könnte. "News of the World" will sogar schon von angeblichen 28 Millionen Euro Jahresgehalt erfahren haben.

Felipe Massa soll laut "Daily Mail" bereits in Verhandlungen mit Toyota stehen, für den Fall, dass Ferrari nicht mehr mit ihm plant.

Viele Konjunktive

Hintergrund der Spekulationen um Massa ist, dass Ferrari-Generaldirektor Jean Todt trotz Dementis möglicherweise von seinem Job als Rennleiter zurücktreten wird uns Massa dadurch seine Fürsprecher im Team verliert. Immerhin ist Todts Sohn Nicolas Massas Manager.

Könnte, sollte, müsste: Zurzeit umgeben noch unzählige Konjunktive die Personalie Alonso.

Fragt sich nur, wie lange noch?

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