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Eishockey

Söderholm bleibt Eishockey-Bundestrainer - Vertrag bis 2026

SID

Toni Söderholm bleibt Eishockey-Bundestrainer. Der Finne hat bis 2026 verlängert.

Chefcoach bei Adler Mannheim oder Assistent in der NHL in Florida? Nein, der umworbene Toni Söderholm bleibt doch Eishockey-Bundestrainer. "Jung, dynamisch, erfolgreich - er ist sehr begehrt", sagte DEB-Präsident Franz Reindl nach der Vertragsverlängerung mit dem Finnen dem SID, "umso mehr freuen wir uns, dass er die begonnene Reise fortsetzt."

Zu verbesserten finanziellen Konditionen unterschrieb der 43-Jährige ein neues Arbeitspapier bis 2026. "Wir wollen die nächsten Schritte mit dem deutschen Eishockey gehen", sagte Söderholm, der lange mit einem Wechsel ins Tagesgeschäft bei einem Klub geliebäugelt hatte.

Im Dezember 2018 überraschend als Nachfolger des Olympia-Silberschmieds Marco Sturm aus der Oberliga gekommen, führte der ehemalige Vizeweltmeister die deutsche Nationalmannschaft im vergangenen Jahr ins WM-Halbfinale und auf Platz fünf der Weltrangliste - ehe die Erfolgsserie mit dem frühen Olympia-Aus in Peking riss. Nächste Aufgabe ist die WM in seinem Heimatland (13. bis 29. Mai).

Lange hatte es so ausgesehen, als würde Söderholm den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) verlassen. Bei den Florida Panthers hatte er im Herbst hospitiert und Kontakte geknüpft, beim achtmaligen deutschen Meister Mannheim galt er als heißer Kandidat für die Nachfolge des gefeuerten Pavel Gross. "Er hat sich natürlich auf dem Markt umgesehen", sagte Reindl.

Söderholms Gehalt deutlich aufgestockt

Der Verband stockte das Gehalt des Finnen nach SID-Informationen deutlich auf. "Wir haben alles gemacht, was möglich ist, denn bei ihm weißt du, was du hast", erklärte Reindl und fügte an: "Auch er weiß, was er am deutschen Eishockey hat. Das ist eine Win-win-Situation."

Reindl, wegen seiner Doppelrolle als ehrenamtlicher Präsident und bezahlter Geschäftsführer einer Tochterfirma und möglichen Interessenskonflikten unter Druck geraten, macht damit dem DEB quasi ein Abschiedsgeschenk. Bei der Wahl auf der Mitgliederversammlung am 7. Mai tritt der Bronzemedaillengewinner von 1976 nach acht Jahren als Präsident und drei Jahrzehnten in diversen Funktionen im Verband nicht mehr an. Als möglicher Nachfolger ist Ex-Nationalspieler Andreas Niederberger im Gespräch.

Aus dem Präsidium zurückziehen werden sich auch Vizepräsident Berthold Wipfler, der für die Finanzen zuständig war, und Mannheims Klubboss Daniel Hopp, der die Deutsche Eishockey Liga (DEL) vertrat. Eine geplante Vorstellungsrunde der neuen Kandidaten per Videokonferenz Anfang der Woche wurde aber kurzfristig abgesagt.

DEB: "Causa Reindl" soll auf den Tisch

Vor der Mitgliederversammlung soll nach SID-Informationen die "Causa Reindl" auf den Tisch. Bislang hat der DEB das in Auftrag gegebene Gutachten der Kölner Kanzlei Verte noch nicht öffentlich vorgestellt, weil die Staatsanwaltschaft es im Rahmen ihrer Ermittlungen angefordert hatte. Das soll offenbar in Kürze nachgeholt werden.

Söderholm hatte im vergangenen Jahr, als eine mögliche Vertragsverlängerung erstmals Thema wurde, angedeutet, dass die Situation im Verband ihn auch beschäftige. Ausgewählt hatte ihn 2018 der damalige Sportdirektor Stefan Schaidnagel, der mit diversen Reformen den Grundstein für den sportlichen Aufschwung legte, später aber unter dubiosen Umständen gehen musste.

 

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