Eishockey

DEL: Weg zur Rettung der Krefeld Pinguine ist frei - Ponomarev gibt Anteile ab

SID
Michail Ponomarev ist zudem Investor beim KFC Uerdingen.
© getty

Der Weg zur Rettung des wirtschaftlich angeschlagenen Ex-Meisters Krefeld Pinguine ist frei. Der Streit mit Geldgeber Michail Ponomarev ist endlich gelöst.

Lange mussten die Krefeld Pinguine um ihre Existenz bangen, nun ist im Überlebenskampf die Rettung greifbar nah. Am Dienstag gab der wirtschaftlich angeschlagene frühere Eishockey-Meister bekannt, dass der Streit mit dem umstrittenen russischen Geldgeber Michail Ponomarev beendet ist - die Grundvoraussetzung für eine Zukunft des traditionsreichen Standorts in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Gegen 22.00 Uhr war am Montagabend ein riesiger Schritt zur Rettung gemacht: Ponomarew zog sich nach einem Notartermin aus dem Klub zurück, indem er seine Anteile, die er über die Firma Energy Consulting Europe hielt, an Mitgesellschafter Dirk Wellen übertrug. Geschäftsführer Matthias Roos hatte in der Vorwoche Ponomarevs Ausstieg als einzigen Ausweg aus der existenzbedrohenden Krise gefordert.

"Die letzten Wochen und Monate sind für die Krefeld Pinguine alles andere als einfach gewesen", sagte Roos nach der Einigung: "Nun werden wir kurzfristig für Liquidität sorgen, können die angestrebte Stammkapitalerhöhung noch diesen Monat umsetzen und eine Gesellschafterstruktur schaffen, die zukünftig für die Pinguine verantwortlich sein wird." Jürgen Arnold, Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrates, hofft indes, "dass nun eine Perspektive da ist, die es ermöglicht, auch in Zukunft in Krefeld DEL-Eishockey zu sehen."

Reindl: "Eishockey tief in der Stadt verwurzelt"

Die Angst vor dem unwiderruflichen Ende hatte den Traditionsstandort Krefeld monatelang in Atem gehalten. Hier wurde 1963 der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) gegründet, die Pinguine sind DEL-Gründungsmitglied und zweimaliger deutscher Meister (1952 und 2003) - entsprechend groß war die Solidarität.

"Krefeld ist für uns ein ganz wichtiger Standort mit einer großen Fanbasis, das Eishockey ist tief in der Stadt verwurzelt", sagte DEB-Präsident Franz Reindl dem SID. Das Krefelder Idol Christian Ehrhoff, Olympia-Silberheld von Pyeongchang, führte im November gar einen symbolischen Fanmarsch an. In einem offenen Brief an Ponomarew warb Ehrhoff zusammen mit anderen früheren Krefelder Eishockeygrößen zudem für Einsicht.

Hielt Ponomarev Zahlungszusagen nicht ein?

Nun ist der Weg für neue Investoren bereitet, die den vom finanziellen K.o. bedrohten Pinguinen neue Mittel zur Verfügung stellen sollen. Roos zufolge wollten neue Geldgeber nicht mit Ponomarev, der auch beim Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen als Investor fungiert, zusammenarbeiten. Und frische Mittel sind dringend nötig: Den Krefeldern fehlen 400.000 Euro, um eine Insolvenz abzuwenden. Insgesamt beläuft sich das Minus auf 1,1 Millionen Euro. Geplant ist eine Stammkapitalerhöhung um 750.000 Euro.

Laut Roos sei die Finanzkrise des Klubs erst entstanden, weil Ponomarev nach seinem Einstieg 2018 Zahlungszusagen nicht einhielt. Dies bestritt der Russe, doch schon in der Vorwoche kündigte er seinen Rückzug an. Die Rettung ist nun aber immer noch nicht vollbracht. "Da wir in der Saisonplanung drei Monate verloren haben, liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor uns", sagte Roos. Und die Zeit drängt: Bis zum 15. Februar muss bei der DEL der Lizenzantrag für die kommende Saison gestellt werden.

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