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Eishockey

Haie klauen dem Meister die Favoritenrolle

Von Cliff Schmit
Im Finale knapp unterlegen, unternehmen die Haie einen neuen Anlauf auf die Krone der Eisbären
© getty

Straubing Tigers: Die Vorbereitung der Tigers verlief genauso unspektakulär (5 Siege, 3 Niederlagen) wie die vergangene Saison, die man auf Platz neun abschloss. Während die Mannschaft von Kapitän Sandro Schönberger insgesamt einen homogenen Eindruck hinterließ, treibt vor allem die Offensive Coach Dan Ratushny Sorgenfalten auf die Stirn. Im Schlussdrittel fehlt es Straubing nämlich sowohl an Kreativität als auch an Abschlussstärke, so dass der Erfolg der anstehenden Saison mit großer Wahrscheinlichkeit eng mit dem Scoringpotenzial der Niederbayern verknüpft ist. Hinzukommt, dass man Schwierigkeiten hat über 60 Minuten eine konzentrierte Vorstellung abzuliefern.

Bei den Neuzugängen ist Jordan Hendry die erhoffte Verstärkung. Der 29-jährige Abwehrspieler, der 2010 mit den Blackhawks den Stanley Cup gewann, fällt zwar nicht großartig auf, verleiht der Defensive allerdings die nötige Stabilität. Eric Beaudoin, Sören Sturm, Thomas Brandl und Tobias Wörle zeigten bei den Testspielen allesamt gute Ansätze, verfügen jedoch noch über jede Menge Luft nach oben.

Grizzly Adams Wolfsburg: "Wir wollen das unangenehmste Team der Liga sein," gibt Trainer Pavel Gross die Marschroute für die anstehende Saison vor. Damit dies auch auf dem Eis so ist, müssen die Niedersaschen aber vor allem in der Defensive noch einen gehörigen Zahn zulegen. Obwohl sich Brett Palin als die erhoffte Verstärkung entpuppte, war die Abwehr in den neun Testspielen die große Schwachstelle der Grizzlies. Zwischenzeitlich kassierte der Zehnte der letzte DEL-Saison vier Gegentreffer im Schnitt.

An mangelnder Eingespieltheit kann die Defensivschwäche jedoch nicht liegen. Lediglich fünf Neuzugänge musste Gross in der Sommerpause einbauen. Im Fokus steht dabei in erster Linie Marco Rosa. Der 31-jährige Kanadier soll im Idealfall die 43 Scorerpunkte von Kai Hospelt vergessen machen, den es zu den Adlern aus Mannheim zog.

Düsseldorfer EG: Die DEG steht erneut vor einer mehr als kniffligen Saison. Neben den anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten, musste der Traditionsverein in der Vorbereitung nämlich eine wahre Hiobsbotschaft verkraften. Mit Stürmer Ashton Rome fällt der beste Angreifer des Teams aufgrund einer Knochenabsplitterung in der Schulter für die gesamte Spielzeit aus.

Tote Hosen retten die DEG-Saison

Neuzugang Ken Andre Olimb wusste in den Testspielen zwar im Sturm zu gefallen, Düsseldorf ist dennoch weiterhin händeringend auf der Suche nach einem Ersatz für Rome. Angesichts der Offensivprobleme, vor allem im Umschaltspiel, wird es somit mehr denn je auf die Abwehr der Rheinländer ankommen.

Hoffnung macht in dieser Hinsicht das starke Goalie-Duo Bobby Goepfert und Stefan Ridderwall. Nichtsdestotrotz wäre alles andere als eine weitere Saison im Tabellenkeller eine riesengroße Überraschung. Zu berechenbar das Angriffsspiel der DEG, zu unerfahren die vielen jungen Talente im dünnen Kader.

Schwenninger Wild Wings: Nach zehn Jahren Abwesenheit stellen die Schwenninger Wild Wings wieder ein DEL-Team. Da es sportlich mit dem Aufstieg nicht so ganz hingehauen hatte, wurde kurzfristig die Lizenz der Hannover Scorpions übernommen. Die Sommerpause des Traditionsklubs gestaltete sich verständlicherweise recht chaotisch. Innerhalb kürzester Zeit galt es nicht weniger als fünfzehn Neuzugänge zu integrieren. Mit Dimitri Pätzold, Sascha Goc, Stephan Wilhelm und Morten Green kamen immerhin vier Spieler aus Hannover mit in den Schwarzwald.

Angesichts der zahlreichen Neuzugänge ist es daher auch nicht weiter verwunderlich, dass die Vorbereitungsphase relativ holprig verlief. Obwohl zuletzt einige Fortschritte zu erkennen waren, ist die Mannschaft immer noch auf der Suche nach der richtigen Balance. Alles in allem stehen die Wild Wings vor einer brutalen Saison, wie konkurrenzfähig das Team von Stefan Mair wirklich ist, muss sich erst noch zeigen.

An der richtigen Einstellung mangelt es aber sicherlich nicht, wie der 46-Jährige zu verstehen gibt: "Schwenningen ist noch immer ein Team gewesen, das sich durch Einsatz und Leidenschaft definiert. Diese Tugenden müssen wir nach unserer DEL-Rückkehr an den Tag legen. Gelingt uns dies und wächst die Mannschaft noch mehr zusammen, können wir die Top-Teams ärgern."

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Seite 3: Die Kellerkinder: Straubing bis Schwenningen

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