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Eishockey

Sensation! Schweiz zieht ins Finale ein

Von Martin Jahns
Nino Niederreiter bringt die Schweiz gegen die USA in Führung - Gibson ohne Chance
© getty

Das Schweizer Eishockey-Wunder geht weiter! In ihrem ersten WM-Halbfinale seit 1998 haben die Eidgenossen die USA hochverdient mit 3:0 besiegt. Im Finale trifft das Team von Sean Simpson am Sonntag im Stockholmer Globen auf Gastgeber Schweden.

Schweiz - USA 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

Tore: 1:0 Niederreiter (30:01), 2:0 Walker (50:11), 3:0 Suri (59:41)

Strafen: 2:4

Unglaublich! Auch im Halbfinale bleibt die Schweiz das einzig ungeschlagene Team der WM. Über die volle Spielzeit hatte das Team von Headcoach Sean Simpson die Amerikaner dank einer sensationellen spielerischen und kämpferischen Leistung im Griff.

Von Beginn an starteten die Eidgenossen stürmisch. Schon in der ersten Minute rettete bei einem Schuss von Julian Walker die Latte für die USA, die im Viertelfinale Topfavorit Russland ausgeschaltet haben. 7:1 Torschüsse nach den ersten fünf Minuten stehen stellvertretend für den furiosen Sturmlauf der Schweizer, am Ende des ersten Drittels waren es sogar stattliche 19 auf Seiten der Eidgenossen. Der einzige Vorwurf, den man ihnen machen konnte, war die mangelnde Chancenverwertung.

Besser machten sie es nach einer halben Stunde, als Nino Niederreiter vom AHL-Team Bridgeport Sound Tigers das längst überfällige 1:0 erzielte. Aaron Palushaj (Colorado Avalanche) verlor kurz vor der eigenen Zone den Puck an Martin Plüss, der quer auf Niederreiter legte. An dessen Schuss war Goalie John Gibson zwar mit der Fanghand dran, die Scheibe schlug dennoch im US-Tor ein.

Auch im Schlussdrittel behielten die Außenseiter die Kontrolle über die Partie. Gegen die aggressiv forecheckenden Schweizer fanden die US-Boys offensiv kaum Mittel, um selbst auf die Anzeigetafel zu kommen. So sorgte Julian Walker knapp zehn Minuten vor Schluss für das längst überfällige 2:0, als er nach einem Pass von Simon Moser frei durch war und den Puck an Gibson vorbei ins rechte Eck zimmerte.

Per Empty-Netter machte dann Reto Suri 19 Sekunden vor Schluss alles klar. Damit steht die Schweiz zum zweiten Mal nach 1935 in einem WM-Finale. Damals verlor die Alpenrepublik gegen Kanada. Jetzt, 78 Jahre später, geht es gegen die Schweden, die Co-Gastgeber Finnland im ersten Halbfinale ebenfalls mit 3:0 bezwangen.

Finnland - Schweden 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

Tore: 0:1 Eriksson (10:33/PP), 0:2 Eriksson (36:13/PP), 0:3 H. Sedin (59:27)

Strafen: 4:2

Die größte Chance der Anfangsphase hatte Finnland nach sechs Minuten, doch Niklas Hagman, der in der russischen KHL sein Geld verdient, schob einen Rebound vor dem offenen Tor knapp am linken Pfosten vorbei.

In Überzahl machten dann die Schweden in der 11. Minute mit ein bisschen Glück das 1:0 durch Loui Eriksson, der einen Schuss von Henrik Sedin mit dem Knie ins lange Eck abfälschte.

Am Ende des ersten Drittels zeigten sich die Schweden einmal mehr als beste Power-Play-Killer der WM, als sie vier Minuten in Unterzahl am Stück gegen die erste Reihe der Finnen bravourös verteidigten.

Schweden blieb auch im zweiten Drittel das spielerisch bessere Team. Der Weltmeister von 2011 hielt mit körperlichem Spiel dagegen, versuchte die Scheibe tief zu spielen und die Schweden dann in der eigenen Zone unter Druck zu setzen. Aber die Tre Kronor blieben stabil, sodass sich beide Teams im Mitteldrittel neutralisierten.

Dann sorgte erneut ein schwedisches Überzahlspiel für einen Wachmacher: Finnland ließ Henrik Sedin hinter dem Tor viel zu viel Zeit. Der Angreifer der Vancouver Canucks wartete, bis sich Eriksson in Position gelaufen hatte und spielte dann den perfekt getimten Pass zentral vor das Tor, wo sich der Stürmer der Dallas Stars nicht zweimal bitten ließ und die Scheibe zu seinem vierten Turniertreffer ins linke Eck legte.

Im Schlussdrittel machten die Finnen mehr Druck, doch die Schweden standen hinten diszipliniert und sorgten vorne immer wieder für Entlastung. So hatte der finnische Goalie Antti Raanta Glück, als er zwölf Minuten vor Schluss die auf der Torlinie liegende Scheibe nicht selbst mit dem Schoner ins eigene Netz schob.

Als Finnland zum Schluss den Goalie vom Eis nahm, sorgte schließlich Henrik Sedin per Empty-Netter für die endgültige Entscheidung.

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