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Eishockey

Schweden ist Weltmeister - Schweiz ohne Wunder

Von Martin Jahns
Die hohen Erwartungen im eigenen Land erfüllt: Schweden ist Weltmeister 2013
© getty

Mit einem verdienten 5:1-Erfolg gegen die Schweiz hat sich Schweden in Stockholm seinen neunten Weltmeistertitel gesichert. Gegen die Überraschungsmannschaft des Turniers, die ihre erste Niederlage hinnehmen musste, war der zweifache Torschütze Henrik Sedin im Endspiel der überragende Mann auf dem Eis.

Schweiz - Schweden 1:5 (1:2, 0:0, 0:3)

Tore: 1:0 Josi (4:45), 1:1 Gustafsson (8:42), 1:2 H. Sedin (11:38/PP), 1:3 Hjalmarsson (47:13), 1:4 Eriksson (55:37), 1:5 H. Sedin (56:36/UZ)

Strafen: 4:3

In der Vorrunde konnte die Schweiz den Gastgeber noch mit 3:2 bezwingen, doch nicht zuletzt dank der von den Vancouver Canucks nachgereisten Sedin-Zwillinge ließen die Hausherren sich diesmal nicht überrumpeln. Dabei begannen die Schweizer wie schon im Halbfinale gegen die USA furios. Mit viel Selbstvertrauen und forschem Forechecking hielten sie die Tre Kronor gut vom eigenen Tor weg und machten selbst mit schnellem Offensivspiel eine Menge Druck.

USA gewinnen Shootout-Krimi um Bronze

Belohnt haben sich die Schweizer in Person von Nashville-Profi Roman Josi. Der WM-MVP skatete nach knapp fünf Minuten mit der Scheibe am Stock durch die schwedische Zone und schob den Puck schließlich durch die Beine von Schwedens Goalie Jhonas Enroth zum 1:0 für die bis zum Finale noch unbesiegten Außenseiter ein. Unglaubliche 8:0 Torschüsse hatten die Eidgenossen da auf dem Konto.

Schweden kaltschnäuzig

Doch die Schweden schlugen eiskalt zurück: Verteidiger Erik Gustafsson von den Philadelphia Flyers markierte per Abstauber nach einem Schuss von Fredrik Pettersson sein erstes WM-Tor.

Roman Josi zum Turnier-MVP gewählt

Mit dem ersten Powerplay des Spiels nach einer 2+10-Strafe für Andres Anbühl rückte Henrik Sedin die Kräfteverhältnisse endgültig zurecht: Am zweiten Pfosten setzte er sich gegen Josi durch und schob die Scheibe zum 2:1 ein, bei dem es bis zur Sirene blieb.

Henrik Sedin überragend

Im zweiten Drittel kamen die Schweden bedeutend besser aus den Startlöchern: Eisläuferisch und im Körperspiel kauften die Skandinavier den sichtlich beeindruckten Eidgenossen zunehmend den Schneid ab. Vor allem gegen den robusten Henrik Sedin fanden die Schweizer keine Mittel mehr.

Erst mit ihrem ersten Überzahlspiel und nach einer wütenden Ansprache von Head Coach Sean Simpson wurden die Schweizer wieder gefährlicher, ein Treffer wollte jedoch auch im zweiten Drittel nicht gelingen.

Krasse Fehlentscheidung

Im Schlussabschnitt profitierten die Schweden schließlich von einem eigentlich irregulären Treffer, den die Unparteiischen jedoch gaben: Gabriel Landeskog knöpfte der Schweizer Verteidigung die Scheibe kurz hinter der blauen Linie ab und holte sie zu sich in die gegnerische Zone heran - klares Abseits, das die Referees jedoch nicht ahndeten. Per Rebound stocherte Simon Hjalmarsson den Puck schließlich zum 3:1 ins Tor.

Die Schweizer stemmten sich in der Schlussphase mit allen Kräften gegen die Niederlage, doch die unangenehme schwedische Defense stand wie schon im Halbfinale gegen die forecheckenden Finnen sicher. Für die Entscheidung sorgte dann Loui Eriksson mit seinem fünften Turniertor, als er knapp fünf Minuten vor Schluss einen Schuss von Henrik Sedin mit dem Schlittschuh zum 4:1 ins Tor lenkte.

Entscheidung auf das leere Tor

Die Schweizer gingen dann noch einmal volles Risiko und nahmen bei eigener Überzahl Goalie Martin Gerber aus dem Tor, doch Henrik Sedin bestrafte das sofort und sorgte aus der eigenen Zone mit einem Empty-Netter für den 5:1-Endstand.

Die Schweiz startete großartig in die Partie, doch ab der zehnten Minute hielten die Schweden besser dagegen, standen enger am Mann und gewannen das Finale am Ende hochverdient. Die Tre Kronor beendeten damit eine dunkle Gastgeber-Serie: Das erste Mal seit der UdSSR 1986 gewann der Gastgeber ein WM-Turnier. Die Schweizer verpassten hingegen ihren ersten WM-Titel, wurden aber für ihr großartiges Turnier mit der ersten WM-Medaille seit 60 Jahren belohnt.

Sie wollten aber Gold. "Diese Niederlage ist absolut unnötig. Der Puck ist nicht für uns gelaufen. Wir haben teilweise die Ruhe verloren", meinte Gerber. Und Reto Suri wurde nach dem Spiel noch deutlicher: "Wir müssen ganz klar sagen, dass wir Gold verloren haben. Die Enttäuschung ist riesig."

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