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Eishockey

Sensation: Russland verliert gegen Frankreich

SID
Die Stars der Sbornaja scheiterten immer wieder am überragenden Florian Hardy der Franzosen
© getty

Frankreich ist die erste Sensation der WM 2013 gelungen. Die Franzosen schlugen den Top-Favoriten Russland nach Rückstand mit 2:1. Die Kanadier haben mit einem klaren Sieg gegen Schweden ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Tschechien bezwingt Dänemark knapp nach Penaltyschießen, Slowakei verliert.

Gruppe H

Russland - Frankreich 1:2 (0:0, 1:2, 0:0)

Tore: 1:0 Pereschogin (23:57), 1:1 Fleury (29:52), 1:2 Roussel (36:48)

Strafen: 2:3

Ausgerechnet gegen den krassen Außenseiter Frankreich ist die WM-Siegesserie des Rekordweltmeisters Russland gerissen. Der Titelverteidiger ging bei der Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland nach dem überraschenden 1:2 gegen den letztjährigen WM-Neunten erstmals seit dem kleinen Finale 2011 wieder als Verlierer vom Eis. Dazwischen hatte die Sbornaja 13 WM-Spiele gewonnen.

Frankreich verdrängte mit seinem zweiten Erfolg in der Vorrundengruppe B in Helsinki die deutsche Mannschaft vom fünften Tabellenplatz. Die Equipe tricolore wahrte damit ihre Chance, erstmals seit 1995 wieder unter die Top Acht vorzustoßen.

Damien Fleury (30.) und Antoine Roussel (37.) erzielten die Tore zum ersten französischen Sieg in der WM-Geschichte gegen den 26-maligen Weltmeister. Die Franzosen hatten zuvor bereits gegen Österreich 3:1 gewonnen und sind am kommenden Dienstag letzter Vorrundengegner der DEB-Auswahl.

Die Sbornaja um Superstar Ilja Kowaltschuk war durch Alexander Pereschogin (27.) in Führung gegangen. 15 Sekunden zuvor hatte Alexander Radulow einen Penalty verschossen. Matchwinner für Frankreich war ausgerechnet der dritte Torwart Florian Hardy, der 28 von 29 Schüssen abwehrte.

Slowakei - Lettland 3:5 (1:3, 1:1, 1:1)

Tore: 0:1 Cipulis (00:15), 1:1 Zaborsky (01:23), 1:2 Darzins (13:00), 1:3 Girgensons (17:24), 2:3 Surovy (36:09), 2:4 Darzins (38:50), 2:5 Darzins (40:25), 3:5 Vydareny (59:38)

Strafen: 7:4

Den Letten ist beim Vorrundenspiel der Gruppe H der Eishockey-Weltmeisterschaft ein Überraschungscoup gelungen. Die Cracks von Coach Ted Nolan bezwangen Vizeweltmeister Slowakei mit 5:3. Entscheidender Mann der Letten war Left Wing Lauris Darzins mit drei Treffern.

Das Spiel nahm früh Fahrt auf: Kaum war die Partei freigegeben, brachte Martins Cipulis die Letten in Führung. Nur eine Minute später die Antwort der Slowaken: Auf Vorlage von Roman Kukumberg und Michel Miklik gelang Tomas Zaborsky der Ausgleich. Lauris Darzins und Zemgos Girgensons sorgten schließlich für die 3:1-Führung Lettlands nach dem ersten Drittel.

Der zweite Abschnitt ging bei Weitem nicht so schwungvoll los wie der erste. Nachdem der Großteil der Zeit relativ ereignisarm vor sich hinplätscherte, glückte Tomas Surovy mit einem Distanzschuss der Anschlusstreffer für die Slowaken. Doch fast postwendend stellte Darzins nach einer Einzelaktion den alten Abstand wieder her.

Eben jener Spieler sorgte zu Beginn des letzten Drittels dann mit einem Abstaubertor zum 5:2 für die Vorentscheidung. Der Treffer von Rene Vydareny kurz vor Schluss blieb letztlich nur Ergebniskosmetik.

Nach dem Sieg steht Lettland (drei Punkte) zwar noch immer am Tabellenende der Gruppe H, hat aber punktetechnisch zu Österreich aufgeschlossen. Die Slowaken haben mit sechs Zählern weiterhin alle Chancen auf das Viertelfinale.

Gruppe S

Kanada - Schweden 3:0 (1:0, 2:0, 0:0)

Tore: 1:0 Stamkos (08:56), 2:0 Schenn (20:55), 3:0 Staal (33:00)

Strafen: 4:4

Schweden hat den Kracher gegen die Kanadier überraschend klar mit 0:3 verloren. Gegen die Ahornblätter waren die Gastgeber zu keinem Zeitpunkt wirklich konkurrenzfähig.

Die Skandinavier hatten im ersten Drittel so ihre liebe Müh und Not und kassierten in Unterzahl das 0:1 durch Steven Stamkos. Knapp fünf Minuten vor der Drittelpause rettete Goalie Jhonas Enroth gegen den freien Matt Duchene, zwei Minuten später musste Enroth erneut mit einer Glanzparade per Fanghand eingreifen. Starkes Forechecking und blitzschnelle Angriffe überforderten die Gastgeber, die mit dem knappen Rückstand mehr als zufrieden sein mussten.

Im zweiten Drittel bot sich das gleiche Bild: Nur 55 Sekunden brauchten die Nordamerikaner für den nächsten Treffer: Nach einem Gegenangriff legte Matt Read für Luke Schenn auf, der von halbrechts mit einem platzierten Schuss in den rechten Winkel erfolgreich war.

Erst danach konnten die Tre Kronor das Spiel offener gestalten. Trotzdem blieben die besseren Tormöglichkeiten auf Seiten der Kanadier - auch, weil die Schweden ihr Powerplay Mitte der zweiten Hälfte schlecht ausspielten. Kaum waren die Kanadier wieder komplett, schlugen sie erneut eiskalt zu. Jordan Staal, wegen Beinstellens gerade von der Strafbank gekommen, traf nach Pass von Ryan O'Reilly zum 3:0.

Die Schweden waren wieder völlig von der Rolle und hätten wenig später fast das 0:4 kassiert, aber Enroth rettete klasse gegen Staal. Der schwedische Goalie war in dieser Phase der einzige, der überhaupt Normalform erreichte.

Im letzten Drittel kamen die Schweden druckvoll aus der Kabine, aber das Tor von Kanadas Goalie Mike Smith blieb wie vernagelt. Nach einer guten Anfangsphase plätscherte das Spiel dann nur noch vor sich hin: Die Schweden konnten nicht, die Gäste wollten gaben sich mit dem 3:0 zufrieden.

Dabei blieb es am Ende dann auch. Durch den Sieg ziehen die Kanadier mit nunmehr zehn Punkten an den Schweden vorbei und belegen jetzt Platz zwei der Gruppe. Die Schweden hoffen dagegen auf die Verstärkung durch mehrere NHL-Stars: Unter anderem haben sich die Sedin-Zwillinge angekündigt.

Tschechien - Dänemark 2:1 nach Penaltyschießen (0:0, 0:0, 1:1, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 Michalek (45:53), 1:1 Poulsen (55:55)

Strafen: 3:7

Tschechien hat sich in der Gruppe S knapp mit 2:1 nach Penaltyschießen gegen Dänemark durchgesetzt. Nach 60 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Matchwinner war Zbynek Irgl mit zwei Treffern im Shootout.

In den ersten zwei Dritteln gab es für die Zuschauer in Stockholm keine Tore zu bewundern, die Tschechen war überlegen konnten die Defensive der Dänen aber nicht knacken.

Es dauerte über 43 Minuten, dann ging der Favorit durch einen Schlagschuss von Zbynek Michalek in Führung. Aber die Dänen hielten dagegen: Vier Minuten vor dem Ende traf Morten Poulsen nach schönem Pass von Kim Staal zum 1:1-Ausgleich. Dabei bleib es nach 60 regulären Minuten.

In der Overtime gab es nach zwei Minuten eine Strafe gegen den Dänen Jesper Jensen wegen Beinstellen. Mit drei gegen vier hielten sie die Scheibe gut vom eigenen Tor weg, vor allem mit Fernschüssen wollten die Tschechen die Entscheidung erzwingen. Es reichte aber nicht: Penalties!

Und auch im Eins-gegen-Eins gegen die Torhüter machten die Teams es lange spannend. Nach jeweils fünf Penalties war immer noch alles ausgeglichen. Aber dann machte Irgl mit seinem zweiten Treffer gegen Goalie Nielsen alles klar. Auf der Gegenseite hielt Jakobsen gegen Pavelec, das Spiel war entschieden.

Die Ergebnisse der WM im Überblick

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