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Eishockey

NHL-Star Hecht fragllich

Von SPOX
Jochen Hecht (l.) machte 1998 für St. Louis sein erstes Spiel in der NHL
© Getty

Sportlich ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft für die WM bestens gerüstet, doch ausgerechnet ihr NHL-Star Jochen Hecht bereitet Sorgen: Der Stürmer der Buffalo Sabres wartet noch auf Grünes Licht von der Nationalen Anti-Doping-Agentur.

"Wir haben die Zusage des Spielers, die Zustimmung seines Klubs, die Versicherungsfrage ist geklärt, die Anreise geregelt. Es fehlt nur noch die endgültige Freigabe der NADA", sagte Bundestrainer Uwe Krupp nach dem überzeugenden 7: 2-Sieg bei der WM-Generalprobe gegen Dänemark.

Hecht, der zuletzt bei der WM 2005 für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) gespielt hatte, gehört nicht zum NADA-Testpool. "Er hatte die Athletenvereinbarung nicht unterschrieben - auf Anraten der Spielergewerkschaft NHLPA", sagte DEB-Generalsekretär Franz Reindl.

DEB-Präsident Harnos optimistisch

"Wir haben jetzt einen Ausnahmeantrag gestellt, weil er vor einer Woche nach dem NHL-Vorrundenaus mit Buffalo doch unterschrieben hat", so Reindl weiter.

In Buffalo unterzog sich der 31-Jährige einer Doping-Kontrolle. "Die Probe wird im sogenannten beschleunigten Verfahren sofort im Labor ausgewertet", berichtete DEB-Präsident Uwe Harnos: "Ich bin optimistisch. Die NADA prüft wohlwollend."

Sollte bis Dienstag keine Zustimmung der NADA vorliegen, will der DEB bei der am Freitag beginnenden WM in der Schweiz auf Hecht verzichten.

Müller und Kink in der Hinterhand

Für diesen Fall hat Krupp vorgesorgt: Der Kölner Marcel Müller und der Mannheimer Marcus Kink stehen auf Abruf bereit. "Einer von beiden rückt dann ins Team", sagte der Bundestrainer.

Erhält Hecht rechtzeitig Grünes Licht, fliegt er am Mittwoch nach Bern, wo die deutsche Mannschaft am Freitag ihr Auftaktspiel gegen Weltmeister Russland bestreitet.

Bereits einen Tag eher treffen die anderen Spieler in der Schweizer Hauptstadt ein. Zu ihnen gehören die Berliner Sven Felski, Andre Rankel und Frank Hördler sowie der Düsseldorfer Daniel Kreutzer, die Krupp ebenso in den 25-köpfigen Kader berief wie NHL-Verteidiger Christoph Schubert (Ottawa Senators).

Ancicka, Maurer und Greilinger nicht dabei

Streichen musste er dafür Abwehrspieler Martin Ancicka (Nürnberg Ice Tigers) und die Stürmer Ulrich Maurer (Augsburger Panther) und Thomas Greilinger (ERC Ingolstadt), der sich im vorletzten Test beim 3:0 gegen Dänemark am vergangenen Donnerstag eine Schultereckgelenksprengung zugezogen hatte.

"Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, denn alle haben in der Vorbereitung hart gearbeitet, mit hoher Schlagzahl trainiert und in den Spielen alles aus sich herausgeholt", sagte Krupp.

Michael Wolf mit Dreierpack

Das Ergebnis dieser harten Arbeit präsentierte die DEB-Auswahl am Samstag in Memmingen gegen die Dänen. Angeführt vom dreifachen Torschützen Michael Wolf (18., 21. und 42.), der seinen ersten Dreierpack in der Nationalmannschaft feierte, bot sie "die beste Leistung in der Vorbereitung", wie Krupp meinte, und weckte Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM.

"Wir haben eine sehr junge und sehr laufstarke Truppe", sagte der Iserlohner Torjäger: "Die letzten Ergebnisse geben Selbstvertrauen. Wir wollen uns bei der WM nach oben spielen."

Krupp: "Viertelfinale möglich"

Das Viertelfinale haben die Spieler nach den Plätzen neun und zehn bei den letzten beiden WM-Turnieren ins Auge gefasst. "Das ist sicherlich eine Sache, die für uns möglich ist", sagte Krupp, "aber dann müssen wir sehr, sehr gutes Eishockey spielen und nicht nur gewinnen, sondern auch die richtigen Spiele gewinnen."

Zuletzt hatte die DEB-Auswahl zwar jeweils einen der Großen geschlagen (2007 2:0 gegen Tschechien, 2008 4:2 gegen die Slowakei), aber dennoch das Viertelfinale verpasst.

Zum Abschluss der Vorbereitung spielte die deutsche Mannschaft die Dänen, von denen sie bei der WM 2005 noch in die Zweitklassigkeit geschickt worden war (2:3), regelrecht an die Wand. Der Kölner Moritz Müller (30.), Kink (30.), der Tölzer Travis James Mulock (46.) und der Wolfsburger Kai Hospelt (55.) erzielten die weiteren Tore zum höchsten Sieg gegen den WM-Zwölften von 2008 und zum vierten Erfolg im sechsten Vorbereitungsspiel.

Der WM-Spielplan

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