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Regel-Revolution im Fußball? FIFA beendet Spekulationen über 100 Minuten Spielzeit schnell

Von SPOX
Gianni Infantino.

Anfang April machten Spekulationen über eine angeblich geplante Änderung der Dauer von Fußballspielen in den Medien die Runde - ein Match sollte künftig 100 Minuten Spielzeit haben. Diese Meldung sorgte international für Wirbel, doch das Dementi kam schn

Diese Meldung sorgte international für Wirbel, doch das Dementi kam schnell. Die FIFA hat klargestellt, dass es weder bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar noch bei anderen Wettbewerben Änderungen an den Regeln für die Dauer von Fußballspielen geben wird.

Auch wenn die FIFA die Schlagzeile gleich dementierte, hat sie viele Debatten in der Fußballwelt angeheizt. Gerade das bei der Champions League gerne praktizierte Zeitspiel wurde in vielen Foren und auf Social Media heiß diskutiert. Einige Fußballfans waren der Meinung, dass 100 Minuten Spielzeit der bewussten Spielverzögerung Abhilfe schaffen könnten. Immerhin geht es bei den großen europäischen Wettbewerben ab der K.o.-Runde meist in knappen Partien um Prestige und nicht zuletzt Geld.

Zeitspiel ist dabei Gang und Gäbe, wie auch der FC Bayern München im Rückspiel gegen Villarreal erfahren musste. Bereits früh ging der ein oder andere gegnerische Spieler zu Boden, blieb länger liegen als es nötig gewesen wäre. Am Schluss reichte es für das gelbe U-Boot, das bei den Experten seit mehreren Spielen die Rolle des Underdogs innehatte. So sahen die Buchmacher bei bet365 Sportwetten schon gegen Juventus Turin ein Weiterkommen der Italiener als wahrscheinlicher an.

Doch die Mannschaft von Unai Emery gewann hochverdient im Achtelfinale und auch nun gegen Bayern geht das Vorrücken ins Halbfinale durchaus in Ordnung. Besonders in diesen Partien, wäre eine längere Spielzeit hochinteressant, beträgt die reine Spielzeit - also mit dem Ball tatsächlich im aktiven Spielbetrieb - häufig unter 60 Minuten. Doch während es in den Finalrunden der internationalen Wettbewerbe recht deutlich auffällt, muss über die Sinnhaftigkeit einer solchen Regelung während einer kompletten Saison diskutiert werden.

Gerüchte machen die Runde

Doch woher kamen diese Gerüchte zu den 100 Minuten? Die italienische Zeitung Corriere dello Sport berichtete Anfang April, dass es Pläne gebe, die Spielzeit von Fußballspielen von 90 auf 100 Minuten zu verlängern. Die Sportzeitung schrieb, dass diese Idee direkt vom FIFA-Boss Gianni Infantino stamme. Laut dem italienischen Medium soll sich Infantino mit dem Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission Pierluigi Collina getroffen haben, um die Durchsetzung der Idee zu besprechen.

Infantino hatte bei seinen Überlegungen eine Untersuchung der effektiven Spielzeit im Blickfeld: Zuschauer und TV-Sender würden für 90 Minuten und nicht für 50 Minuten tatsächliche Spielzeit bezahlen. Laut Corriere dello Sport pocht die FIFA angeblich darauf, dass bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Katar die effektive Spielzeit einer Partie ausgedehnt wird. Schnell machte dann das Gerücht die Runde, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino die Spielzeit von 90 auf 100 Minuten erweitern will.

Die FIFA reagierte schnell und stellte klar, dass es weder bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022, noch bei anderen Wettbewerben Änderungen an den Regeln für die Dauer von Fußballspielen geben wird. Zudem ist eine Ausdehnung der Spielzeit nicht einfach so möglich. Es braucht dafür nicht nur die FIFA, sondern auch das International Football Association Board (IFAB). Ohne Grünes Licht der IFAB sind Regeländerungen nicht möglich. Fakt zur Spielzeit ist laut einer Untersuchung des CIES Football Observatory mit Sitz in Neuchatel jedoch: Der Ball rollt in der Champions League effektiv nur in 60,2 Prozent der Zeit.

Trotzdem Verlängerung der Spielzeit bei der WM?

Laut dem Bericht im Corriere dello Sport kann Infantinos Wunsch bei der WM dennoch zum Tragen kommen. Durch die ganzen Unterbrechungen während des Spiels ist es möglich, die Nachspielzeit entsprechend zu verlängern. So könnte man auch bei der Weltmeisterschaft in Katar tatsächlich auf 100 Minuten theoretische Spielzeit kommen. Bei Großturnieren oder bei der Champions League war das in der Vergangenheit schon häufiger der Fall. Nicht zuletzt als eine Konsequenz des Zeitspiels.

Bis zu den U19 Mannschaften, also der A-Junioren, beträgt die Spielzeit stets zweimal 45 Minuten. Spielt die U16 und U17 pro Halbzeit mit 40 Minuten, sind es bei den darunter folgenden Jahrgängen jeweils fünf Minuten pro Spielhälfte weniger.

Da es bereits in der Vergangenheit Diskussionen über die reine Spielzeit gab, könnte es zu einer Testphase kommen, um ein mögliches Stoppen der genauen aktiven Zeit zu implementieren. Auf der ganz großen Bühne wird sich vorerst allerdings nichts ändern, der Grundstein zur Diskussion ist allerdings gelegt.

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