Tennis

Australian Open Saison 2020

Australian Open - Halbfinale

Melbourne, Australien20.01.2020 - 02.02.2020
A. Barty
[1]
Match beendet
 
S. Kenin
[14]
A. Barty
S. Kenin
 
1. Satz
2. Satz
66
5
78
7
Rod Laver Arena | Halbfinale
Spielzeit: 01:48 h
Letzte Aktualisierung: 18:52:23
Barty
Kenin
Ende
 
Dort trifft sie entweder auf Simona Halep oder Garbine Muguruza, die ihr Halbfinale in wenigen Minuten beginnen. So oder so, wird sie als Außenseiterin antreten. Dass sie damit umgehen kann, hat sie heute bewiesen. Schnell rüber - bis gleich!
Ausblick
 
Da werden mit Sicherheit ein paar Tränen fließen bei Barty. Gegen eine, bei allem Respekt vor der verdienten Finalistin, nicht überragende Gegnerin hat sie ihr erstes mögliches Finale bei einem Heimspiel verschenkt, weil sie nicht befreit war, ihre Coolness und Souveränität, die sie sonst ausstrahlt, ausgerechnet an diesem Tag verloren hat. Stattdessen darf Kenin den größten Erfolg ihrer Karriere feiern und sich auf Samstag freuen.
Fazit
 
Glückwunsch an Kenin, die die Barty-Party crasht und eine ratlose, konsternierte Rod Laver Arena zurücklässt mit vielen fragenden Gesichtern. Kenin gewinnt ein komisches Spiel, auf dem Grand-Slam-Halbfinale zwar drauf stand, aber nicht drin war. Viel zu viele Fehler haben beide gemacht. Das Momentum schlug zwar ab und an etwas hin und her, ein richtiger Fight entwickelte sich aber nicht, obwohl beide Sätze ja durchaus eng waren. Am Ende bleiben Bartys vier vergeben Satzbälle, jeweils zwei pro Satz, stehen. Und Kenin ihrerseits nutzte ihre wenigen Chancen konsequent.
6:7, 5:7
Selbes Spiel wie beim ersten Matchball - doch diesmal mit dem anderen und damit entscheidenden Ausgang. Kenin traut sich die Vorhand cross und öffnet damit das Feld, Barty streckt sich vergeblich, retourniert ins Aus. Und verpasst völlig überraschend das Finale der Australian Open.
6:7, 5:6
 
Huiuiui, und ausgerechnet jetzt entwickelt sich die längste Rally des Spiels. Nicht, weil es hochklassig ist. Sondern weil die pure Angst umgeht. Ganz viel Slice von Barty, ganz viel auf den Fehler warten von Kenin. Doch der kommt nicht, stattdessen der Vorhandwinner cross.
6:7, 5:6
 
Nix Befreiung. Zwei Matchbälle für Kenin nach dem einfachen Barty-Fehler.
6:7, 5:6
 
Der Befreiungswinner? Mal sehen. Auf jeden Fall eine gute, unerreichbare Vorhand cross zum 15:30.
6:7, 5:6
 
Mit der Vorhand cross stellt Kenin auf 0:30. Die Schlinge zieht sich zu.
6:7, 5:6
 
Erster Doppelfehler Barty in diesem Match. Kein so gutes Timing gewählt.
6:7, 5:6
 
Zu Null stellt Kenin auf 6:5. Maximaler Druck jetzt für Barty.
6:7, 5:5
 
Toller Rückhandwinner von Kenin. Die 21-Jährige wittert den Finaleinzug und hat kein Problem damit, gegen eine schweigende Arena anzutreten. Ihre eigenen "Come on!" und aufmunternde Blicke des Vaters in der Box reichen, um sich zu pushen.
6:7, 5:5
 
Einfacher Vorhandfehler Barty, dann der Returnfehler. 13 Menschen klatschen. Der Rest ist eher entsetzt.
6:7, 5:5
 
Und den nutzt sie, ohne dass sie etwas dafür kann. Was für ein Fehler von Barty. Bei einem Mondball hat sie alle Zeit der Welt, umläuft wie immer die Rückhand. Doch am Netz semmelt sie sie rigoros - ins Netz.
6:7, 5:4
 
Noch ein Breakball, weil Barty zwar ans Netz geht, aber viel zu spät startet und dann auf verlorenem Posten steht. Kenin packt den Rückhand-Passierball aus und holt sich ihren zweiten Breakball.
6:7, 5:4
 
Den Return in die Rückhandecke zu spielen, ist natürlich die einzig richtige Entscheidung. Ihn Zentimeter hinter die Grundlinie zu setzen, dann eher unglücklich. Einstand.
6:7, 5:4
 
Und plötzlich hat Kenin sogar den Breakball. Toller Return nach schwachem zweiten Aufschlag von Barty. Die Australierin wirkt beschäftigt.
6:7, 5:4
 
Und der zweite geht mit dem einfachen Fehler weg. Das waren die vergebenen Satzbälle Nummer drei und vier in diesem Match von der Nummer 1 der Welt.
6:7, 5:4
 
Den ersten vergibt sie, weil Kenin mit einem mutigen Rückhandvolley am Netz punktet.
6:7, 5:4
 
Der Stopp ist zu kurz, der Lob zu hoch. So darf Kenin per Volley punkten. Doch mit der Vorhand legt sich Barty zwei Satzbälle zurecht.
6:7, 5:4
 
Setzt aber zunächst mal eine Vorhand seitlich weg. Und bekommt dann den Ersten nicht retourniert. Optimaler Start für Barty.
6:7, 5:4
 
Barty setzt den Slice seitlich ins Aus und Kenin hält ihr Spiel. Ist jetzt aber zum Break gezwungen.
6:7, 5:3
 
Nichtsdestotrotz bleibt es bei 30 beide ein immens wichtiger Punkt. Und den holt sich Kenin mit einem schönen Stopp. Da streckt sich Barty noch, doch die Körperspannung reicht nicht aus.
6:7, 5:3
 
So verschenkt sie auch ihr schnelles 30:0, weil sie danach zwei einfache Fehler macht. Und dann verbaselt sie auch wieder eine Challenge. Alles also wieder in der Reihe.
6:7, 5:3
 
Auch auffällig, wie Kenin aufs Tempo drückt. Gefühlt noch schimpfend wirft sie sich den nächsten Service schon wieder zu. Das wirkt alles ziemlich hektisch und unruhig, ist allerdings nun mal ihre Spielweise. Trotzdem liegt in der Ruhe ja bekanntlich auch die Kraft. Vielleicht würde ihr das mal zu etwas mehr Sicherheit verhelfen.
6:7, 5:3
 
Und mit dem Rückhand-Slice schaufelt sich Barty zum Spielgewinn.
6:7, 4:3
 
Einfacher Fehler von Kenin zum 40:15. Im mit sich selbst schimpfen ist Kenin weltklasse.
6:7, 4:3
 
Barty stellt schnell auf 30:0, dann gleich ein zweifaches Novum: Barty schlägt einen Rückhanddrive. Und Kenin gewinnt eine Challenge. Der ging nämlich ins Aus. Bei Bartys heutiger Rückhand die Challenge zu ziehen, ist allerdings auch ein No-Brainer. 30:15.
6:7, 4:3
 
Mit dem Returnfehler schenkt Barty die Spielbälle her. Den ersten kann sie abwehren, dann kommt aber mal wieder der Rückhandfehler, weil sie ihn mal longline und nicht per Slice spielen will. Aber das bleibt heute eine schlechte Idee. 3:4, Kenin bleibt dran, rennt dem Break aber hinterher.
6:7, 4:2
 
Und die Australierin bleibt dran. Mit dem Vorhandwinner aus dem Halbfeld stellt sie auf 15 beide, Kenin geht aber mit dem Servicewinner wieder auf Tuchfühlung und zwingt Barty dann zum Rückhandfehler.
6:7, 4:2
 
Und gleich noch so ein Zauberschlag hinterher, zwei Rückhand-Slice-Winner in Folge. Und mit dem Ass macht Barty das Spiel zu.
6:7, 3:2
 
Wow, dann aber ein kleines Ausrufezeichen. Im Rückhandeck weit hinter der Grundlinie ist sie in die Defensive gezwungen. Doch mit einem sensationellen Rückhandslice befreit sie sich und passiert die am Netz staunende Kenin.
6:7, 3:2
 
Wenn immer es geht, umgeht Barty die Rückhand. Die müsste Kenin eigentlich noch viel penetranter bespielen. Mit der Vorhand inside out rettet sich Barty zum 15 beide.
6:7, 3:2
 
Und mit einem tollen Stopp hält sie ihr Spiel.
6:7, 3:1
 
Nächster Rückhandfehler von Barty, daran sollten wir uns langsam gewöhnen. Dann zwei gute erste Aufschläge, mit deren Hilfe Kenin auf 40:15 stellt.
6:7, 3:1
 
Viel zu kurzer Lob von Kenin, obwohl die Vorarbeit mit einem longline Slice kurz hinter die Netzkante eigentlich gut war. Und so langsam wacht auch die Rod Laver Arena wieder auf.
6:7, 3:1
 
Auf der Rückhandseite beschränkt sich Barty weiterhin ausschließlich auf den Slice, der geht aber hin und weder ins Netz. Auch der zweite Spielball geht weg, dann bestätigt sie per Servicewinner aber das Break und enteilt auf 3:1.
6:7, 2:1
 
Hat sich die Australierin gefangen? Das ist noch nicht abschließend zu bewerten, das Aufschlagspiel war bislang nicht ihr Problem. Das wird es auch nicht, wenn Kenin weiter nichts rüber kriegt. Drei Returnfehler stellen auf 40:0.
6:7, 2:1
 
Und urplötzlich hat Barty die Nase vorn. Harmloser zweiter Aufschlag, kein guter Return. Doch Kenin macht den einfachen Fehler.
6:7, 1:1
 
Und Barty packt einen tollen Slice aus. Da schlägt Kenin ein Luftloch, weil sich der Bal mit so viel Spin noch wegdreht. Breakball.
6:7, 1:1
 
Bei dem ganzen Barty-Bashing darf nicht untergehen, dass auch Kenin kein überragendes Spiel macht. Überhaupt lässt dieses Halbfinale noch ordentlich Luft nach oben, was das Niveau angeht. Kenin muss über 30 beide gehen.
6:7, 1:1
 
Aber da ist ja noch Bartys Aufschlagspiel. Das funktioniert immerhin. Kenin kommt überhaupt nicht richtig rein ins Spiel, die Rallys sind kurz und knapp. Und ebenfalls zu 15 macht Barty das 1:1.
6:7, 0:1
 
Es ist mucksmäuschenstill in der Rod Laver Arena. Nach einem Returnfehler von Kenin kommt schüchterner, zaghafter Applaus auf. Ziemlich ungemütliche Atmosphäre gerade. Und eine große Chance für Kenin, das für sich zu nutzen.
6:7, 0:1
 
Ziemlich problemlos holt sich Kenin das erste Spiel zu 15.
6:7, 0:0
 
Und das scheint ihr zu gelingen. Schnell serviert sie sich zum 40:0. Barty mit einem Mix aus angefressen von der eigenen Leistung und ratlos.
2. Satz
 
Kenin eröffnet den 2. Satz und darf vorlegen.
Zwischenfazit
 
So haben sich die Zuschauer ihre Barty-Party aber nicht vorgestellt. Die Nummer 1 der Welt macht viele, viele Fehler, ist nicht locker und wirkt nicht befreit. Mit ihrem guten ersten Aufschlag kann sie sich im Spiel halten, doch der kommt zu selten, um es auch zu gewinnen, vor allem beim Satzball. So kann die ebenfalls fehleranfällige, aber tapferere und emotional geladene Kenin das Blatt noch wenden.
6:7
Und den nutzt die Amerikanerin. Returnfehler von Barty nach zweitem Aufschlag. Und nach einer Stunde wird es unruhig in der Rod Laver Arena.
6:6
 
Und jetzt holt sich Kenin den Satzball. Mit dem Slice holt Barty Kenin ans Netz, doch den erläuft sie. Und der Lob ist zu kurz, da kommt Kenin mit dem Volley überkopf ran.
6:6
 
Der Zweite kommt mit großzügigen 138 km/h angeschlichen. Guter Return, den muss Barty schon aus dem Eck kratzen. Dann sitzt der Winner aber. Zwei Satzbälle weg, nächster Seitenwechsel.
6:6
 
Den ersten vergibt Barty mit dem Slice-Fehler. Der zweite kommt jetzt mit eigenem Aufschlag. Doch der Erste geht ins Netz.
6:6
 
Returnwinner Barty für zwei Satzbälle nach armselig schwachem zweiten Aufschlag. Kenins Schläger fliegt.
6:6
 
Und den anspruchsvollen Ball macht sie dann: Schöne Vorhand von der Grundlinie cross und ansatzlos ins Eck zum 5:4. Jetzt aber zwei Aufschläge für Kenin.
6:6
 
Pustekuchen. Nach 13 Schlägen verhämmert Barty den 14. Und zwar meilenweit. Die Vorhand ging ihr mal völlig verloren.
6:6
 
Bartys kleiner Lauf wird von einem Returnfehler unterbrochen, der war recht überflüssig. Mit zwei Aufschlägen könnte sie sich jetzt aber die ersten Satzbälle holen.
6:6
 
Und jetzt wendet Barty das Blatt: Guter Return longline, Kenins Vorhand cross ist harmlos und kann von Barty erneut longline und diesmal zum Punkt geschlagen werden. Mit 4:2 für Barty werden die Seiten getauscht.
6:6
 
Aber Barty hält sich mit ihrem exzellenten ersten Aufschlag über Wasser. Achtes Ass zum 2:2, Returnfehler zum 3:2. Schnelle Punkte sind gerade im Tie-Break immer die schönsten Punkte.
6:6
 
Dann schlägt Kenin einen Befreiungsschlag knapp hinter die Grundlinie, am Netz holt sie sich mit dem Rückhandvolley aber das 2:1. Kenin ist die tonangebende Spielerin in diesem ersten Satz.
6:6
 
Tie-Break. Und Kenin nimmt Barty gleich mal den Aufschlag ab. Völlig missratener und schlecht vorbereiteter Netzangriff, der Lob ist ein Geschenk.
6:6
 
Aber Kenin hält dem Druck stand. Den Vorhandwinner hat sie sich mit einer guten Einleitung verdient, ähnliches passiert beim Spielball. Barty kratzt den Ball aus der Vorhandecke und hat dann auf der anderen Seite keine Chance mehr.
6:5
 
Wieder der Druck bei Kenin, die diesmal über 15 beide gehen muss. Dann geht sie mutig ans Netz, wird überlobt - sieht aber rechtzeitig, dass der knapp ins Aus tropft. Doch weil Kenin anschließend Probleme mit dem Slice-Return hat, steht der erste Satz bei 30 beide auf der Kippe.
6:5
 
Und mit dem Ass bringt sich Barty schon mal mindestens in den Tie-Break. Der war knapp, aber Kenin hat keine Challenge mehr.
5:5
 
Barty kontert, umläuft ihren bisherigen Schwachpunkt Rückhand und punktet mit der Vorhand cross.
5:5
 
Schnell vergessen, Barty serviert sich zum nächsten Vorteil. Und den verliert sie diesmal ohne eigenes Zutun: Toller Passierschlag von Kenin mit der Vorhand mit viel Spin, an den die am Netz stehende Barty nie und nimmer ran kommt.
5:5
 
Barty holt sich mit dem Servicewinner den Vorteil. Verballert dann allerdings den Hunderprozentigen zum Spiel. Der Kick-Aufschlag nach Außen ist klasse und eröffnet ihr das gesamte Feld. Doch die einfache Vorhand aus dem Halbfeld geht weit ins Aus. Ein Raunen geht durch die Rod Laver Arena.
5:5
 
Guter Aufschlag, dann der Vorhandwinner von Barty zum Punkt. Doch dann gerät die Vorhand wieder zu lang. Einstand, Kenin bleibt dran und pusht sich.
5:5
 
Statt drei Breakbälle sehen wir einen Wutausbruch, weil Kenin die einfache Vorhand verhaut. Und nach einem Returnfehler verbrät Kenin ihre letzte Challenge. Wichtiges und schnelles 30 beide für Barty.
5:5
 
Oh, aufgepasst. Kenin macht die Punkte fünf und sechs bei Aufschlag Barty, die ersten zwei beim ersten Aufschlag. Und das in so einer wichtigen Phase. 0:30, Kenin wittert da was.
5:5
 
Nochmal das gleiche Spiel, nur diesmal mit der Vorhand. Erst Kenin ins Netz, dann Barty inside out seitlich weg. 5:5.
5:4
 
Rückhandfehler Kenin zum 30:15. Rückhandfehler Barty zum 40:15. Es bleibt ein fehleranfälliges Spiel. Über Winner oder Angriffsspiel geht noch nicht viel.
5:4
 
Viel Druck jetzt für Kenin, doch Barty nimmt ihn ihr mit zwei Fehlern von der Schulter.
5:4
 
Einen Fehler streut Barty noch ein, dann stellt sie aber auf 5:4 und legt wieder vor. Von Bartys drei Breakbällen vorhin mal abgesehen, war für die Rückschlägerin bislang noch nicht viel zu holen.
4:4
 
Auch der Slice kommt langsam besser. Sie zwingt Kenin damit an den rechten Netzpfosten. Die 21-Jährige erreicht die Kugel noch, retourniert aber ins Netz.
4:4
 
Elf Mal kam bislang Bartys erster Aufschlag, elf Mal machte sie den Punkt. Folgerichtig steht es nach zwei Ersten 30:0.
4:4
 
Ein Barty-Fehler bringt die Spielbälle, den ersten vergibt Kenin mit dem Netzfehler. Dann großer Sportsgeist von Barty: Mitten im Ballwechsel meldet sie ihren eigenen, unbemerkten Fehler, die Kugel tickte vor ihrem Schlag ein zweites Mal auf. So steht es 4:4 und langsam beginnt das Knistern von Satz 1.
4:3
 
Zehnter Unforced Error von Kenin zum 0:15, Barty steht da sogar schon bei elf. Die sind aber gefühlt nicht so schwerwiegend. Was auch daran liegt, weil sie bei 13:4 Winnern die Nase klar vorne hat. Per Ass gleicht Kenin zum 15:15 aber aus, danach sitzt auch der Netzangriff: Mit dem Rückhandvolley cross stellt sie auf 30:15.
4:3
 
Und bei 40:0 hat Barty keine Probleme, das Spiel zu Ende zu servieren.
3:3
 
Barty dagegen marschiert. In Windeseile serviert sie sich zum 30:0. Dann folgt der bislang verrückteste Ballwechsel. Kenin hat ihre Gegnerin schon am Netz, überlobt sie auch gut. Doch Barty kann sich verteidigen. Auch den Vorhandkracher cross kriegt sie. Per Mondball befreit sie sich - und Kenin setzt den kindergartenleichten Volley am Netz in selbiges. Das kann nur mit Nervosität erklärt werden.
3:3
 
Nächster Vorteil für Kenin nach der mit 14 Schlägen bislang längsten, aber wenig spektakulären Rally. Und dann macht Barty den Returnfehler - natürlich mit der Rückhand. So rettet Kenin ihr Spiel nach drei Breakbällen doch noch ins Ziel.
3:2
 
Guter Aufschlag auf die T-Linie, den bekommt Barty nur mit Mühe zurück. Und dann kann Kenin Druck machen, zwingt Barty mit der Vorhand zum Fehler. Doch auch sie kann ihren Vorteil nicht nutzen, setzt die nächste einfache Vorhand ins Netz.
3:2
 
Das kann befreiend wirken: Ausgerechnet mit der bislang so wackligen Rückhand schlägt sich Barty zum Vorteil. Doch der ist schnell wieder weg, weil der nächste Return wieder in die Hose geht. Zweiter Einstand in diesem ersten sehr engen Spiel.
3:2
 
Harmloser Aufschlag, noch harmloserer Return. Dann dominiert Barty aber das Tempo mit ihrem Slice - setzt den vierten oder fünften aber ins Netz. Einstand.
3:2
 
Der erste landet per Slice im Netz. Die Rückhand lässt weiter auf sich warten.
3:2
 
Mit einem Returnfehler gibt Barty die gute Ausgangsposition preis. Doch sie bekommt sie zurück: Nach harmlosem Return ist Kenins Rückhand von der Grundlinie ganz knapp im Aus. Zwei Breakbälle für die Lokalmatadorin.
3:2
 
Jetzt wackelt die Aufschlägerin erstmals. Erst macht Kenin den Rückhandfehler, dann kommt der erste Doppelfehler. 0:30.
3:2
 
Wow, sechstes Ass. Das ist stark. 3:2.
2:2
 
Schon das dritte Ass von Barty. Gefolgt allerdings vom einfachen Rückhandfehler, der Schlag liegt noch in der Sonne. Doch Ass Nummer vier und fünf lassen Kenin keine Chance, 40:15.
2:2
 
Schöner Slice, der Barty ans Netz zwingt, und noch schönerer Lob, der direkt auf die Grundlinie klatscht. Und per Ass macht Kenin das 2:2 klar. Qualität steigend.
2:1
 
Kenin bringt in diesem Turnier 85 Prozent ihrer Aufschlagspiele durch, das ist die höchste Quote aller Halbfinalisten. Das bekommt auch Barty erstmal zu spüren, zwei schnelle Fehler stellen auf 30:0.
2:1
 
Noch ein guter Aufschlag, der nur hoch retourniert werden kann. Mit der Vorhand von der Grundlinie kann Barty das per Winner nutzen. Und von den drei bereitliegenden Spielbällen braucht sie nur den ersten, weil Kenin den Returnfehler begeht. Das ging dann mal fix.
1:1
 
Und dann lässt Barty zwei Asse hintereinander von der Leine.
1:1
 
Noch ein Slice-Fehler von Barty, dann die zu lang geratene, einfache Rückhand von der Grundlinie. Neun Unforced Errors prägen die ersten zwei Spiele.
1:0
 
Ein leichter Vorhandfehler von Kenin stellt auf 30 beide. Das ist ein sehr nervöser Beginn. Die Knie sind offenbar noch nicht ganz stabil. Bei beiden Spielerinnen.
1:0
 
Der erste Winner kommt von Barty. Schöne Vorhand cross mit viel Winkel kurz hinter die Netzkante, da kommt Kenin nicht ran. So muss sie über 15 beide gehen. Profitiert dann aber von einem Slice-Fehler Bartys.
1:0
 
Also souverän ist das noch nicht. Erneut kommt der Erste nicht, und diesmal streut auch Barty den Fehler ein. Bei 40:30 macht sie das Spiel mit ihrem ersten Ersten dann aber zu.
0:0
 
Auch beim dritten und vierten Aufschlag geht der Erste weg. Die Punkte macht Barty trotzdem. Erst am Netz, dann nach einem weiteren Returnfehler.
0:0
 
Und beginnt mit einem Servicefehler. Macht aber nichts, weil Kenin beim Zweiten den Returnfehler macht. Dann muss Barty wieder über den Zweiten gehen und diesmal kommt der Return. Und nach kurzer Rally macht Barty den Netzfehler.
0:0
 
Los geht's! Barty eröffnet die Partie mit ihrem ersten Service.
vor Beginn
 
Im Gegensatz zum Turnierbeginn, wenn unzählige Partien ausgeführt und aneinandergereiht sind, stehen uns im Endzug des Turniers keine Hindernisse mehr bevor. Auch das Wetter spielt längst keine Rolle mehr: Nachdem die ersten Tage noch ordentlich durchgespült wurden, ist mittlerweile die Sommerhitze nach Melbourne zurückgekehrt, wir reden von aktuell 37 Grad. Die branchenüblichen Verzögerungen gibt es natürlich trotzdem noch. Gegen 4.15 Uhr sollten wir aber loslegen dürfen.
Kenins Turnier
 
Viel zu verlieren hat Kenin nicht, sie kann eigentlich befreit aufspielen. Sie könnte die erste amerikanische Australian-Open-Finalistin seit Lindsay Davenport 2005 sein, die nicht auf den Nachnamen Williams hört. Außerdem erwies sie sich bislang als Traumzerschlagerin: Die tunesische Sensation Ons Jabeur und Teenie-Wunder Coco Gauff mussten gegen Kenin jeweils ihre Koffer packen. Das ist ja fast schon kaltherzig. Darüber hinaus schaltete sie Shuai Zhang, Ann Li und Martina Trevisan aus, verlor auf diesem Weg nur einen Satz gegen Gauff.
Kenin
 
Auch gegen Sofia Kenin geht Barty als große Favoritin ins Spiel, nicht nur aufgrund der Differenz in der Weltrangliste. Für Kenin hat der diesjährige Happy Slam aber Durchbruch-Potential. Den leitete die 21-jährige US-Amerikanerin im letzten Jahr mit drei kleineren Titelgewinnen schon ein, nun dürfte die Nummer 15 der Welt auch einem breiteren Publikum im Sinn bleiben.
Bartys Turnier
 
Das verlor sie 2019 gegen Petra Kvitova. Eine Niederlage, die sie genau ein Jahr später an selber Stelle korrigiert hat, diesmal mit einem 7:6, 6:2-Sieg. Kvitova war mit etwas Abstand die höchste Hürde auf Bartys Weg ins Halbfinale. Außerdem setzte sie sich gegen Alison Riske, Jelena Rybakina, Polona Hercog und Lesia Tsurenko durch, gab dabei insgesamt zwei Sätze ab.
Barty in Australien
 
Barty war 2019 die erste Australierin, die das Jahr als Nummer 1 der Welt beendet hat und wurde auch deshalb als Young Australian of the Year gekürt. In dieser Auszeichnung steckt ein wichtiger Hinweis, den man bei so viel Erfolg manchmal vergisst: Barty ist gerade mal 23 Jahre alt. Und könnte in wenigen Tagen schon ihren zweiten Grand-Slam-Titel holen nach dem French-Open-Erfolg 2019. Bislang ist ihr bestes Ergebnis beim Heimspiel das Viertelfinale aus dem letzten Jahr.
Barty
 
Höchste Zeit also, dass eine Lokalmatadorin endlich nochmal den Thron besteigt. Und wenn schon nicht die Nummer 1 und aktuelle Dominatorin der Damen-Tour, wer dann? In den letzten zehn Monaten konnte Barty fünf Titel sammeln, zwischenzeitlich war sie in diesem Zeitraum mal 15 Spiele in Folge ungeschlagen, aktuell sind es auch wieder neun, weil sie das Vorbereitungsturnier in Adelaide gewonnen hat.
Barty historisch?
 
Okay zugegeben, des kleinsten Kontinents der Welt. Aber wer kann das schon von sich behaupten? Barty kann die erste australische Siegerin der Australian Open werden seit Christine O'Neil, ob männlich oder weiblich. O' wer?! Genau, die. 1978 war das, damals, als die Nummer 112 der Welt ihren einzigen Karriere-Titel sammelte. Wer den Taschenrechner nicht findet und nicht zufällig in dem Jahr geboren wurde: Das ist 42 Jahre her.
Halbfinale
 
Aus 128 mach 4: Willkommen in der Vorschlussrunde! Die letzten eineinhalb Wochen haben wir ein Aussterben der Titelhoffnungen gesehen, alte, wie junge Titelhoffnungen. Und obwohl sie vielleicht nicht jeder im Vorfeld auf dem Zettel hatte, stehen uns heute zwei würdige Halbfinalpaarungen bevor. Die vier Damen vereinen immerhin insgesamt fünf Grand-Slam-Titel. Und mit Ashleigh Barty ist schließlich die Hoffnung eines ganzen Kontinents vertreten.
vor Beginn
 
Herzlich willkommen bei den Australian Open zur Halbfinalpartie zwischen Ashleigh Barty und Sofia Kenin.
A. Barty [1]
S. Kenin [14]
6
5
7
7
S. Halep [4]
G. Muguruza
6
5
7
7
S. Kenin [14]
G. Muguruza
4
6
6
6
2
2
Weltrangliste
Spielerprofile
A. Barty
Ranking:
1
Geburtsd.:
24.04.1996
Größe:
1.66
Gewicht:
62
Bilanz:
11-3
Preisgeld:
USD 16.706.617
S. Kenin
Ranking:
15
Geburtsd.:
14.11.1998
Größe:
1.70
Gewicht:
57
Bilanz:
14-6
Preisgeld:
USD 2.959.382