Tennis

Saison 2018

- Halbfinale

, -
H. Chung
Aufgabe
Match beendet
 
R. Federer
H. Chung
R. Federer
 
 
1. Satz
2. Satz
1
2
6
5
Rod Laver Arena | Halbfinale
Spielzeit: 01:03 h
Letzte Aktualisierung: 15:54:36
Chung
Federer
Abschied
 
Das war's nun aber für heute aus Melbourne! Wir hoffen, Sie hatten ähnlich viel Spaß wie wir und würden uns freuen, Sie schon bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen - vielleicht ja schon morgen Vormittag, wenn bei uns das Endspiel der Damen zwischen Simona Halep und Caroline Wozniacki auf dem Programm steht. Bis dahin oder zum nächsten Mal sagt Oliver Stein nun aber Tschüss und Danke fürs Mitlesen und wünscht allen Lesern eine angenehme Restwoche!
Ausblick
 
Den Blick auf die Zahlen zum Match können wir uns dank des unbefriedigenden Endes natürlich sparen, sodass der Blick sofort nach vorn gerichtet wird. Denn schon am Sonntag muss Federer ja wieder ran - im Finale wird ihm mit Marin Cilic (CRO/6) dann ein ganz harter Brocken gegenüber stehen, denn der Kroate hat bereits einen Grand Slam gewonnen (US Open 2014) und Federer auch schon auf der ganz großen Bühne geschlagen.
Federer
 
''Ich habe schon gemerkt, dass er Anfang des zweiten Satzes viel langsamer wurde. ich kann da nur gute Besserung wünschen'', so Federer unmittelbar nach dem Match. ''Aber ich sehe schon, warum er Novak und Alex geschlagen hat. Den werden wir bald in den Top 10 wiedersehen, da bin ich sicher.''
Fazit
 
Natürlich ist das jetzt ein ganz bitteres Ende für den Koreaner, der sein erstes Grand-Slam-Halbfinale aufgeben muss - aber natürlich war Federers Vorsprung auch schon so groß, dass da wohl kein Comeback mehr möglich gewesen wäre.
1:6, 2:5
Schade! Vergessen Sie das mit dem Satzgewinn - denn Hyeon Chung muss offenbar wegen der doch zu starken Schmerzen am Fuß aufgeben!
1:6, 2:5
 
Auch Chungs Vorstoß zum 30:15 beantwortet der Schweizer gleich wieder mit einem starken Slicereturn auf Chungs Rückhand zum 30.30. Und schon ist der Satzgewinn nur noch zwei Punkte entfernt ...
1:6, 2:5
 
Federer hingegen spielt einfach stabil und streut gelegentlich mal geniale Bälle ein. Wie zum Beispiel die Vorhand Inside-In, die genau im Eck landet - 15:15.
1:6, 2:5
 
Die 60-Minuten-Marke ist gerade überschritten, da muss Chung schon gegen den zweiten Satzverlust aufschlagen. Genau wie gestern bei Kyle Edmund scheint nun auch der Lauf des ungesetzten Koreaners ein böses Ende zu nehmen ...
1:6, 2:5
 
Chungs Vorhand ist schnell wieder weg, wie der wilde Versuch in den Korridor zeigt - und so kann Federer mit einer Vorhand longline gegen Chungs Laufrichtung auf 5:2 stellen.
1:6, 2:4
 
Andererseits: Was soll man gegen diesen Aufschlag von Federer machen? Erst gibt es den Servicewinner, dann den mit dem zweiten Aufschlag vorbereiteten Rückhandwinner die Linie entlang - 30:0.
1:6, 2:4
 
Zumindest scheint die kurze Pause Chung ein bisschen Ruhe gebracht zu haben, denn plötzlich funktioniert auch die im bisherigen Turnierverlauf so starke Vorhand Inside-Out wieder - nur noch 2:4 aus der Sicht des Koreaners.
1:6, 1:4
 
Obwohl Chung wieder einen Doppelfehler einstreut, kann er zunächst mal auf 30:15 stellen. Und auch den folgenden Punkt für zwei Spielbälle kann sich der Koreaner über einen guten ersten Aufschlag sichern ....
1:6, 1:4
 
Sooo. Der Fuß ist neu bandagiert und wir hoffen einfach mal, dass Chung die Schmerzen, die er offenbar doch hat, ''weglaufen'' kann - wobei eine Blase am Zeh dafür natürlich eher ungünstig ist. Weiter gehts's!
1:6, 1:4
Ob das nun wirklich nötig ist, ist unklar. Aber Chung hat nach dem Physiotherapeiten gerufen, der sich seinen sowieso schon bandagierten linken Fuß anschauen soll - und natürlich dürfte diese Pause dem Koreaner auch gut tun, um die eigenen Gedanken mal wieder zu sortieren.
1:6, 1:4
 
Nein, natürlich gibt es keinen Einstand: Mit seinem neunten Ass punktet Federer zum Spielgewinn und der 4.1-Führung.
1:6, 1:3
 
Nach dem Ass zum 40:0 lässt Federer ausnahmsweise mal ein ganz klein bisschen schleifen, was Chung zu zwei Returnwinnern zum 40:30 nutzt. Der Schweizer wird doch wohl keinen Einstand zulassen, oder ...?
1:6, 1:3
 
Das geht momentan alles so schnell, dass man kaum hinterher kommt: Im Handumdrehen hat Federer bei eigenem Aufschlag schon wieder auf 30:0 gestellt. Chung gibt momentan eine leicht bemitleidenswerte Figur ab ...
1:6, 1:3
 
Hach Roger, muss das wirklich sein? den Punkt zum 15:40 will Federer challengen, kommt aber zu spät und legt sich gleich mal mit Referee Ramos an. Zwei Breakbälle bleiben dem Schweizer aber ja noch ... und den ersten davon nutzt er dann auch mit einem herrlichen Passierball mit der Rückhand longline. 3:1 und Break vor für den FedExpress!
1:6, 1:2
 
Vor allem schießt sich Chung natürlich mit diesen ganzen unnötigen Fehlern selber ins Bein: Bei 0:40 sieht schon wieder viel nach dem nächsten Maestro-Break aus.
1:6, 1:2
 
Und das geht schon wieder in die ganz falsche Richtung los: Mit zwei guten Returns kann Federer gleich mal wieder zum 0:30 vorlegen. Chung wackelt ... wieder und nach wie vor. Also eigentlich durchgehend.
1:6, 1:2
 
Auch dieses Aufschlagspiel tütet Federer in der Folge zu Null ein und legt zum 2:1 vor. Chung muss sich Gedanken darüber machen, was er beim Return ändern kann - bisher erst vier Punkte gegen Federers Service gewonnen zu haben ist schlichtweg zu wenig.
1:6, 1:1
 
Die Zahl des Matches bisher ist folgende: wenn Federers erster Aufschlag sitzt, dann hat der Schweizer bisher sämtliche Punkte gewonnen. 100 Prozent, fehlerfrei. Das spricht nicht unbedingt für ein Comeback von Hyeon Chung ...
1:6, 1:1
 
Ups! Ein Rahmentreffer von Federer mit der Rückhand erfreut den Zuschauer, der den Ball auf der Tribüne fängt - und bringt Chung das 1:1.
1:6, 0:1
 
Federer kann zwar mit einem guten Vorhandreturn verkürzen, aber Chung legt dank einer zu kurzen Rückhand des Schweizers gleich wieder vor - 40:15 und Spielbälle für den Koreaner!
1:6, 0:1
 
Vielleicht tut das der geschundenen Seele ja mal gut: Mit viel Power stellt Chung von der Grundlinie aus auf 30:0. Es geht doch!
1:6, 0:1
 
Chungs viel zu langer Rückhandreturn beschert Federer dann das 1:0. Und obwohl Chung hier zu Beginn keinen sonderlich nervösen Eindruck machte - momentan scheint diese Bühne doch einen Tick zu groß für den Koreaner zu sein.
1:6, 0:0
 
Ja gut, soviel zu Federers erstem Aufschlag: Zwei perfekt platzierte Asse in Reihe sorgen gleich wieder für ein schnelles 40:0. Das Problem schient behoben worden zu sein ...
Zwischenfazit
 
Eigentlich hätte das hier ganz anders laufen können: Federer seviert nur 32 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld (!!), aber Chung leistet sich einfach viel zu viele Fehler (schon 14 unnötige) - mal sehen, wie sich Satz zwei anlässt.
1:6
Und nach 34 Minuten ist der erste teil des Drops dann gelutscht: Mit seinem 14. Winner tütet Federer das dritte Break und damit den Satzgewinn ein - Chung wird sich hier schnell etwas einfallen lassen müssen, um nicht komplett unter die Räder zu kommen.
1:5
 
Federers dritten Satzball kann Chung dann zwar mit einem Ass abwehren, aber der Schweizer legt sofort wieder vor - beziehungsweise lässt sich den vierten Satzball von Chung per Doppelfehler schenken.
1:5
 
Aber auch den Satzball wehrt der Koreaner ab, weil Federer da wieder auf die SABR schielt, den Kickaufschlag von Chung aber unterschätzt. Einstand, die dritte!
1:5
 
Tjaja, der Zweite von Chung: Diesmal schießt Federer das Angebot wieder resolut ab und stellt auf Einstand - bevor Chung mit einem ganz leichtfertig in den Korridor gespielten Vorhandvolley für Satzball Nummer zwei sorgt.
1:5
 
Mit diesen Momenten MUSS Chung sich Mut machen: Erst wehrt er den Satzball im Grundlinienduell ab, dann stellt er (über den schwachen Zweiten!) auf Vorteil - weil Federer ein Luftloch schlägt.
1:5
 
Kaum sagt man es .... da serviert Chung einen Doppelfehler. Und das nutzt Federer dann in der Folge zum Punkt mit der Vorhand cross - 30:40 und Satzball für den Maestro!
1:5
 
Es geht doch! Nach 0:15 berappelt sich Chung und stellt mit Hilfe zweier guter erster Aufschläge auf 30:15. Dieser Erste müsste einfach nur viel regelmäßiger kommen (bisher nur 45 Prozent!) ...
1:5
 
Leider macht der Koreaner im Anschluss aber wieder Fehler über Fehler - 5.1 für Federer, der hier ganz entspannt gen Satzgewinn marschiert. Oder vielleicht sollte man lieber schlendern sagen ...
1:4
 
Da darf man dann auch mal schmunzeln: Mit einem Doppelfehler lädt Federer Chung in sein Aufschlagspiel ein. 30:15!
1:4
 
Tja, da kann man einfach auch nicht viel ausrichten: Zwei Servicewiner von Federer sorgen gleich wieder für ein schnelles 30:0. Womit FedEx nun zehn der letzten elf Punkte gewonnen hat ...
1:4
 
Auch seine nächste Vorhand feuert Chung unter Druck stehend weit in den Korridor - zweites Break für Federer, der hier mit 4:1 vorne liegt.
1:3
 
Kein Problem für Federer, der diesmal zwar mit dem Slice returniert, dabei aber hinten bleibt - egal, Chungs viel zu lange Rückhand beschert dem Schweizer die nächsten beiden Breakchancen. Es ist halt doch etwas anderes, gegen einen halbfitten Djoker ran zu müssen oder eben gegen einen Federer, der voll im Saft steht.
1:3
 
Ei, ei, ei! Momentan geht das doch alles ein bisschen zu schnell, wenn Federer seinen Return gut erwischt - immerhin kann Chung aber zum 15:30 verkürzen.
1:3
 
Zum ersten Mal gibt es tatsächlich die SABR zu sehen - und Chungs Lobversuch gerät auch gleich mal zu lang. 0:15!
1:3
 
D-Zug Roger ist ins Rollen gekommen: Mit einem Netzangriff geht es zum 40:0 und mit einem Servicewinner anschließend zum 3:1 - den der Schweizer mit seinem zweiten Aufschlag serviert.
1:2
 
Da muss Chung durch. Federer beginnt sein Service gleich wieder mit einem Ass und legt einen Vorhandwinner kurz cross (aus vollem Lauf!) nach, bei dem man schon mal staunen kann. 30:0.
1:2
 
Und schon ist Chung auf dem Scoreboard - eine Vorhand cross gegen Federers Laufrichtung bringt ihm das 1:2 aus seiner Sicht. Und nervös wirkt der Debütant eigentlich nicht ...
0:2
 
Respekt an Chung, der Federers hohes Tempo in den Grundlinienduellen problemlos mitgehen kann und den Schweizer so immer wieder zu Fehlern verleitet. Sein 30:15 kann der Koreaner dann auch per Servicewinner umgehend in ein 40:15 und zwei Spielbälle ausbauen ...
0:2
 
Mit der Vorhand Inside-In aus dem Halbfeld kann FedEx das Aufschlagspiel dann eintüten, das Break bestätigen und zum 2:0 vorlegen. Wirklich unterlegen ist Chung bisher aber nicht ...
0:1
 
Seine erste Breakchance kann der Koreaner aber genau wie Federer eben nicht nutzen. Im Gegensatz zum Schweizer hat er aber keine zweite - und bekommt auch erstmal keine, weil ihn Federer mit einem glücklichen Netzroller passiert. Vorteil FedEx!
0:1
 
Der Linienrichter an Federers Grundlinie verschätzt sich mit seinem Aus-Ruf um fast 30 Zentimeter (!) - Punktwiederholung. Und die schnappt sich Chung dann mit einem richtig guten Return - Breakchance für den Koreaner!
0:1
 
Oho! Mit einer tollen Vorhand Inside-In stellt Chung dann sogar auf Einstand. Gleich das Re-Break, das wär's doch ...
0:1
 
Mit seinem zweiten Ass legt FedEx dann auch zum 40:15 vor, da hilft Chung auch seine erste Challenge nicht. Den ersten Spielball verdaddelt der Schweizer dann aber mit einer schwachen Rückhand ins Netz ...
0:1
 
Schon nach sieben Minuten wird man das Gefühl nicht los, Federer würde mit Chung ein bisschen Katz und Maus spielen. Der Koreaner kommt zwar hier und da zu Punkten. insgesamt wirkt Federer aber doch sehr souverän - 30:15.
0:1
 
Eigentlich macht Chung alles richtig und erspielt sich die Schusschance mit der Rückhand- doch die landet im Netz, was FedEx gleich zu Beginn ein Break einbringt. 1:0 für den Baselbieter!
0:0
 
Stark von Federer! Mit einem langen, cross auf die Grundlinie gespielten Vorhandreturn erzwingt er den nächsten Fehler bei Chung - Vorteil für den Schweizer!
0:0
 
Ganz cool wehrt Chung den ersten Breakball ab, indem er Federer laufen lässt und am Ende zum Vorhandfehler zwingt. Und auch die zweite Chance des Schweizers kann der Koreaner zunichte machen - die Vorhand ins Netz beschert Chung das 40:40. Einstand!
0:0
 
Aber dann gibt es tatsächlich etwas zum Bejubeln: Erst punktet Federer über Chungs Rückhand, dann greift er die Vorhand des Koreaners an - und hat bei 15:40 schon zwei Breakchancen.
0:0
 
Je ein Vorhandfehler pro Mann sorgt zunächst mal für ein friedliches 15:15. Und wie aufgeregt das Publikum ist erkennt man schon daran, dass Federers viel zu lange Vorhand als Punktgewinn des Schweizers gefeiert wird ...
0:0
 
Genug erzählt, auf geht's mit Aufschlag Chung!
Taktik
 
Einen letzten schnellen Einwurf gibt es noch Federers Taktik betreffend. Denn der Schweizer hat sich heute für ein Geheimtraining entschieden - was prompt das Gerücht anfeuerte, Federer würde gegen Chungs doch eher schwachen zweiten Aufschlag mit dem SABR (der Sneak Attack by Roger, dem Returnieren des Aufschlags per Angriffsslice) agieren wollen. Warten wir es ab - spannend zu sehen wäre das auf jeden Fall.
Chair Umpire
 
Und natürlich hat diese Partie auch einen Schiedsrichter: Diesen Job wird gleich der Portugiese Carlos Ramos übernehmen, der auf der Tour zu den erfahrensten Referees gehört und als einer der Wenigen den Golden Slam geschiedst hat (alle vier Grand-Slam-Endspiele plus ein olympisches Endspiel).
Hallentennis
 
Das Wetter spielt übrigens nicht so richtig mit - 22 Grad und beständiger Nieselregen haben dafür gesorgt, dass das Dach der Rod Laver Arena für dieses Match geschlossen bleiben wird.
Prozedere
 
Soooo! Unsere Wartezeit hat ein Ende, denn die zwischendurch geleerte Rod Laver Arena wurde sich mit den Zuschauern der Nightesssion wieder frisch gefüllt. Sobald unsere beiden Kontrahenten den Court betreten haben, geht es hier ans Erinnerungsfoto, den Münzwurf und das fünfminütige Einschlagen - und dann kann es auch schon losgehen.
Geld und Titel
 
Gespielt wird um insgesamt um 55 Millionen australische Dollar (36 Millionen Euro), für den Sieger/die Siegerin gibt es jeweils 4 Millionen und natürlich hat der Happy Slam auch zwei Titelverteidiger: Bei den Herren setzte sich Roger Federer (SUI) im Vorjahr in einem Klassiker gegen Nadal durch, bei den Damen gewann die in diesem Jahr nicht teilnehmende Serena Williams das Finale gegen ihre Schwester Venus (beide USA).
Melbourne Park
 
Womit wir dann auch noch schnell ein paar Worte zum Turnier an sich verlieren sollten. Gespielt werden diese Open im Melbourne Park, der abgesehen von einem Fußball- und Rubgy-Stadion aus 38 Tenniscourts besteht. Die größten davon sind die Rod Laver Arena (15.000 Plätze), die Hisense Arena (10.500 Plätze) und die Margaret Court Arena (7.500 Plätze) - wobei diese drei Courts auch alle ein Dach haben, falls die Temperaturen des australischen Sommers doch mal zu hoch steigen.
Head 2 Head
 
Vielleicht ist es für diese Partie ausnahmsweise mal ganz nett, keine ablenkenden Daten zu haben: Chung und Federer treffen heute nämlich zum allerersten mal aufeinander (Federer hat in einem Halbfinale noch nie gegen einen 15 Jahre jüngeren Gegner gespielt) und sorgen so für eine Weltpremiere.
Der Altmeister
 
Auf jeden Fall ist der 36-jährige Federer nach wie vor einer von denen, die die Jüngeren auf der Tour am meisten fürchten, respektieren und schätzen. So wie Struff gegenüber dem ''tennisMAGAZIN'' offenherzig zugab: ''Roger ist jemand, der jeden Spieler auf der Tour mit Respekt behandelt. Er ist nicht umsonst beliebt und wurde für sein faires Verhalten ausgezeichnet.''
FedEx privat
 
Und weil es über die durchweg deutlichen Matches wenig zu sagen gab, ließ Federer ausnahmsweise mal einen ganz tiefen Einblick ein sein Seelenleben zu. ''Macht mir das Reisen auf der Tour heute mehr Spaß als früher? Schwierig. Es ist ganz anders'', so der Schweizer. ''Ganz früher durfte ich gegen meine Helden und Idole spielen, die ich vorher nur aus dem TV kannte. Das war so unglaublich cool. Als ich die Nummer eins war, habe ich einfach viel gewonnen. Das war auch ein Spaß. Und mittlerweile habe ich bei jedem Turnier Freunde, auf die ich mich freue, und kann mit meiner großen Familie die Welt bereisen. Vielleicht ist das tatsächlich die beste Zeit meiner Karriere.''
Turnierverlauf Federer
 
Auch im Achtelfinale hatte Federer mit dem ungesetzten Ungarn Marton Fucsovics dann keine Probleme, das Viertelfinale gegen Kumpel Tomas Berdych war nach dem ersten Satz eher ein besseres Trainingsmatch - und so steht der Schweizer nach fünf gespielten Partien weiterhin ohne Satzverlust da.
Nochmal die Nummer eins sein
 
Aber egal, was Gentleman Roger so von sich gibt - Ziele hat der Schweizer auf seine alten Tage nach wie vor. Am liebsten würde FedEx ''noch ein paar Grand Slams gewinnen'' und sich doch noch ein Mal auf den Tennisthron (Position eins der Weltrangliste) setzen - aber eins nach dem anderen. Denn zunächst mal begann Federer das Jahr mit einem Durchmarsch beim Hopman Cup, den er gemeinsam mit Partnerin Belinda Bencic gewann und dabei in vier Matches nur einen Satz abgab (im Finale gegen Alexander Zverev) - bevor er dann nach einer Woche Training hier in Melbourne sein Erstrundenmatch gegen Aljaz Bedene (SLO) locker in 99 Minuten gewann, in Runde zwei gegen Jan-Lennard Struff (GER) keine 120 Minuten auf dem Court stand und auch Richard Gasquet (FRA) in Runde drei nicht den Hauch einer Chance ließ.
Oldie but Goldie
 
''Der Titel im letzten Jahr war einer der besten Momente meiner Karriere, weil ich vorher acht Monate Pause gemacht hatte. In diesem Jahr, dachte ich, die anderen würden aufholen. Aber ich muss schon sagen, ich fühle mich richtig gut und spiele teilweise auch sehr gut. Vielleicht, weil ich in meinem Alter nichts mehr zu verlieren habe'', so der 36-jährige Federer nach seinem Viertelfinalsieg gegen Tomas Berdych.
Federer
 
Wobei es heute wohl eher kein Spaß werden wird, denn Chungs Gegner im heutigen Halbfinale ist (mal wieder) derjenige, den es auf der Tour zu schlagen gilt, wenn man an die großen Pokale gelangen will. Denn bei Roger Federer hat man nach wie vor das Gefühl, er wird nicht nur ständig besser, sondern irgendwie auch immer lockerer. Ob das am Alter, den vielen Rekorden oder dem guten Einfluss der vier Kinder liegt, sei dahingestellt - Fakt ist auf jeden Fall, dass der Schweizer nach zwei Grand-Slam-Titeln im letzten Jahr auch in dieser Saison ein Kandidat für die Position eins der Weltrangliste ist.
Chungs Spiel
 
Stattdessen ist Chung nun aber hier und erfreut die Fans (und teilweise sogar seine Gegner) mit tollem Tennis, was an einen Djoker in jüngeren Jahren erinnert, wie Tennys Sandgren nach seiner Niederlage zugab: ''Er macht so viele coole Dinge, wie er sich bewegt, wie er seine Vorhand spielt. Es war wie ein extrem kompliziertes Puzzle, das man lösen musste. Ich hab es nicht hingekriegt, aber ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Versuch.''
Zivildienst mit dem Schläger
 
''Eigentlich sollte ich mit 18 meinen Wehrdient antreten, der in Korea 21 Monate lang dauert'', so Chung unter der Woche gegenüber der ''NY Times''. ''Aber weil Yong-kyu Lim und ich bei den Asian Games gewonnen haben, mussten wir nur für ein paar Wochen zur Grundausbildung. Und dabei waren wir im Halbfinale schon fast ausgeschieden und hatten vier Matchbälle gegen uns!'' Man stelle sich vor, Chung wäre jetzt auf einem Feldweg unterwegs und würde Dauermärsche durchstehen müssen - können täte er das sicher, aber eine unfassbare Talenverschwendung wäre es eben auch.
Turnierverlauf Chung
 
Denn mit Siegen gegen Mischa Zverev (GER), NextGen-Kumpel Daniil Medvedev (RUS), Alex Zverev (GER/4), Novak Djokovic (SRB/14) und Tennys Sandgren (USA) hat Chung nicht nur dieses Halbfinale erreicht, er wird nach den Australian Open auch zum ersten Mal in den Top20 der Weltrangliste auftauchen - und das alles, obwohl er eigentlich gar nicht in Melbourne hätte sein sollen.
Der Professor
 
Denn auch, wenn sich die Masse nach wie vor für Randgeschichten wie seinen Spitznamen (Der Professor), seine weiße Brille (verschrieben, kein modisches Accessoire) oder seine Ausbildung (in der IMG-Akademie von Schleifer Nick Bollettieri in Florida) interessiert: Hier in Melbourne hat Chung dafür gesorgt, dass in Zukunft wohl einzig und allein seine spielerische Klasse im Fokus stehen wird.
NextGen Chung
 
Dieses Turnier der besten Youngster (minus Alexander Zverev, der aufgrund seiner Erfolge schon bei den ''großen'' ran durfte) gewann Chung dann auch ohne eine einzige Niederlage (Gruppenspiele) und zeigte damit schon an: ''Hier kommt ein ganz großes Talent.'' Und doch nahmen den Koreaner irgendwie nur die eingefleischtesten aller Experten wahr - was sich in den letzten zehn Tagen natürlich grundlegend verändert hat.
Chung 2017
 
Allerdings ging der steile Aufstieg des 21-Jährigen genau genommen schon im vergangenen Jahr los. Nachdem er zu Jahresbeginn 2017 noch auf den kleineren Touren unterwegs gewesen war, stieg Chung im April auf der ''großen'' ATP Tour ein und erreichte prompt das Viertelfinale in Barcelona ? wo er nur einem gewissen Rafa Nadal unterlegen war. Es folgten das Halbfinale in München, die 3. Runde bei den French Open und im weiteren Verlauf der Saison auch noch das Viertelfinale in Winston-Salem - und damit die Qualifikation für die NextGenFinals in Mailand, das Saisonfinale der U23-Generation.
Chung
 
Und dann wäre da noch die wunderbare Geschichte des Koreaners Hyeon Chung, der nach Siegen gegen einige seiner Jugendidole ebenfalls im Halbfinale angekommen ist. ''Ich habe Sascha, Novak und die anderen guten Spieler geschlagen. Ich habe noch nie in der zweiten Woche eines Grand Slams gespielt, irgendwie bin ich immer noch total überrascht'', so der Publikumsliebling der letzten zehn Tage hier in Melbourne.
Feelgood Stories
 
Drei Feelgood-Stories haben dieses Turnier in den Schlagzeilen begleitet. Zum einen wäre da das Comeback von Angelique Kerber - das gestern aber leider im Halbfinale gegen Simona Halep/ROM endete. Dann wäre da noch der Durchmarsch des 23-jährigen Briten Kyle Edmund - der aber ebenfalls gestern im Halbfinale gestoppt wurde (von einem extrem souveränen Marin Cilic/CRO).
Welcome Down Under
 
Herzlich willkommen bei den Australian Open zur Halbfinalpartie zwischen Hyeon Chung und Roger Federer.
Weltrangliste
Spielerprofile
H. Chung
Ranking:
23
Geburtsd.:
19.05.1996
Größe:
1.88
Gewicht:
87
Bilanz:
27-20
Preisgeld:
USD 2.647.949
R. Federer
Ranking:
3
Geburtsd.:
08.08.1981
Größe:
1.85
Gewicht:
85
Bilanz:
51-10
Preisgeld:
USD 118.875.916