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1
 
Sergey Karjakin
Viswanathan Anand
Partie beendet
Ergebnisse der einzelnen Partien
 
weiß
 
schwarz
28.03.
S. Karjakin
1:0
F. Caruana
28.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
L. Aronian
28.03.
A. Giri
0,5:0,5
V. Topalov
28.03.
P. Svidler
0,5:0,5
V. Anand
27.03.
L. Aronian
0,5:0,5
S. Karjakin
27.03.
V. Anand
0,5:0,5
A. Giri
27.03.
V. Topalov
0:1
H. Nakamura
27.03.
F. Caruana
0,5:0,5
P. Svidler
25.03.
F. Caruana
0,5:0,5
L. Aronian
25.03.
S. Karjakin
1:0
V. Topalov
25.03.
H. Nakamura
1:0
V. Anand
25.03.
P. Svidler
0,5:0,5
A. Giri
24.03.
V. Anand
1:0
S. Karjakin
24.03.
A. Giri
0,5:0,5
H. Nakamura
24.03.
V. Topalov
0,5:0,5
F. Caruana
24.03.
L. Aronian
0:1
P. Svidler
23.03.
F. Caruana
1:0
V. Anand
23.03.
L. Aronian
0,5:0,5
V. Topalov
23.03.
S. Karjakin
0,5:0,5
A. Giri
23.03.
P. Svidler
0,5:0,5
H. Nakamura
21.03.
V. Anand
1:0
L. Aronian
21.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
S. Karjakin
21.03.
A. Giri
0,5:0,5
F. Caruana
21.03.
V. Topalov
0,5:0,5
P. Svidler
20.03.
P. Svidler
0,5:0,5
S. Karjakin
20.03.
V. Topalov
0,5:0,5
V. Anand
20.03.
L. Aronian
0,5:0,5
A. Giri
20.03.
F. Caruana
1:0
H. Nakamura
19.03.
S. Karjakin
0,5:0,5
L. Aronian
19.03.
A. Giri
0,5:0,5
V. Anand
19.03.
H. Nakamura
1:0
V. Topalov
19.03.
P. Svidler
0,5:0,5
F. Caruana
17.03.
F. Caruana
0,5:0,5
S. Karjakin
17.03.
L. Aronian
1:0
H. Nakamura
17.03.
V. Topalov
0,5:0,5
A. Giri
17.03.
V. Anand
1:0
P. Svidler
16.03.
L. Aronian
0,5:0,5
F. Caruana
16.03.
V. Topalov
0,5:0,5
S. Karjakin
16.03.
V. Anand
0,5:0,5
H. Nakamura
16.03.
A. Giri
0,5:0,5
P. Svidler
15.03.
S. Karjakin
1:0
V. Anand
15.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
A. Giri
15.03.
F. Caruana
0,5:0,5
V. Topalov
15.03.
P. Svidler
0,5:0,5
L. Aronian
13.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
P. Svidler
13.03.
V. Topalov
0:1
L. Aronian
13.03.
V. Anand
0,5:0,5
F. Caruana
13.03.
A. Giri
0,5:0,5
S. Karjakin
12.03.
F. Caruana
0,5:0,5
A. Giri
12.03.
S. Karjakin
1:0
H. Nakamura
12.03.
L. Aronian
0,5:0,5
V. Anand
12.03.
P. Svidler
0,5:0,5
V. Topalov
11.03.
V. Anand
1:0
V. Topalov
11.03.
A. Giri
0,5:0,5
L. Aronian
11.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
F. Caruana
11.03.
S. Karjakin
0,5:0,5
P. Svidler
Letzte Aktualisierung: 20:29:40
Nachfass
Morgen werden wir das Spiel zwischen Fabiano Caruana gegen Levon Aronian verfolgen. Aronian hat in den letzten drei Runden zwei Niederlagen (gegen Anand und Svidler) erlitten und mehrere Gewinnstellungen nicht verwerten können. Für ihn wird die nächste Partie sehr schwierig sein - er muss trotz dieser negativen Phase seine Konzentration behalten, wenn wer noch um den Turniersieg kämpfen möchte. Sein Gegner hingegen Fabiano Caruana hat in der zweiten Turnierhälfte erst richtig losgelegt und eine starke Partie nach der anderen gespielt. Wir können also auf morgen gespannt sein! Vielen Dank fürs Mitfiebern!
Nachfass
Mit diesem Sieg rückt Anand mit 6,5 aus 11 an die Tabellenspitze, die er sich mit Caruana teilt. Haben am Ende des Turniers beide Spieler die gleiche Punktzahl geht Caruana als Turniersieger hervor, weil er im direkten Vergleich mit Anand gewonnen hat. Karjakin gibt nun seine sehr langandauernde Tabellenführung ab, bleibt aber mit 6 aus 11 direkt im Verfolgerfeld. Darauf folgen Svidler, Aronian und Giri mit 5,5 aus 11 Punkten und könnten mit einem Sieg den Tabellenführern unangenehm nahe kommen.
Nachfass
In der Pressekonfrenz wies Anand darauf hin, dass der Zug 35... f5 entscheidend gewesen wäre. Hier hat Karjakin den entscheidenden Fehler gemacht, nachdem seine Stellung sehr schwierig zu verteidigen war. Karjakin hat den Zug 36.Te5 befürchtet - die Analyse zeigte aber, dass Weiß keinen langfristigen Vorteil erzielen kann.
Nachfass
Die Stellung war ausgeglichen aus der Eröffnung und entwickelte sich zu einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Karjakin nahm dies auf die leichte Schulter und spielte ungenau. Anand hingegen behielt seinen Fokus und verbesserte Schritt für Schritt seine Stellung bis er sie gewinnen konnte.
 
Karjakin gibt auf. Jetzt ist auch der weiße König Teil aktiv und nun können auch die Türme getauscht werden. Der Läufer geht für den Freibauer verloren, da sich der schwarze König am anderen Ende des Brettes befindet. 69...Ka6 ist der letzte Fehler von Karjakin, der sehr gut und intensiv verteidigt hat.
 
1-0
 
69... Ka6 70.Te7
 
Anand spielt sehr geduldig - stellt seinen Turm zunächst auf e4, um den schwarzen Zug Ld5 zu provozieren und zieht dann erst auf e3 zurück. Dadurch gewinnt er ein Tempo, da der Läufer das Feld d5 verlassen muss, um die d-Linie für den eigenen Turm zu öffnen. Auf e4 steht der Turm optimal und verteidigt alle Bauern, sodass Schwarz ihn vertreiben muss, um Gegenspiel zu erzeugen. Eine geschickte Zugabfolge von Anand.
 
69. Kg5
 
66.Te8 Lf7 67.Te4 Ld5 68.Te3 Lf7
 
Anand hat es geschafft seinen Läufer von g5 wegzuziehen und damit das Feld g5 für den eigenen König freizuräumen. Der Zug 66.Txa5 ist in dieser Stellung ein Fehler. Da wir hier eine Stellung mit ungleichfarbigen Läufern haben, ist die Figurenaktivität wichtiger als ein Bauer. Der Turm steht auf a5 passiv und kann sich nicht mehr bewegen. Schwarz kann mit 66... Le6 auf einmal seinen Turm und Läufer koordinieren und Gegenspiel erzeugen.
 
64... Td7 65.Lh4 Kb7
 
64.Kf4
 
62... Kd7 63.Ta8 Kc7
 
Weiß startet ein neues Turm-Manöver.
 
62. Te8
 
MIt dem Turm auf f7 greift Karjakin den Bauerrn f6 an und verhindert, dass sich der Läufer auf die lange Diagonale umgruppieren und damit das Feld g5 für den König freigeben kann.
 
61... Tf7
 
Anand manövriert vorsichtig und schaut wo sich Möglichkeiten für ihn ergeben. Mit Kf4 hat er den Zug Lh4 mit Kg5 gedroht. Diesen hat Karjakin mit Th7 abgewehrt. Nun hat Anand seinen Turm auf e1 umpositioniert - er hat nun die Möglichkeit die b-Linie zu besetzen. Schwarz ist mit seinem König bereits zur Verteidigung der b-Linie auf c8 geeilt.
 
59.Kf4 Th7 60.Te1 Kc8 61.Kg3
 
Es sind einige interessante Züge passiert. Zunächst spielte Karjakin 57...a5, fixiert den Bauern a4 auf dem weißen Feld, wo er von dem Läufer angegriffen werden kann. Gleichzeitig kann nun der Bauer a5 nicht mehr mit dem eigenen Läufer verteidigt werden. Vielleicht war genau das die Intention von Anand mit Kg3: Er räumt die Diagnole c1-h6 für den weißen Läufer frei und erlaubt bald einen Läuferrückzug. Gleichzeitig neutralisiert er die Drohung Th3 und befreit damit seinen Turm.
 
57... a5 58.Kg3 Tf7
 
Kurzer Blick zur verbleibenden Partie Giri - Nakamura: Gerade hat Giri seine starke Stellung verspielt und stellt eine Figur ein. Wahrscheinlich reicht es noch zum Ausgleich, aber in dieser Runde wird es wohl keinen ersten Sieg für Giri geben.
 
Kurzer Zwischenstand zum Turnier: Die zweite sehr umkämpfte Partie endete mit einem Sieg von Peter Svidler gegen Levon Aronian! Aronian hat die Partie sehr lange dominiert, verspielte aber seinen Vorteil. Svidler hätte sich auf ein Unentschieden einlassen können - spielte aber stattdessen auf Gewinn und wurde belohnt. Aronian fällt damit aus der Reihe der direkten Verfolger und hat nun einen ganzen Punkt Abstand zu Caruana. Sehr ärgerlich für Aronian, vor allem, da er bisher ein starkes Turnier gespielt hat und nunmehr in zwei Partien sehr ärgerlich verlieren musste.
 
Der Turm auf e3 verhindert das Gegenspiel mit 57...Th3. Der weiße König kann seine Reise auf e5 fortsetzen und der weiße Turm kann sich auf die andere offene Linie - die b-Linie - umgruppieren. Weiß wird nun langsam versuchen die schwarzen Figuren abzudrängen und mit seinem eigenen König in das gegnerische Lager eindringen.
 
Anand entschließt sich erstmal dafür diese Entscheidung zu vertagen und es mit dem Turm auf der e-Linie zu versuchen.
 
56.Te8 Kd7 57.Te3
 
Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob Anand 56.Txa6 spielt. Nach 56...Th3 schlägt der Computer den unmenschlichen Zug 57.Lh4 vor - wohl ein Figurenopfer für Kompensation. Nach 57...Txh4 58.Kg5 fällt auch noch der Bauer auf g6. Damit hat Weiß drei Bauern für die Figur. In der Praxis ist diese Fortsetzung sehr schwer zu finden und kann wohl nur von einer Maschine stammen.
 
55.Ta8 Ke6
 
Anand aktiviert seinen König und steht nun vor der Wahl: Lässt er das Gegenspiel mit Th3 zu oder findet Anand einen anderen Weg seinen Vorteil auszubauen.
 
53.Kf4 Ke6 54.Te8 Kd7
 
Noch kann Karjakin alle seine Bauernschwächen mit seinem Läufer verteidigen. Der König und der Turm blockieren den gefährlichen Freibauer auf f6. Jetzt muss Anand zeigen, wie er seinen Vorteil weiter verwerten möchte. Er könnte versuchen seinen König zu aktivieren. Nach 53.Kf4 hat Schwarz sogar ein Mattmotiv: Er kann seinen König auf e6 und seinen Turm auf h3 bringen - schon droht der Zug Tf3! Das bedeutet für Weiß, dass er nicht einfach den Bauern auf a6 schlagen kann: z.B. 53.Kf4 Ke6 54.Te8+ Kd7 55.Ta8 Ke6 56.Txa6 Th3. Ob das als Gegenspiel ausreicht, ist allerdings noch unklar.
 
52.Tc8 Ld5
 
51.... Kf7
 
Schwarz kann nicht 51... Kd5 spielen, da 52.Te7 Th8 53.f7 folgt. Der König muss also beim Freibauer f6 verbleiben.
 
50...Ke6 51.Te8+
 
Allersings erlaubt der Zug 50.Kg3 den schwarzen Zug 50... Ke6, den Karjakin auch sofort macht.
 
Weiß spielt nicht direkt 50.Tb6, sondern erstmal 50.Kg3. Denn nach 50.Tb6 droht noch nicht 51.Txc6, da darauf der Doppelangriff 51... Ld5 folgt. Der Zug 50.Tb6 erlaubt Schwarz sich etwas zu sortieren, vielleicht den Turm auf die achte Reihe und so diesen zum Damenflügel zu bringen.
 
50.Kg3
 
Karjakin hat sich außerdem entschieden den Bauern auf c4 anstelle des Bauers auf g4 zu nehmen. So deckt der Läufer den a-Bauern.
 
Die letzten Zügen wurden praktisch heruntergeblitzt. Anand gibt nochmals Schach auf b8 damit der König auf f7 den schwarzen Turm blockiert.
 
49.Tb8 Kf7
 
46.Td8 Kf7 47.Tb8 Lxc4 48.Txb7 Kg8
 
45... Le6
 
Anand entscheidet sich seinen Läufer auf g5 zu bringen. Damit greift der Turm noch den Läufer an und verhindert Bewegungen vom Turm. Allerdings kann Karjakin nun seinen Läufer mit 45... Le6 aktivieren. Darauf könnte 46.Td8 Kf7 47.Tb8 folgen. Wenn der Bauer auf b7 fällt, dann ist sowohl der a6 Bauer als auch der c6 Bauer schwach. Damit nutzt Weiß das gesamte Brett und spielt auf beiden Flügeln: Hier macht sich die Aktivität der weißen Figuren besonders bemerkbar.
 
45.Lg5
 
Kurzer Zwischenstand zum Turnier: Gerade trennten sich Topalov und Caruana nach einer spannenden und sehr umkämpften Partie mit Unentschieden. Caruana hat in Zeitnot nicht die beste Fortsetzung gefunden und konnte die Partie so nicht für sich entscheiden. Damit ist Caruana im Moment mit 6,5 aus 11 alleiniger Tabellenführer. Anand und Aronian können mit einem Sieg zur Tabellenspitze aufschließen. Es bleibt also eng an der Spitze.
 
Anand vermeidet den Zug 44.g5, der seine Bauern fixieren würde. Stattdessen könnte nun auch der weiße König auf das Feld g5 vordringen und den Bauern g6 angreifen.
 
44.Kg2 Ld7
 
Der weiße Plan ist recht einfach: er kann seinen König auf d4 bringen und von dort aus seine Reise nach d6 fortsetzen und diese letzte Ressource in den weißen Angriff bringen. Im Endspiel ist der König eine zentrale Figur, die auch eine entscheidende Rolle im Angriff spielen kann.
 
Ohne lange Nachzudenken spielt Karjakin 43...Th7. Jetzt kann er nach 44.Te4 zumindest 44... Ld7 spielen. Seine Figuren sind nicht mehr so passiv. Nach 45.Ld6 Kg8 46.g5 bleiben ihm dennoch nur wenige Züge. Der Läufer kann sich nicht frei bewegen, da ansonsten der weiße Turm auf die Grundreihe eindringen kann.
 
43... Th7
 
Anand lässt den schwarzen Turm auf h7 zu und gruppiert stattdessen seinen Läufer auf d6 und dann vielleicht sogar auf e7 um.
 
43.Lf4
 
Eine Alternative zu 43.Lh6 ist definitiv 43.Td8 mit einer Fesselung des Läufers auf e8. Nach 43... Td7 kann 44.Tb8 folgen. Der Bauer auf b7 hängt, weshalb der Turm seine offene d-Linie nicht genießen kann.
 
Nach Kf8 hat nun der Turm das Feld h7 bekommen. Schwarz könnte versuchen sich mit 43...Th7 und 44...Ld7 zu befreien, da das sofortige 43...Ld7 wegen 44.Lf4 nicht funktioniert. Weiß könnte dies mit einem Zwischenschach 43.Lh6 verhindern.
 
42.f6 Kf8
 
Weiß muss sich aber keineswegs darauf einlassen. So kann er etwa 42.f6 Td7 43.Te4 spielen. Er dominiert die schwarze Stellung so sehr, dass ihm fast keine Züge zur Wahl stehen. Der Läufer kann sich nicht bewegen. Wenn der Turm die 7te Reihe verlässt, kommt sofort Te7. Auf Tc7 hat Weiß die Möglichkeit seinen Läufer mit Tempo von g5 auf d6 umzugruppieren. Der König muss den schwarzen Läufer verteidigen und kann deshalb nicht auf f6 schlagen, sondern muss passiv auf f7 oder f8 bleiben. Weiß kann nun langsam seine Figuren umstellen (den Läufer auf d6 und vielleicht den König auf g5) und dann Schwarz in Zugzwang setzen.
 
Der Läufer muss sich passiv zurückziehen. Schwarz möchte mit 42... Td7 die Türme tauschen. Sobald diese vom Brett sind, ist die Stellung remis.
 
41... Le8
 
Anand hat diese Partie bisher sehr soverän gespielt und jede Ungenauigkeit von Karjakin genutzt langsam seinen Vorteil auszubauen. Jetzt sieht es so aus als würde er gegen Karjakin gewinnen!
 
41. Lxg5
 
Nach 41.Lxg5 dominiert Weiß die Stellung und es sieht aus, als würde Schwarz einfach auseinanderfallen! Das überrascht mich sehr, habe ich noch vor einigen Zügen die Meinung vertreten, die Partie würde bald remis enden. So schnell kann sich das Blatt wenden und so wichtig ist es, nicht den Fokus in einer schwierigen Stellung zu verlieren. Ich bin gespannt, ob Karjakin das noch halten kann!
 
39... Txc7 40.hxg5 fxg5
 
Karjakin versucht die Bauern zu tauschen. Doch nach 39... Txc7 folgt 40.hxg5 fxg5 41.Lxg5. Hier kann Schwarz nicht den Bauern f5 schlagen, da Weiß den schwarzen Turm angreift und dann den Läufer gewinnt.
 
38... g6 39.Td4
 
Karjakin hat nur noch knapp 2 Minuten für eine Entscheidung in dieser schwierigen Stellung, wo er präzise verteidigen muss. Es wird spannend!
 
Anstatt 38... Txc7 könnte Schwarz 38... gxh4 spielen. Dann kann allerdings 39.Lf4 folgen und der sehr unangenehme Freibauer auf c7 bleibt bestehen. Das wird Anand nutzen, um weiter Druck gegen Karjakin auszuüben. So kann nach 39... Te8 40.Td4 Lc8 41.Td8 mit einer sehr unangenehmen zugzwangänlichen Stellung.
 
Beide Spieler befinden sich langsam auch am Ende der Zeitkontrolle - und haben noch unter 10 Minuten Zeit für die nächsten 2 bzw. 3 Züge. An sich ist das viel Zeit, aber in dieser Stellung muss Karjakin eine schwierige Entscheidung treffen. Auf einmal wirkt die Stellung sehr unangenehm für ihn.
 
Vielleicht hat auch Karjakin voreilig beschlossen, dass die Stellung remis ist und er nichts weiteres zu machen braucht als abzuwarten. Diese "kleine" Nachlässigkeit könnte Karjakin den Turniersieg kosten!
 
Die weißen Figuren sind wesentlich besser koordiniert und der weiße Läufer hat mehr Handlungsoptionen als sein Gegenspieler, der passiv gezwungen wird auf c8 und d7 zu verharren. Anand wird versuchen seinen Vorteil bis ins letzte in einen Gewinn umzuwandeln.
 
Karjakin hat mit 35... Txc7 ungenau gespielt - aber es bleibt unklar, ob Anand diese Ungenauigkeit in einen Sieg verwandeln kann.
 
37.f5 Ld7 38.h4
 
Weiß könnte probieren nach 37.f5 Ld7 38.h4 spielen. Schwarz kann nicht auf h4 zurückschlagen, da Weiß seinen Läufer auf f4 bringen kann. Also wird Schwarz wohl den Bauern auf c7 mit 38... Txc7 nehmen. Nach 39.hxg5 fxg5 40.Lxg5 Lc8 sind noch mehr Bauern abgetauscht - und damit rückt das remis wieder einen Schritt näher. Weiß kann versuchen seinen Turm mit 40.Td4 Lc8 41.Td8 auf die achte Reihe zu bringen.
 
Schwarz hat allerdings genug Zeit seine Figuren mit Lc8 und Td7 oder Te7 auf vernüftige Felder bringen und so verteidigen.
 
Karjakin spielt überraschenderweise nicht f5, sondern spielt gleich 35... Txc7. Weiß kann hier 37.f5 probieren. Nach 37... Ld7 kann Weiß probieren den Läufer auf die Diagnole h2-b8 umzugruppieren oder aber seinen Turm auf die b-Linie bringen und auf b7 angreifen.
 
35... Txc7 36.bxc7 Tc8
 
Anand probiert es - schließlich hat er in dieser Stellung nichts zu verlieren.
 
35.f4
 
34...Kf7 ist ein präziser Zug von Karjakin. Hätte er hier nicht aufgepasst, hätte Weiß ein starkes Spiel mit 35.f4 erzeugen können. Falls aber hier 35.f4 folgt, kann er mit 35...f5 kontern und einige Bauern abtauschen. Nach 36.Td4 kann 36... Txc7 37.bxc7 Te7 38.fxg5 Txc7 39.h4 kann Weiß noch versuchen am Königsflügel einen Freibauer zu bilden, hat aber seinen Hauptvorteil durch den Bauern b6 und den aktiven Turm verloren. Die Stellung ist wohl haltbar für Schwarz.
 
Vielleicht gibt das Fehlen vom Bauern e4 für Schwarz sogar mehr Möglichkeiten. Nun können seine verdoppelten Türme auf der e-Linie irgendwann selbst aktiv werden und das Feld e4 besetzen.
 
34.Txe4 Kf7
 
Der Läufer auf e6 deckt das wichtige Feld d7. Weiß kann hier 34.Txe4 spielen und einen Bauern gewinnen. Allerdings hat dieser Mehrbauer wenig Einfluss in dieser Stellung: Vor allem wegen den beiden Doppelbauern.
 
33.c4 Le6
 
Eine Möglichkeit wäre es den König auf a5 zu bringen, ein Turmpaar zu tauschen und dann vielleicht konkret den zweiten Turm auf c6 zu opfern, um den gefährlichen Freibauer b6 mit Königunterstützung laufen zu lassen.
 
Falls Weiß aber 33.c4 spielt, ist sein Turm auf das Feld d4 festgelegt, da ansonsten der Bauer auf c4 fällt. Nach 33... Lf7 kann Weiß versuchen seinen König zu aktivieren, wobei mir nicht ersichtlich ist, wohin dieser gehen soll.
 
Die einzige weiße Gewinnchance besteht darin, seine aktiven zwei Türme in etwas langfristiges umzuwandeln. So kann er hier versuchen 33.c4 zu spielen. Schwarz muss jetzt aufpassen und kann nicht 33... Txc7 spielen, da nach 34.bxc7 Schwarz nicht 34... Tc8 wegen 35.Td8 spielen kann.
 
Karjakin bleibt seiner Strategie treu. Er ignoriert weitgehend das weiße Spiel. Nach 33.Td7 kann einfach 33... Txd7 34.Txd7 mit 34... Te7 folgen. Es ist ein Turm weniger auf dem Brett, wodurch Weiß keine Gewinnmöglichkeiten mehr hat.
 
32. Tc7 Kf8
 
Nun ist der weiße Vormarsch blockiert. Aber Weiß kann versuchen mit 32. Tc7 fortzufahren. Nach 32... Txc7 33.bxc7 Tc8 folgt 34.Td7+ mit einem sehr aktiven Turm auf d7. Vielleicht gibt es doch Gewinnchancen für Anand.
 
31... a6
 
Weiß setzt seinen Bauernvormarsch fort. Hier kann Schwarz 31... a6 spielen. Wenn er 31.. axb6 spielt, dann erlaubt er Weiß einen Freibauer durch den Vormarsch des a-Bauers zu erzeugen. Damit bekommt Weiß ernsthafte Gewinnchancen.
 
31. b6
 
Karjakin deckt seinen Turm mit dem anderen Turm, um die Kontrolle über die 7te Reihe zu behalten. Er signalisiert Anand, dass er einfach stehenbleiben wird und dieser nicht gewinnen kann. Ich bin gespannt, ob jetzt das Remisangebot kommt.
 
30.Td7 Tce8
 
Allerdings kann Schwarz nach 30.Tb4 das weiße Spiel weiter ignorieren und einfach 30... Ke8 spielen. Wenn Weiß nun 31.bxc6 spielt, dann kann er den Bauern c6 kein zweites Mal angreifen. Auch kann er die offene b-Linie nicht aussnutzen.
 
Vielleicht kann Anand 30. Tb4 versuchen. Damit gruppiert er seinen Turm auf die b-Linie um. Wenn Schwarz nun auf b5 schlägt, folgt 31.axb5. Auf einmal kann Weiß einen Freibauer mit 32.c6 bilden. Das sieht ganz gut für Weiß aus.
 
Karjakin ignoriert den Bauernvormarsch und stellt seinen Turm auf c8. Jetzt muss Anand auf c6 (30.bxc6) schlagen oder 30.b6 spielen, da ansonsten Schwarz selbst cxb5 spielt und nun den Bauern auf c5 angreift. Nach 30.b6 folgt einfach 30...a6 und der weiße Vormarsch ist endgültig beendet.
 
28... Lg8 29.b5 Tc8
 
Anand setzt seinen Bauernvormarsch am Damenflügel fort. Karjakin kann mit a6 die Bauern aufhalten oder aber den Vormarsch gänzlich ignorieren. Selbst wenn Weiß auf c6 mit dem b-Bauern schlägt, kann Karjakin ihn leicht mit Tc8 verteidigen. Weiß kann den Bauern c6 nicht mit einer zweiten Figur angreifen. Und ein Turmtausch bringt Schwarz einen Schritt näher zum Unentschieden.
 
28. b4
 
Die letzten Züge wurden relativ schnell gespielt. Obwohl Karjakin die Möglichkeit hatte hier 27... Le6 zu spielen, entschied er sich für den Zug Lh7. Karjakin drückt damit aus, dass es keinen Unterschied macht, wo genau sich der Läufer befindet.
 
27... Lh7
 
27.g4
 
Karjakin nimmt das Feld d7 nun nochmal unter Kontrolle. Nach 27.g4 folgt Le6 mit Angriff auf den Bauer b3. Nach 28.b4 Lb3 29.a5 a6 ist der weiße Bauernvormarsch erstmal blockiert und der schwarze Läufer steht wesentlich aktiver auf b3 als auf g6 oder h7 wie nach dem sofortigen 26.g4.
 
26.a4 Te7
 
Nach 26. g4 Lg6 oder 26.. Lh7 wird Schwarz erstmal stehen bleiben und abwarten, wie genau Weiß nun weiter fortfahren möchte. Weiß könnte versuchen mit seinen Bauern am Damenflügel nach vorne zu gehen und die Schwäche auf c6 angreifen. Schwarz kann aber immer den König auf f8 zurückziehen und dann seinen Läufer über die Diagnole a2-g8 auf d5 umgruppieren.
 
Weiß kann hier nun 26. g4 spielen und den schwarzen Läufer von der Verteidigung des Feldes d7 vertreiben. Auf einmal bekommen die weißen Türme auf der d-Linie eine Perspektive und können in das schwarze Lager eindringen. Im Moment folgt nach 27.Td7 Te7; aber wer weiß schon, wann diese Möglichkeit gefährlich werden kann.
 
Die weißen Figuren sind aktiver als ihre schwarzen Gegenspieler. Vielleicht kann Anand hier doch einen Vorteil erspielen. Jetzt hat Schwarz die unangenehme Aufgabe den Bauern auf e4 zu verteidigen.
 
Anand hat eine kleine Initiative erspielt. Vielleicht war Karjakins letzter Zug 24... Kf7 nicht die genauste Fortsetzung. Der Computer bevorzugt den Bauerntausch mit g4.
 
24... Kf7 25. T1d4 Lf5
 
Vielleicht ist ein Unentschieden für Anand aus turniertaktischer Perspektive gar nicht so schlecht. Er muss sich nur noch gegen Nakamura, Giri und Svidler behaupten. Alles Gegner, die in diesem Turnier nicht zu den Favoriten zählen. Vielleicht wird es so für ihn einfacher zu Punkten zu kommen - aber er wird nicht mehr direkt in den Titelkampf eingreifen können.
 
Meine Vermutung ist, dass beide Spieler noch die Pflichtzüge spielen und sich danach auf ein Unentschieden einigen.
 
Anand deckt den Bauern a2 und stellt seine Bauern auf die weißen Felder, gegen den schwarzen Läufer auf e6 gerichtet.
 
24. b3
 
Karjakin kann leicht die Kontrolle über die d-Linie durch König f8 und Ke7 mit anschließendem Tad8 zurückgewinnen.
 
22... Ta8 23. Tad1 Le6
 
Anand aktiviert seinen Turm und bringt ihn auf den sogenannten Vorposten d6: Auf ein Feld auf einer (halb-)offenen Linie weit im gegnerischen Lager, welches nicht durch einen gegnerischen Bauern angegriffen werden kann. Hier wird das Feld durch den eigenen Bauern c5 geschützt. Weiß möchte nun seinen zweiten Turm ebenfalls auf die d-Linie bringen. Dadurch hat er zwar Kontrolle über die offene d-Linie, kann dies aber nicht wirklich ausnutzen, da das wichtige Feld d7 unter der Kontrolle des schwarzen Läufers ist.
 
22. Td6
 
Karjakin baut sich lehrbuchgemäß auf: Er stellt seine Bauern auf die Farbe des gegenerischen Läufers. Dadurch nimmt er dem Läufer Felder weg und schafft neue Zugmöglichkeiten für den eigenen Läufer.
 
21... g5
 
Nach den Turnierregeln müssen die Spieler mindestens 30 Züge vollendet haben, bevor sie sich auf ein Unentschieden einigen können. Davon ausgenommen sind die dreimalige Stellungswiederholung und Patt.
 
Anand tauscht die Damen ab - die Stellung nähert sich einem Unentschieden, da keine Seite einen Angriff kreiieren kann.
 
18. Sxg6 hxg6 19.Dg5 Dxg5 20.Lxg5 f6 21.Le3
 
Anand steht hier also vor der Wahl: Versucht er mit Weiß gegen Karjakin auf Gewinn zu spielen oder reicht ihm das remis?
 
Hier muss Anand entscheiden, ob er 18. Sc4 mit der Idee 19. Sd6 spielt oder 18. Sxg6 spielt. Nach 18. Sc4 kann Schwarz aktiv 18... f5 spielen. Nach 19. Sd6 kann 19... b6 (mit Angriff auf den Bauern c5, womit die Unterstützung des Springers auf d6 untergraben wird) oder 19... f4 mit eigenem Angriff folgen. Die Alternative 18. Sxg6 führt nach 18... hxg6 19.Dg5 zu einem Damentausch und damit zum Unentschieden. Falls Weiß die Damen nicht tauscht, folgt nach 19. De2 Dxc5 20. Dxe4 auch eine ausgeglichene Stellung.
 
17... De7
 
Anand gibt seinen weißfeldrigen Läufer gegen den starken Springer auf e4. Wir haben hier nun eine Stellung mit ungleichfarbigen Läufern. Diese haben eine ganz spezielle Charakteristik: Derjenige Spieler, der es schafft einen Angriff zu starten, hat einen sehr großen Vorteil, da der eigene Läufer keinen Gegenspieler im Angriff hat. Je mehr Figuren abgetauscht werden, desto mehr strebt die Stellung gegen Unentschieden.
 
16.Lxe4 dxe4 17.Td1
 
Weiß hat hier das Läuferpaar; musste dafür allerdings eine Schwäche in seiner Bauernstruktur zulassen, die Karjakin jetzt direkt angreift. Wenn Weiß es schafft sich zu stabilieren, kann er langfristig mit c4 versuchen, eben diese Schwäche aufzulösen.
 
Karjakin wählt eine konkrete Abwicklung und schlägt den Springer nach Dh5. Er hätte nicht auf e5 schlagen können, da Weiß mit 16.Dxh7 den Schwarzen Matt setzt. Jetzt aber nach 15... Se4 droht 16... Sxe5 17.Dxe5 und 17... Sxc5.
 
14. Dh5 Lxc5 15. dxc5 Se4
 
Allerdings gibt es nach 14. Dh4 Te8 15.Lf4 die konkrete Fortsetzung 15... Lxc5 16.dxc5 und 16...Se4 17.Lxe4 dxe4 18.Sxg6 hxg6 nach der sich der weiße Entwicklungsvorsprung sehr stark verringert. Weiß kann sich hier allerdings auf der d-Linie entwickeln und Schwarz wird versuchen seine Bauernmajorität am Königsflügel mit vielleicht e3 auszunutzen. Die ungleichfarbigen Läufer aber können leicht zum Unentschieden führen.
 
Nach 14. Dh5 Te8 kann Weiß mit 15. Lf4 fortsetzen. Hier kann Schwarz nicht den Läufer schlagen, da nach 15... Sxf4 16. Dxh7 Kf8 17.Tae1 mit einem sehr gefährlichen Angriff folgt. Schwarz kann das Matt nach 17... Dh8 18.Ke7 und Sg6++ nur mit Materialaufgabe verhindern.
 
Weiß hat hier aber die Möglichkeit 14. Dh5 zu spielen. Damit verhindert er den für Schwarz wichtigen Entwicklungszug 14... Lf5. Normalerweise kann die Dame von h5 leicht vertrieben werden. In dieser Stellung aber haben sich die schwarzen Springer anderweitig ausgerichtet und können die Dame nicht angreifen. Durch die Dame auf h5 hat Weiß ein neues Entwicklungsfeld für seinen eigenen Läufer bekommen: Er kann nun auf g5 gehen. Schwarz kann mit 14... Te8 fortfahren mit der Drohung 15... Lxc5 16.dxc5 Txe5 mit Angriff auf die Dame.
 
Nach langem Überlegen entscheidet sich Karjakin für den überraschenden Zug Sg6. Er verhindert damit den Zug 14. Lf4 und greift den Springer auf e5 an.
 
13... Sg6
 
Zur Turniersituation: Die nächsten und letzten drei Runden im Turnier werden einiges entscheiden: Anand hat bereits gegen alle Turnierführer gespielt. Caruana muss in der 12 Runde gegen Aronian spielen und in der 13 Runde muss Karjakin gegen Aronian spielen. Wenn sich Aronian von seinem Verlust gegen Anand in Runde 9 erholt, hat er heute und in den nächsten Tagen noch alle Chancen auf einen Turniersieg. Er muss gegen beide Tabellenführer ran. In der letzten Runde des Turniers werden wir das Match Karjakin gegen Caruana sehen können. Gewissermaßen das Feuerwerk am Ende des Turniers. Es bleibt also noch sehr spannend!
 
Weiß kann nach 13... Lf5 direkt 14. Lf4 spielen. Damit entwickelt er seinen Läufer und bringt noch eine Figur, die das Feld e5 kontrolliert. Der Springer auf e5 ist der kleine Vorteil von Weiß: Er ist aktiv im Zentrum, verhindert das Voranschreiten der schwarzen Bauern am Damenflügel durch seinen Angriff auf den Bauern c6 und kann die weißen Figuren bei einem Königsangriff mit Dh5 unterstützen. In vielen Situationen kann man diesen Springer mit dem Zug f4 unterstützen. Falls dann Schwarz auf e5 schlägt, kann Weiß mit dem f-Bauern zurückschlagen und seine f-Linie öffnen. Hier in dieser Stellung allerdings führt der Zug f4 nur zu einer Schwächung der eigenen Struktur: insbesondere das Feld e4 wird sehr angreifbar, da f3 nicht mehr möglich ist.
 
Karjakin nimmt sich viel Zeit für diese Stellung. Er muss sich entscheiden, ob er zuerst 13... f6, 13... Lf5 oder aber diese Entscheidung mit 13... Lc7 aufschiebt. Alle drei Züge sind natürliche Fortsetzungen für Schwarz. Danach kann der Schwarze Turm auf die e-Linie und irgendwann kann Schwarz vielleicht selbst seinen Springen auf e4 bringen. Nach Lc7 kann Schwarz mit b6 den Springer von c5 verjagen (natürlich erst nach f6, da ansonsten der Bauer auf c6 hängt) und bei Gelegenheit mit c5 Druck im Zentrum ausüben.
 
Die Struktur auf dem Brett erinnert an diverse Abtauschvarianten: durch den frühen Tausch der Zentrumsbauern stabilisiert sich die Stellung. Das Spiel wird langsamer; Weiß versucht oft seine etwas besser plazierten Figuren auszunutzen. Falls Weiß aber zu aggressiv spielt, zu früh und zu forsch versucht seine Bauern nach vorne zu schieben, entstehen Schwächen, die gerne vom Schwarzen ausgenutzt werden. Derartige Stellungen enden schnell im remis: Je mehr Figuren abgetauscht werden, desto weniger relevant wird der weiße Entwicklungsvorsprung.
 
Schwarz kann hier Lf5 spielen. Nach 14.Lxf5 muss er mit 14... Sexf5 fortfahren, da der Springer auf d6 den Bauern b7 decken muss. Es lohnt sich für Schwarz nicht 13... Lxc5 zu spielen. Weiß erhält das Läuferpaar und kann seinen Doppelbauern mit dem Zug c4 auflösen.
 
Anand aktiviert seinen Springer und positioniert ihn auf c5. Von hier aus bedroht er den Bauern b7. Auch das Manöver Lc2 und Scd3 wäre denkbar, um Kontrolle über das Feld e5 zu behalten und den schwarzen Zug f6 zu provozieren.
 
13. Sc5
 
Ein Angriff mit Dh5 führt im Moment zu nichts, da Schwarz immer Lf5 spielen und so den weißen Angriff im Keim ersticken kann.
 
Interessant ist, dass Anand auch in der Partie nach dem Verlust gegen Karjaktin eine sehr langweilige Eröffnung gewählt hat, die schnell zu einer Punkteteilung geführt hat. Vielleicht ist sein wenig aggressives Spiel in dieser Partie beeinflusst von der sehr bitteren gestrigen Niederlage.
 
Mit 12... c6 bereitet Schwarz das Läufermanöver auf c7 vor, aktiviert damit seinen ungünstig plazierten Läufer.
 
12... c6
 
In dieser Stellung kann Schwarz zuerst den Springer von e5 mit 12... f6 verjagen. Das erzeugt aber eine Schwäche auf e6, die Weiß versuchen kann mit Te1 und Sc5 auszunutzen.
 
Die symetrische Bauernstruktur erlaubt wenig Angriffsfläche für beide Seiten und führt deshalb sehr häufig zum Unentschieden. Dies wäre ganz im Sinne von Karjakin. Anand hingegen hat bereits gegen alle Spieler gespielt, die um den Turniersieg spielen. Mit einem Unentschieden müsste er also darauf hoffen, dass Karjakin oder Caruana Punkte abgeben.
 
Karjakin spielte Sd6 mit der Idee, den starken weißfeldrigen Läufer auf d3 mit dem Zug Lf5 abzutauschen. Dadurch erschwert er einen möglichen Angriff auf den König. Denn der Läufer auf d3 zielt schon auf h7. Der schwarze Läufer steht auf b6 etwas außen vor. Schwarz wird ihn vielleicht später mit c5 oder mit c6 ins Spiel bringen.
 
Weiß öffnet die Diagnonale für seinen Läufer. Der Springer kann auch auf c5 ein aktives Feld einnehmen. Im Moment allerdings, würde das lediglich die eigene Bauernstruktur schwächen.
 
11... Sd6 12.Sb3
 
In dieser symetrischen Bauernstruktur hat Weiß - wenn überhaupt - nur einen minimalen Vorteil, der vielleicht dadurch resultiert, dass seine Figuren etwas besser entwickelt sind als die schwarzen.
 
7.h3 Se7 8.d4 Lb6 9.Ld3 d5 10.Sxe5 Sxe4 11.Sd2
 
Anand entscheidet sich für 1.e4 und lässt sich auf die in diesem Turnier sehr populäre Berliner Verteidigung ein.
 
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.d3 Lc5 5.c3 O-O 6.O-O d6
vor Beginn
Kann Anand nach dieser Niederlage seinen Kampfgeist wiederfinden und Karjakin aus seiner Führungsrolle drängen? Für Anand ist es heute die entscheidende Runde des Turniers. Wir können gespannt sein, ob er mit 1.e4 oder einem anderen Zug eröffnet.
vor Beginn
Die anderen Begegnungen heute versprechen nicht weniger spannend zu werden: Aronian spielt mit Weiß gegen Peter Svidler und wird versuchen zu gewinnen. Svidler ist aber ein sehr gefährlicher Gegner, der den Traum vom Turniersieg sehr leicht zerstören könnte. Caruana spielt mit Schwarz gegen Topalov, für den das Turnier bisher wenig glücklich verlaufen ist. Vielleicht kann Caruana das heute für sich nutzen. Im letzten Duell treffen Giri und Nakamura aufeinander: Vielleicht ist heute die Gelegenheit für Giri aus seinem Remisspiel mit einem ersten Sieg näher an die Tabellenspitze vorzurücken?
vor Beginn
Karjakin steht in dieser Runde ebenfalls unter Druck: Er spielt Schwarz und könnte durch einen Sieg einen wichtigen Verfolger abschütteln. Falls er allerdings verliert, würde es ihn die Tabellenführung kosten. Wahrscheinlich wird er versuchen Risiken zu meiden und auf seine Chancen warten.
vor Beginn
Während sich Karjakin gestern nach einem schnellen remis mit Anish Giri erholen konnte, muss Anand die anstrengende Niederlage von gestern erstmal verdauen. Das letzte Match der beiden in Runde 4 endete mit einem Sieg von Karjakin. Zwei Faktoren, die das Spiel für Anand heute sehr schwierig machen könnten. Allerdings hat der Ex-Weltmeister in diesem Turnier eine sehr starke Performance mit Weiß gezeigt: Mit drei Siegen und vier Unentschieden erreichte er 4 aus 5 Punkten. Um seine Chancen auf den Turniersieg zu erhöhen, muss er heute mit Weiß alles geben.
vor Beginn
Gestern haben wir schon eine erste Überraschung im Turnier erlebt: Caruana konnte Anand eine vernichtende Niederlage zufügen und setzte sich damit neben Karjakin an die Turnierspitze mit 6 aus 10 Punkten. Anand ist von der geteilten Tabellenführung zu Aronian ins Verfolgerfeld mit 5,5 Punkten aus 10 gerrückt.
vor Beginn
Herzlich willkommen beim Kandidatenturnier zur Schach-WM 2016. Wir begleiten heute die Partie zwischen Viswanathan Anand und Sergey Karjakin.
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.d3 Lc5 5.c3 O-O 6.O-O d6 7.h3 Se7 8.d4 Lb6 9.Ld3 d5 10.Sxe5 Sxe4 11.Sd2 Sd6 12.Sb3 c6 13.Sc5 Sg6 14.Dh5 Lxc5 15.dxc5 Se4 16.Lxe4 dxe4 17.Td1 De7 18.Sxg6 hxg6 19.Dg5 Dxg5 20.Lxg5 f6 21.Le3 g5 22.Td6 Te8 23.Tad1 Le6 24.b3 Kf7 25.T1d4 Lf5 26.a4 Te7 27.g4 Lh7 28.b4 Lg8 29.b5 Tc8 30.Td7 Tce8 31.b6 a6 32.Tc7 Kf8 33.c4 Le6 34.Txe4 Kf7 35.f4 Txc7 36.bxc7 Tc8 37.f5 Ld7 38.h4 g6 39.Td4 Txc7 40.hxg5 fxg5 41.Lxg5 Le8 42.f6 Kf8 43.Lf4 Th7 44.Kg2 Ld7 45.Lg5 Le6 46.Td8 Kf7 47.Tb8 Lxc4 48.Txb7 Kg8 49.Tb8 Kf7 50.Kg3 Ke6 51.Te8+ Kf7 52.Tc8 Ld5 53.Kf4 Ke6 54.Te8 Kd7 55.Ta8 Ke6 56.Te8 Kd7 57.Te3 a5 58.Kg3 Tf7 59.Kf4 Th7 60.Te1 Kc8 61.Kg3 Tf7 62.Te8 Kd7 63.Ta8 Kc7 64.Kf4 Td7 65.Lh4 Kb7 66.Te8 Lf7 67.Te4 Ld5 68.Te3 Lf7 69.Kg5 Ka6 70.Te7
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