Cookie-Einstellungen

Russland-Ukraine-Konflikt: Die Auswirkungen auf den Sport - 5. bis 9. März

Von SPOX/SID
Der Ukrainische Verband plant harte Sanktionen gegen Anatoliy Tymoshchuk.
© getty

Die russische Invasion in der Ukraine hat auch für die Welt der Sports Auswirkungen. Hier findet Ihr alle Entwicklungen in chronologischer Reihenfolge.

Dieser Artikel enthält alle Entwicklungen vom 3. bis 4 März. Klicke hier, um zum Liveticker zu gelangen!

Was bisher geschah: Hier geht es zu allen Entwicklungen vom 1. bis 2. März

Mittwoch, 09.03., 16.22 Uhr: HSV-Teambus holt Geflüchtete nach Hamburg

Handball-Bundesligist HSV Hamburg hilft Geflüchteten aus der Ukraine auf ihrem Weg in die Hansestadt. In einer gemeinsamen Aktion mit dem THCC Rot-Gelb Hamburg (Tennis, Hockey und Cricket) wird der Klub am Freitag seinen Mannschaftsbus und einen weiteren Bus an die polnisch-ukrainische Grenze schicken, um dort Frauen und Kinder abzuholen. Dies teilte der HSVH am Mittwoch mit.

Der Bus wird unter anderem durch Spenden des Vereins, der Mannschaft und der Fanclubs finanziert.

Mittwoch, 09.03., 15.50 Uhr - Ukrainischer Verband plant harte Sanktionen gegen Anatoliy Tymoshchuk

Im Zuge des Krieges in der Ukraine geht der ukrainische Verband disziplinarisch gegen Rekordnationalspieler Anatoliy Tymoshchuk vor. Wie das Ethik- und Fairplaykomitee des Verbandes mitteilte, wurden eine Reihe von Sanktionen in Auftrag gegeben, die faktisch eine Löschung des ehemaligen Bayern-Spielers aus der Fußballgeschichte des Landes zur Folge haben.

Hintergund sind bislang ausgebliebene Äußerungen des 42-Jährigen zur russischen Invasion. So heißt es in der Mitteilung: "Nicht nur hat sich Tymoshchuk, früherer Kapitän des ukrainischen Nationalteams, bislang nicht zu der Thematik geäußert, sondern er hat ebenso wenig seine Kooperation mit dem Klub des Aggressors beendet."

Ukrainischer Verband will Tymoshchuk aus der Geschichte entfernen

Tymoshchuk ist Co-Trainer von Zenit St. Petersburg und verzichtete bislang, anders als etwa sein Landsmann Andriy Voronin, auf einen Rücktritt. Voronin hatte seinen Posten als Assistent von Sandro Schwarz bei Dynamo Moskau niedergelegt. Das Verhalten von Tymoshchuk beschädige laut Ethik-Komitee das Bild des ukrainischen Fußballs, weshalb das Komitee vier Maßnahmen beantragte, die die Verbandsspitze umsetzen soll.

Erstens soll Tymoshchuk die vom ukrainischen Lizenzgeber ausgehändigte Trainerlizenz entzogen werden. Zweitens fordert das Komitee von den lokalen Behörden die Aberkennung sämtlicher staatlicher Auszeichnungen und Ehrentitel. Drittens sollen Tymoshchuk sämtliche Titel im ukrainischen Fußball aberkannt werden, also Meisterschaften und Pokalsiege. Und viertens soll er aus dem Register der Nationalspieler entfernt werden.

Tymoshchuk hatte zwischen 2009 und 2013 für den FC Bayern gespielt, zuvor war er als Profi für Schachtar Donezk und St. Petersburg aktiv. 2017 beendete er beim kasachischen Klub Kairat Almaty seine aktive Karriere. Mit den Bayern wurde er zweimal Meister, zweimal DFB-Pokalsieger sowie 2013 Champions-League-Sieger. Mit 144 Länderspielen ist er zudem Rekordspieler der Ukraine.

Mittwoch, 09.03., 10.24 - Fonseca: "Müssen das Monster stoppen"

Der portugiesische Trainer Paulo Fonseca, der von 2016 bis 2019 Coach des ukrainischen Klubs Schachtjor Donezk gewesen war, hat nach Russlands Angriff auf die Ukraine auf abenteuerliche Weise Kiew verlassen müssen. Der 49-Jährige hielt sich in der Stadt mit seiner Frau Katerina Ostruschko auf, als am 24. Februar die Angriffe begannen.

"Wir sind zum Hotel Opera gerannt, wo Schachtjors Trainer Roberto De Zerbi und Teil der Mannschaft untergebracht waren. Wir haben in einem Bunker Zuflucht gesucht", berichtete Fonseca im Interview mit der Gazzetta dello Sport.

Die portugiesische Botschaft habe danach einen Kleinbus für seine Heimfahrt organisiert. Zusammen mit zwei anderen Familien seien sie in Richtung Moldau aufgebrochen. "Es war eine schreckliche Reise: 30 Stunden Fahrt ohne Pause. Manchmal standen wir Schlange, die Flugzeuge flogen über unserem Kopf, die Menschen fanden weder Treibstoff noch Lebensmittel. Erst an der Grenze zu Rumänien habe ich mich entspannt. Meine Frau weint, weil wir Freunde und Angehörige in der ganzen Ukraine haben", sagte der Ex-Coach der AS Rom.

Der Portugiese appellierte an die EU und die USA, die Ukraine nicht im Stich zu lassen. "Das, was sie tun, ist zwar wichtig, ist aber ungenügend. Wir müssen das Monster stoppen", kommentierte Fonseca.

Er beklagte, dass viele Persönlichkeiten der Fußballwelt keine Position zum Ukraine-Konflikt bezogen haben. "Es wäre jetzt an der Zeit, dass sie das tun", meinte Fonseca.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung