Russlands Angriff auf die Ukraine: Die Auswirkungen auf den Sport im Liveticker

Von SPOX/SID
vettel-helm
© getty
Cookie-Einstellungen

Donnerstag, 10.03., 12.30 Uhr, Vettel setzt mit Ukraine-Flagge auf dem Helm Zeichen

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) hat zum Beginn der abschließenden Testfahrten zur neuen Formel-1-Saison in Bahrain gegen den russischen Einmarsch in der Ukraine protestiert.

Der 34-Jährige fuhr in seinem Aston Martin mit der ukrainischen Flagge auf seinem Helm, dazu war darauf auch eine Friedens-Taube und das "Peace-Zeichen" lackiert, auch der Schriftzug "Kein Krieg" sowie der Text von John Lennons legendärem Lied "Imagine".

Sebastian Vettel setzt mit einer ukrainischen Flagge auf seinem Helm ein Zeichen.
© getty
Sebastian Vettel setzt mit einer ukrainischen Flagge auf seinem Helm ein Zeichen.

Donnerstag, 10.03., 11.34 Uhr, Para-Team der Ukraine gedenkt Kriegsopfern

Das Paralympics-Team der Ukraine hat mit einer emotionalen Schweigeminute an die gefallenen Landsleute in der Heimat gedacht. Dazu hielten die rund 30 Athleten und Teammitglieder am Donnerstag ein Banner mit der Aufschrift "Frieden für alle" und ihre Fäuste hoch, viele von ihnen weinten. Die Sportlerinnen trugen Sonnenblumenkränze und Bänder in den blau-gelben Nationalfarben in ihren Haaren.

"Sie bombardieren unsere Kinder und Frauen, ich kann es nicht glauben", sagte Grigori Wowtschinski, der im Biathlon-Sprint die Goldmedaille gewonnen hatte, mit zittriger Stimme: "Das muss sofort gestoppt werden." Die Vereinten Nationen schätzen, dass seit Beginn des russischen Angriffskriegs bereits 2,2 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen sind, fast 1500 Zivilisten wurden verletzt oder getötet.

Für Cheftrainer Andrij Nesterenko, der wie sieben weitere Teammitglieder aus dem schwer bombardierten Charkiw stammt, sei es unmöglich, nach Hause zurückzukehren. Ein Großteil der Stadt sei zerstört worden, darunter auch Schulen und Krankenhäuser. "Ich denke, dass die russischen Soldaten und die Armee keine Menschen sind - sie sind Tiere", sagte er.

Das Para-Team der Ukraine forderte: "Frieden für alle"
© getty
Das Para-Team der Ukraine forderte: "Frieden für alle"

Die Mannschaft versammelte sich vor den 46 Fahnen der Teilnehmernationen der Winterspiele im paralympischen Dorf. Nach etwas mehr als der Hälfte der Entscheidungen holte die Ukraine 19 Medaillen, darunter sechs goldene. Damit liegt das arg gebeutelte Land im Medaillenspiegel auf Rang drei.

Donnerstag, 10.03. 6.29 Uhr, Russland organisiert eigene Paralympics

Russland wird nach dem Ausschluss seiner Athletinnen und Athleten von den Paralympics in Peking kurzerhand ein eigenes Sportfest für Menschen mit körperlicher Behinderung organisieren. Vom 16. bis 21. März messen sich bis zu 70 Athleten in Chanty-Mansijsk im Skilanglauf, Biathlon, Curling, Snowboard, Ski Alpin und Sledge-Eishockey. Eben jene sechs Sportarten stehen auch in China auf dem Programm.

Die Wettbewerbe sollen "unter der russischen Staatsflagge und zu den Klängen der russischen Nationalhymne" ausgetragen werden, sagte der im Verwaltungsgebiet Jugra für Sport zuständige Sergej Artamonow laut der Nachrichtenagentur TASS. Genau das war den Athleten in Peking verboten worden, ehe sie wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine ganz von den Spielen ausgeschlossen worden waren.

Die Veranstaltung in Chanty-Mansijsk, wo 2003 und 2011 die Biathlon-Weltmeisterschaften stattfanden, firmiert unter dem Titel "Wir sind zusammen. Sport". Ob auch belarussische Sportler teilnehmen, blieb zunächst unklar. In Peking hätten 71 Sportlerinnen und Sportler des Russischen Paralympischen Komitees (RPC) starten sollen.

Donnerstag 10.03., 6.26 Uhr, Monaco-Besitzer spendet für ukrainische Kriegsopfer

Russischer Oligarch spendet für ukrainische Kriegsopfer: Vereinsbesitzer Dimitrij Rybolowlew distanziert sich beim französischen Erstligisten AS Monaco nach Russlands Angriff auf den Nachbarn Ukraine nicht nur durch Worte von Staatspräsident Wladimir Putin und unterstützt die leidende Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet mit Geldspenden.

Zur Höhe von Rybolowlews über das Rote Kreuz geleiteten Zuwendungen machte der Verein von Nationalspieler Kevin Volland und U21-Europameister Ismail Jakobs keine detaillierten Angaben. Der Umfang wurde lediglich als "erheblich" bezeichnet.

"Es ist absolut notwendig, diejenigen zu unterstützen, die am meisten leiden", erklärte Rybolowlew in Monacos Pressemitteilung. Demnach verwendete der Milliardär nicht nur Gelder aus der Kasse der Monegassen, sondern auch vom Konto seines belgischen Vereins Cercle Brügge und von anderen Unternehmen aus dem Besitz seiner Familie, "um humanitäre Hilfe zu leisten".

Monacos Klubboss Dimitrij Rybolowlew setzt sich für Kriegsopfer in der Ukraine ein.
© getty
Monacos Klubboss Dimitrij Rybolowlew setzt sich für Kriegsopfer in der Ukraine ein.

Putins Namen benutzte Rybolowlew in der Erklärung ebenso wenig die Bezeichnung "Krieg". Die Ereignisse in der Ukraine nannte Monacos Eigentümer einen "bewaffneten Konflikt".

Rybolowlew hatte seine russische Heimat 2010 verlassen und besitzt einen zypriotischen Pass. Der frühere Unternehmer steht nicht auf der Liste der Europäischen Union (EU) mit Namen von russischen Personen, deren Besitztümer wegen der Nähe zu Putin eingefroren wurden. Grundlage seines auf sechs bis acht Milliarden Euro geschätztes Vermögens ist der Verkauf des Bergbauunternehmens Uralkali gewesen, bei dem mittlerweile der bisherige Formel-1-Teamsponsor Dimitrij Masepin als Mehrheitsgesellschafter fungiert.

Monaco hatte Rybolowlew ein Jahr nach seinem Abschied aus Russland für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro erworben. Nach der Rettung der Südfranzosen vor dem damals drohenden Zweitliga-Abstieg hat der 55-Jährige seither mehrere hundert Millionen Euro in den Verein investiert.

Monacos einziger Erfolg in der "Ära Rybolowlew" ist jedoch bisher die französische Meisterschaft von 2017. Im Vorjahr erreichten die Monegassen noch das Finale des nationalen Pokal-Wettbewerbes.

Inhalt: