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Zuschauer-Verbot bringt Top-Ligen in Not: "Die Aufregung ist groß"

SID
Auch im Handball bleiben die Hallen zunächst leer.

Die Politik verbietet den deutschen Profiligen bis Ende Oktober die Rückkehr der Fans. Im Handball, Basketball und Eishockey sind die Sorgen weiter groß.

Der große Aufschrei blieb aus, doch die Enttäuschung ist unüberhörbar: Der Beschluss der Bundesregierung, bis Ende Oktober keine Zuschauer im Profisport zuzulassen, stellt die Verantwortlichen in den Ligen außerhalb des Fußballs vor große Probleme - auch wenn die Hoffnung auf Sonderwege weiterhin lebt.

"Die Aufregung ist groß, ganz klar. Man spielt hier schon mit der Geschäftsgrundlage eines jeden Klubs", sagte Geschäftsführer Frank Bohmann von der HBL dem SID auf die Frage, wie die Liga auf den Beschluss reagiert habe: "Man muss dazu bemerken, dass wir seit Anfang März unsere Geschäftsmodelle nicht mehr durchführen können, das heißt, die Klubs haben nur noch Ausgaben keine Einnahmen."

Die HBL setzt weiter darauf, schon zum Saisonstart am 1. Oktober mit Hilfe von schlüssigen Hygienekonzepten vom Verbot nicht betroffen zu sein und so die Zulassung von Zuschauern zu ermöglichen. "Das ist die Absprache, die wir mit der Politik getroffen hatten", sagte Bohmann.

Ohne Fans sei jedoch ein langes Überleben nicht möglich, betonte der HBL-Boss. "Wenn es tatsächlich so kommen sollte, ist das maximal für eine ganz kurze Übergangszeit möglich. Ganz kurze Übergangszeit heißt, ein oder zwei Spiele, danach wird den ersten Klubs die Luft ausgehen."

Im deutschen Profi-Basketball fehlt die klare Perspektive. "Wir sind eigentlich so schlau wie vorher", sagte Geschäftsführer Stefan Holz von der Basketball Bundesliga über den Politik-Beschluss. Die Basketballer fangen mit ihrer Liga erst im November an, haben deshalb noch nicht ganz so viel Druck.

"Alles hängt davon ab, wie sich die Fallzahlen entwickeln. Die Gesundheit hat absolute Priorität", so Holz. Falls sich die Lage verschlimmern sollte und die Fans auch ab November nicht in die Hallen dürften, "ist das dann halt so. Das müssen wir dann auch akzeptieren", sagte der Geschäftsführer.

 

Hilfspaket soll Insolvenzen verhindern

Am Donnerstag hatte die Politik beschlossen, bis mindestens Ende Oktober keine Zuschauer im Profisport zu erlauben. Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sind, bleiben sogar mindestens bis Jahresende untersagt.

Die Bundesregierung hatte den notleidenden Profiligen und ihren Klubs außerhalb des Fußballs ein Hilfspaket von 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Damit sollten in Sportarten wie Eishockey, Basketball und Handball drohende Insolvenzen verhindert werden.

Beim DEB setzt man auf die Ergebnisse der neuen Arbeitsgruppe. Das Gremium mit den Chefs der Staatskanzleien soll bis Ende Oktober Vorschläge erarbeiten, wie anschließend mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen umgegangen werden kann.

"Wir müssen wissen, was eine Großveranstaltung ist und was nicht, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen", sagte DEB-Präsident Franz Reindl. Die ersten beiden Eishockey-Ligen starten erst im November, doch die Oberligen sollen schon im Oktober wieder loslegen. Fraglich ist, ob deren Spiele zu den für Zuschauer verbotenen Großevents gehören oder nicht.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann warnte nach Bekanntgabe des Beschlusses der Politik vor gravierenden Folgen. "Jeder zusätzliche Monat mit massiven Beschränkungen im Sport, wie nunmehr weiterhin durch Veranstaltungen ohne Zuschauereinnahmen, führt dazu, dass wir unser wertvolles Angebot im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich nicht auf dem bewährten Niveau aufrechterhalten können", erklärte Hörmann.

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