Olympia

Zögern von IOC erschwert ÖOC-Wettkampfvorbereitung für Olympia 2020

Von APA
ÖOC

Das Österreichische Olympische Komitee hat eine Durchhalteparole an Österreichs Sportler ausgegeben. Solange das IOC trotz Corona-Pandemie den Beginn der Sommerspiele mit 24. Juli in Tokio angibt, heiße es weitertrainieren. Die Funktionäre der heimischen Fachverbände geben diesen Appell an ihre Sportler weiter. "Wir brauchen eine rasche Entscheidung", forderte ÖTRV-Präsident Walter Zettinig.

Als Österreichischer Triathlon-Verband sei man in der guten Lage, schon vier Athleten für die Sommerspiele qualifiziert zu haben. "Aber mit dem Schwimmen ist es für uns schwierig. Da haben etwa die Australier mit offenen Gewässern einen kleinen Vorteil", sprach Zettinig im APA-Gespräch die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten an. "Ein Hinhalten bringt eine schwierige Situation, wir brauchen eine rasche Entscheidung - ich denke bis Anfang Mai."

Für Arno Pajek, dem Präsident des Schwimmverbandes, darf die Wartezeit auch nicht mehr zu lange werden. "Ob es überhaupt stattfindet, steht in den Sternen. Wir müssen es auf uns zukommen lassen und schauen, dass die Krise bewältigt wird. Wir sollten die nächsten zwei Wochen warten, was passiert." Wenn man sich in einen Sportler hineinversetze, sei es die größte Katastrophe. "Für das Sportlerherz tut es mir im tiefsten meiner Seele weh."

Leichtathletikverband bittet um Geduld

"Olympia nicht um jeden Preis", sagte Sonja Spendelhofer, die Präsidentin des Leichtathletikverbandes. "Letztendlich muss die Gesundheit vorgehen. Die WHO muss entscheiden, ob die Athleten sicher sind, oder ob es gefährlich ist. Alle, die jetzt mitdiskutieren, können nie so gut informiert sein wie die Experten-Gremien und die WHO", will die ehemalige Topathletin eine Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation.

Die Athleten freilich würden einen Plan verfolgen und zu Olympia wollen. "Die, die bereits qualifiziert sind, wollen unbedingt, dass es stattfindet. Die, die noch nicht qualifiziert sind, wollen Qualifikationswettkämpfe, sonst ist es unfair. Das ist der Stand der Dinge." Durch die sehr schwierigen Trainingsbedingungen könnten Nachteile entstehen. "Ich kann den Athleten nur sagen, in dieser Ungewissheit noch ein bisschen durchzuhalten."

Kletterverband: Sportlicher Wettkampf steht im Hintergrund

Auch die rot-weiß-roten Kletterer müssen massive Trainingseinschränkungen hinnehmen. Kurzfristig sei das verkraftbar, langfristig und vor allem im Hinblick auf die international ungleichen Bedingungen aber ein großes Problem, wie Verbandsgeschäftsführer und Sportdirektor Heiko Wilhelm betonte. "Unsere Athleten haben 100 Prozent Verständnis für die Maßnahmen, es gibt kein Gejammere, aber es wird zäher werden. Es ist eine Herausforderung für alle, kurzfristig ist es aber zu kompensieren."

Die Situation sei sehr schwierig, es gebe jedoch momentan größere Herausforderungen wie die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems. "Aber es ist unsere Plicht und Aufgabe als Verband, ein möglichst gutes Umfeld entsprechend der Situation zu schaffen. Aber Stand heute ist das nicht das Allerwichtigste."

Heiko Wilhelm: "Je länger es dauert, desto mehr verschärft sich die Situation"

Dass adäquates Training wohl noch länger ausfallen wird und zumindest bis Mitte Mai alle Wettkämpfe gestrichen wurden, wiege jedoch schwer. "Je länger es dauert, desto mehr verschärft sich die Situation hinsichtlich der Vorbereitung generell. Egal, welche Bewerbe stattfinden werden. Mit jeder Woche, in der die Trainingsbedingungen eingeschränkt sind, werden die Athleten nervöser."

Das gelte natürlich besonders für die lang ersehnte Olympia-Premiere seiner Sportart. "Die Olympischen Spiele 2020 sind für uns eine Sache, auf die man lange hingehofft hat, und kurz vor der Zielgeraden droht der Traum vielleicht zu platzen", meinte Wilhelm, der sich mit Ratschlägen an die Entscheidungsträger zurückhielt, aber klarstellte: "Wichtig ist am Ende des Tages, dass möglichst faire Bedingungen für alle da sind. Das ist das Um und Auf."

Ruderer optimistisch über Olympia-Ausführung

Im Österreichischen Ruderverband ist nach wie vor Zuversicht da, dass die Sommerspiele heuer stattfinden werden. "Es sind noch vier Monate Zeit. Dass es schwierig zu veranstalten sein wird, ist klar. Aber ich glaube daran, dass alle Entscheidungsträger alles tun. Ich habe volles Vertrauen, dass sie es ordentlich entscheiden", sagte Präsident Horst Nussbaumer. "Unsere Athleten sind bereit, um Ende Juli Topleistungen abrufen zu können. Wir hoffen, es geht sich aus. Wir sind bereit, wenn das IOC entscheidet, dass es stattfindet. Der Athlet ist darauf trainiert, die Leistung dann abrufen zu können."

Das Allerwichtigste sei, dass sich die qualifizierten Athleten - Magdalena Lobnig hat sich einen Startplatz gesichert - gut und richtig vorbereiten. "Dann hoffen wir auf noch faire Qualifikationsmöglichkeiten." Die Trainingssituation sei für alle Athleten auf der Welt schwierig. "Ich weiß von Neuseeländern, Kanadiern, Deutschen - überall ist es eingeschränkt. Aber unsere Athleten haben Ruder-Ergometer daheim."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung