Wintersport

ÖSV-Skispringerin Jacqueline Seifriedsberger erleidet kurz vor Saisonende Kreuzbandriss

Von APA
Die 29-Jährige wartet seit ihrem Erfolg in Sapporo 2013 auf ihren zweiten Weltcupsieg, nun muss sie pausieren.

Die ÖSV-Springerin Jacqueline Seifriedsberger hat sich am Dienstag kurz vor Saisonende einen Kreuzbandriss zugezogen. Teamkollegin und nunmehrige Gesamtweltcup-Zweite Chiara Hölzl sieht im frühzeiten Ende die "richtige Entscheidung".

Jaqueline Seifriedsberger wurde nach ihrem Sturz am Dienstag in Lillehammer bereits operiert und wird mehrere Monate ausfallen. Für die ehemalige WM-Dritte ist die schwere Verletzung im linken Knie der zweite Kreuzbandriss nach jenem im rechten Bein im Jahr 2013.

Ebenso bereits operiert wurde Stephan Leyhe, der am Mittwoch beim letzten Sprung des Winters in der letztlich bedeutungslosen Qualifikation zu Sturz gekommen ist und sich ebenso das Kreuzband gerissen hatte. Bereits am Donnerstag wurde aufgrund der Coronavirus-Krise die Saison frühzeitig beendet.

Während Stefan Kraft vom vorzeitigen Ende profitierte, hat die nun Gesamt-Zweite Chiara Hölzl wegen 65 Punkten Rückstand den möglichen Gesamt-Sieg bei den Damen verpasst. Die 22-jährige Salzburgerin trauerte dem nun verlorenen Kampf um die große Kristallkugel nicht nach. Sie ist froh, wieder daheim zu sein.

ÖSV-Springerin Chiara Hölzl: "Es war eine schöne Saison"

"Ja, ich bin jetzt schon froh, dass wir so schnell heimfliegen haben können. Es sind besondere Umstände. Ich denke, das war die richtige Entscheidung", versicherte die Freitagmittag aus Skandinavien heimgekehrte Hölzl im Interview mit der APA. Noch am Donnerstag war es nach Oslo gegangen, Freitagfrüh nach Österreich. "Zwischenzeitlich hat es einmal so ausgeschaut, als wenn wir in Oslo steckenbleiben, aber alles gut gegangen", schilderte Hölzl.

Auch Hölzl steht unter dem Eindruck der Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus und berichtete auch aus ihrer Heimat in St. Veit/Pongau von vollen Parkplätzen auf allen Supermärkten. "Vor einer Woche, als wir weggeflogen sind, war das alles noch nicht so dramatisch. Und es ist von Stunde zu Stunde ärger geworden. Innerhalb von einer Woche solche Ausmaße haben, das ist irre. Ich kann das noch gar nicht glauben."

Diese abrupte Ende ist für Hölzl kein Wermutstropfen auf ihre bisher mit Abstand beste Saison. "Nein, ehrlich gesagt. Es war eine so schöne Saison. Schon in Lillehammer war das ganze Team so extrem stark. Dann kam der erste Weltcupsieg für mich und dann noch fünf weitere drauf. Also für mich war eigentlich im Jänner schon alles, was noch kommt, nur noch Draufgabe."

Chiara Hölzl über Corona: "Die Gesundheit geht vor"

Die Chance, die Norwegerin Maren Lundby noch einzuholen, war aber freilich bis zum Schluss gegeben. "Natürlich wäre es noch ein cooler Fight gewesen zwischen Maren und mir, aber Gesundheit geht vor und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung. Ich bin froh, dass ich daheim bin und kann auf extrem coole Saison zurückblicken. Da ist nicht ein negativer Gedanke dabei."

Und immerhin hat das gesamte Team in überlegener Manier auch den Nationencup gewonnen. "Leider haben wir gestern nicht mehr die Kugel und die Startnummern gekriegt. Aber im Endeffekt passt es so auch ganz gut, wenn sich alles ein bisschen gelegt hat, werden wir sicher noch mal alle zusammenfinden", so Hölzl. Dann wird es auch ein Foto mit allen Beteiligten geben. "Und wir werden alle noch einmal fein essen gehen. Aber das wird noch eine Zeit dauern", weiß auch die Salzburgerin um die nötige Einschränkung der sozialen Kontakte in der nächsten Zeit.

Für die nächste WM-Saison will sie vor allem in Sachen Konstanz die abgelaufene Wettkampf-Phase bestätigen. "Wenn ich das halten kann, wie ich mich heuer entwickelt habe, mental, körperlich und auch was auf der Schanze weitergegangen ist, bin ich schon sehr zufrieden." Die WM in Oberstdorf sei "natürlich schon ein Ziel". Dennoch für eine Medaille zähle die Leistung an einem Tag, an dem so viel passieren könne. "Darum setz ich mir die Ziele eher im Gesamt-Weltcup."

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