Wintersport

ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher vor Japan-Doppel: "Erwartungen sind nicht sehr hoch"

Von APA
Andreas Puelacher

Das Wetter rund um die Technik-Weltcuprennen der Herren am Wochenende in Yuzawa Naeba präsentiert sich nicht optimal. War es nach der am Montag erfolgten Anreise der Österreicher sehr warm, ist für das Wochenende Regen angesagt. Zumindest bezüglich des Coronavirus sollten die ÖSV-Läufer aber alles im Griff haben. "Wir haben eine Ärztin mit", sagte dazu Rennsportleiter Andreas Puelacher.

Sportlich schraubte der Coach die Hoffnungen speziell für den für Samstag angesetzten Riesentorlauf nach unten. "Die Erwartungen sind nicht sehr hoch vor allem im Riesentorlauf, weil der letzte ist nicht unbedingt so gelaufen, wie wir es gerne gehabt hätten", erinnerte er an das Debakel von Anfang Februar in Garmisch-Partenkirchen, als lediglich Manuel Feller als 28. (drei) Weltcup-Punkte holte.

"Aber wir haben gut trainiert, sind gut vorbereitet und ich hoffe, dass es um einiges besser ausschaut als in Garmisch", schloss Puelacher gleich an. Punkto Slalom gibt nicht nur das Abschneiden zuletzt in Chamonix Zuversicht, als Michael Matt nach Lauf-Bestzeit auf Rang vier gekommen war.

Unmittelbar vor ihm erreichte Adrian Pertl seinen ersten Weltcup-Podestplatz, Schwarz wurde Achter. Ähnlich verlief der bisher letzte Naeba-Slalom im Februar 2016 - Schwarz 3., Marc Digruber 5., Matt 6.

Michael Matt: "Hoffe, dass die Bandscheibe dem Druck standhält"

Doch droht dem wegen im Saisonverlauf aufgetretener Verletzungen ohnehin verkleinerten ÖSV-Team für den Slalom am Sonntag eine weitere Dezimierung. Matt zog sich beim Chamonix-Parallelrennen beim Abschwingen einen Muskelfaserriss an einer Bandscheibe zu, seither stand der Tiroler nicht mehr auf Skiern. "Ich muss von Tag zu Tag schauen und kann erst am Sonntag entscheiden. Ich hoffe, dass es beim Fahren dem Druck standhält", erklärte der 26-Jährige.

Allerdings würde auch mit dem Tiroler das mögliche ÖSV-Kontingent bei diesem Technik-Doppel gar nicht ausgefüllt. Nur je sieben rot-weiß-rote Aktive sind für die Asien-Rennen vorgesehen. Für die von der Ski-Nation erhoffte, doch nach und nach eher aussichtslos scheinende Aufholjagd auf die Schweiz im Nationencup bietet diese personelle Situation keine gute Grundlage. Vielmehr geht es wohl darum, den Abstand von aktuell 782 Zählern nicht noch mehr ansteigen zu lassen.

Unabhängig davon droht den österreichischen Flaggen-Artisten die erste Saison ohne Weltcup-Slalomsieg seit Jahrzehnten. Denn nach der Rückkehr aus Asien wird es nur noch Mitte März in Kranjska Gora und in der Woche danach in der Finalwoche in Cortina d'Ampezzo um Torlauf-Punkte gehen. Von denen hat Henrik Kristoffersen (NOR) 2018/19 mit 552 am meisten geholt. Clement Noel (FRA) hat lediglich nur zwei Punkte weniger auf dem Konto, Daniel Yule (SUI) liegt 57 Zähler zurück.

ÖSV mit Minimalchance auf Slalom-Kugel

Aus diesem Trio wird wohl auch der Gewinner der kleinen Kristallkugel kommen, auch wenn es noch einer von insgesamt sieben Läufern schaffen kann. Der Siebente im Bunde ist Schwarz, da müsste sich aber schon viel Theorie in Praxis umwandeln. Von den Teamkollegen des Kärntners scheint nur noch Matt (9.) in den Top 20 der Disziplinwertung auf. Bei Fabio Gstrein und vor allem Pertl sollte es aber zumindest für die Qualifikation für das Weltcup-Finale reichen.

Diese Aussichten sind im Vergleich zum Riesentorlauf geradezu rosig. Denn in der Kerndisziplin streiten sich zwar Schwarz und Leitinger Kopf an Kopf um die Position des besten Österreichers, mit je 70 Punkten aber nur auf den Plätzen 17 und 18 liegend. Dahinter folgt Matthias Mayer (28.), wobei der zweifache Olympiasieger auf eine Reise ins Land der kommenden Olympischen Sommerspiele verzichtet hat, um sich bestmöglich auf die Heimrennen in einer Woche in Hinterstoder vorzubereiten.

Da dort ein Riesentorlauf dazugekommen ist, sind inklusive Yuzawa Naeba noch vier Rennen in dieser Disziplin ausständig. Auch hier bilden Kranjska Gora und Cortina den Abschluss. Sechste Ränge von Schwarz in Alta Badia und von Leitinger in Adelboden bedeuteten die bisher einzigen Top-Ten-Platzierungen von Österreichern in dieser Saison. Bei der Abfuhr von Garmisch-Partenkirchen war man davon jüngst eben weit entfernt.

Slalom: Stand in der Gesamtwertung vor Yuzawa Naeba

Im Slalom-Weltcup gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der ersten Drei. Der Stand nach neun Rennen:

Platz

Athlet

Siege

Punkte

1.

Henrik Kristoffersen (NOR)

2

552

2.

Clement Noel (FRA)

3

550

3.

Daniel Yule (SUI)

3

495

4.

Ramon Zenhäusern (SUI)

0

323

5.

Sebastian Foss Solevag (NOR)

0

297

6.

Alexis Pinturault (FRA)

1

286

7.

Marco Schwarz (AUT)

0

274

8.

Andre Myhrer (SWE)

0

234

9.

Michael Matt (AUT)

0

182

10.

Alexandr Khoroshilov (RUS)

0

174

Weiters:

 

22.

Fabio Gstrein (AUT)

0

105

23.

Adrian Pertl (AUT)

0

92

26.

Manuel Feller (AUT)

0

82

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