Wintersport

ÖSV vor Slalom in Schladming: Mit Know-How aus Schweden zum Erfolg

Von APA
Marco Pfeifer mit Marco Schwarz.

Nach den ersten Rennen der Saison noch öffentlich gescholten, sind die Techniker unter den ÖSV-Herren mittlerweile klar auf dem Weg nach oben. Auch ohne Marcel Hirscher gibt es im Slalom dank Marco Schwarz wieder Podestplätze, bald sollen auch Siege her. Dazu drängen neue Gesichter nach. Bald habe man wieder "eine brutale Technik-Mannschaft", ist Gruppentrainer Marko Pfeifer überzeugt.

"Man muss oft geduldig bleiben, dann wird es wieder", meinte der zweitplatzierte Schwarz in Anbetracht eines mannschaftlich starken Kitzbühel-Ergebnisses. Sein Kärntner Landsmann Adrian Pertl etwa fuhr als drittbester ÖSV-Läufer auf Rang acht - samt Laufbestzeit im zweiten Durchgang.

"Den Adi kenn ich schon seit dem Kinderbereich. Wir haben früher viel zusammen trainiert. Freut mich natürlich brutal, dass er da auch im Weltcup jetzt Fuß fasst", sagte Schwarz (24) über seinen ein Jahr jüngeren Kollegen.

Fabio Gstrein (22) bringt schon seit Zagreb konstant Resultate und fährt mitunter hervorragende Laufzeiten. Dabei war er bis zum Jahreswechsel wie Pertl fast ausschließlich im Europacup eingesetzt. Mut und Vertrauen der Trainer, Einsätze im Weltcup zu forcieren, zahlten sich nachweislich also aus. "Du siehst, wenn die Leute einmal in den Weltcup kommen, dass wir Leute haben", hielt Slalom-Coach Pfeifer fest.

Fabio Gstrein nach Trainer-Entscheid Weltcup-Fixstarter

"Ich habe schon im Dezember nach Val d'Isere zum Andi gesagt, wir müssen mehr hinschauen, dass wer anderer da ist, wenn wir Ausfälle haben. Wir müssen spezialisieren", berichtete Pfeifer über ein Gespräch mit Rennsport-Leiter Andreas Puelacher. Dann wurde entschieden, dass Gstrein alle Slalom-Klassiker im Jänner fahren darf. Und siehe da - er lieferte ab. "Und ich bin sicher, auch beim Riesentorlauf kann das so schnell gehen, und wir haben wieder eine brutale Technik-Mannschaft", sagte Pfeifer.

Der Kärntner, der lange in Schweden Trainer war, ist eher Anhänger eines Ansatzes, der in den skandinavischen Ländern verfolgt wird. "Wir müssen den Leuten in der zweiten Reihe, wo wir sehen, dass die schnell sind, die Chance geben", betonte er. "Ich weiß es aus Schweden-Zeiten. Da hast du als junger Läufer gleich einmal mit der Weltcup-Mannschaft mittrainieren können. Da hast du nicht diese Zwischenschicht."

Weltcup: Pisten so gut wie nie zuvor

Laut Pfeifer ist es im Europacup mittlerweile enorm schwierig, "einmal unter die Zehn kommen. Da tun sich sogar die, die Weltcup-Rennen gewinnen oder aufs Podium fahren, schwer". Das gestiegene Niveau dort könnte auch ein Grund dafür sein, warum die Dichte im Weltcup aktuell so hoch ist. Denn je stärker die Läufer, die vom Europacup aufrücken, desto mehr verbreitert sich im Weltcup das Feld jener, die für Spitzenplätze infrage kommen.

Ein anderer Grund sind - das ist wohl unbestritten - die Pisten. Da sind die Veranstalter inzwischen so versiert, dass sie mit viel Kunstschnee und wenig bis keinem Naturschnee Pisten präparieren, die bis zum Schluss annähernd faire Bedingungen garantieren. "Es hat immer schon viel Risiko gebraucht, um zu gewinnen. Aber jetzt kann bis Startnummer 70 fast jeder in die Top 30 fahren", sagte in Kitzbühel der französische Haudegen Julien Lizeroux (40). Für die Attraktivität der Disziplin könnte es fast nichts Besseres geben.

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