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Corona: Diese Personen im und um den Sport haben jetzt die härtesten Jobs

Von SPOX Österreich
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© Unsplash.com / CDC

Das neuartige Coronavirus sorgt für Verwerfungen, wie man sie in den meisten betroffenen Ländern noch nie erlebt hat. Das gilt auch für die Sportwelt. Einige Menschen müssen durch die rasante Verbreitung und die damit einhergehenden Tatsachen jetzt besonders hart arbeiten.

Sport in Zeiten von Corona. Nein, das ist wirklich keine leichte Aufgabe. Jeder dürfte mitbekommen haben, welche Form von Ausnahmezustand gerade herrscht. Denn so schnell sich das Virus über den Globus verbreitet sorgt es auch dafür, dass nicht minder schnelle Reaktionen erfolgen müssen.

Und alles muss sich auf einem enorm schmalen Grat bewegen, der sowohl dem Sport wie gesundheitlichen Bedenken gerecht wird - denn obschon so manche Kritiker derzeit mokieren, man möge doch bitte einfach alles absagen, ist es in der Praxis eben nicht so einfach. Denn Sport ist ein nicht minder bedeutsamer Wirtschaftszweig wie beispielsweise der Einzelhandel, beschäftigt Hunderttausende, erbringt Millionen an Steuern. Eine solche Maschine bringt man nicht "mal eben schnell" zum Stehen.

Tatsächlich darf der geneigte Leser davon ausgehen, dass derzeit im Sport jeder alle Hände voll zu tun hat, um mit dieser ungekannten Verwerfung umzugehen. Einige dieser Jobs sind aktuell allerdings besonders schwierig.

 

Die Funktionäre

Ob UEFA, DFL oder DFB. In den Dachverbänden des Sports im Allgemeinen und des Fußballs im Speziellen geht es derzeit zu wie in einem Taubenschlag. Und auf den Schultern der Verantwortlichen lastet eine enorme Menge Druck.

Denn hier kommt das zusammen, was wir im Eingangstext skizziert haben: es müssen Entscheidungen getroffen werden. Und das für eine Zukunft, von der sich kaum abschätzen lässt, ob sie einem diese Entscheidungen als maßvolle Reaktion oder zu zögerlich oder auch überzogen vorwerfen wird.

Jüngst schlug das DFL-Präsidium nun vor, in den beiden Bundesligen den Spielbetrieb bis zum 2. April auszusetzen. Man darf absolut sicher sein, dass diese Entscheidung alles andere als leichtfiel. Denn hier geht es nicht nur um Geld, sondern das Überleben des Profifußballs als solchem.

Der BVB, die Bayern, das sind die wenigen Klubs, die wirklich umfangreiche Finanzpolster besitzen. Denen tut die Pause zwar weh, dürfte aber verkraftbar sein. Der große Rest der Vereine benötigt jedoch nicht nur die Ticketverkäufe, sondern auch die Werbeeinnahmen der Spiele. Denen tut eine solche Unterbrechung im Kern weh. Nicht nur weil sie sorgsam austarierte Finanzpläne durcheinanderwirbelt, sondern weil dadurch durchaus die Existenz auf dem Spiel stehen kann.

Überdies muss man sich auch nur ins Gedächtnis rufen, wie eng verflochten der Sport ist. Nationale Ligen, Europa- und Champions League und in weniger als hundert Tagen soll die EM losgehen (obwohl das auch immer unwahrscheinlicher wird). Allein in Europa müssen sich so dutzende Länder untereinander wie mit der UEFA absprechen und irgendwie versuchen, so zu terminieren, dass der nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie anstehende Spielbetrieb nicht zum Chaos wird.

Die Wettanbieter

Für Fans verhält sich das Thema Sportwetten oft wie der sprichwörtliche Eisberg: Man sieht die aus dem Wasser ragende Spitze - die Quoten. Unter der Oberfläche steht jedoch ein enorm weitverästeltes System, das im höchsten Maß feinfühlig auf Veränderungen reagiert.

Wirft man in einer "normalen" Fußballwoche einen Blick auf Online Sportwetten im Test, wird man feststellen, dass sich die Quoten für ein Bundesligaspiel mit dem Wochenverlauf immer wieder leicht verändern. Der Kader wird bekannt, vielleicht erfährt man etwas über Krankheit oder vorzeitige Genesung eines Schlüsselspielers... unzählige Faktoren bestimmen auf diese Weise die professionell erstellten Quoten.

Jetzt, in der Corona-Phase, wird dieses sowieso schon knifflige Business enorm schwer. Da erstellt der Buchmacher eine seriöse Quote für ein Heimspiel, weil er weiß, dass diese Mannschaft besonders zugänglich für die Motivation ihrer Fans ist. Stunden später wird dann vermeldet, dass das Spiel zur Geisterpartie erkoren wurde. Alles zurück auf Anfang also und neu durchrechnen.

Es dürfte klar sein, dass auch bei den Buchmachern die Arbeitstage derzeit ziemlich lang sind - und nicht weniger Kaffee getrunken wird als in den Sportredaktionen.

Die Trainer und Betreuer

Das ganze Team von Hannover 96 befindet sich in Quarantäne. Beim VfB Stuttgart gab es ebenfalls einen Fall. Ähnlich sieht es in anderen Ländern aus - Real Madrid steht unter Quarantäne, auch Mesut Özil beim FC Arsenal ist betroffen, weil Teammanager Arteta positiv getestet wurde.

Angesichts solcher Meldungen kann man sich vorstellen, wie es derzeit innerhalb der Teams aussieht. Da dürften die Sorgen ziemlich hohe Wellen schlagen. Bayerns Thiago beispielsweise setzte einen bitterbösen Tweet ab, in dem er die DFL wegen Nicht-Absage kritisierte.

Und über allem stehen die Betreuer der Spieler und die Trainer. Sie müssen jetzt nicht nur noch auf die "normale" Gesundheit der Mannschaft achten, sondern in kürzester Zeit zu Virenexperten und Profis im Erkennen der typischen Corona-Symptome werden. Gleichsam müssen sie es jedoch schaffen, dort, wo der Spielbetrieb noch läuft, die spielerische Motivation im Angesicht von Ansteckungsangst und Frust wegen leerer Zuschauerränge hochzuhalten.

Auch das sind Aufgaben, die enorm fordernd sind und von denen sich viele Fans wohl nur ein lückenhaftes Bild machen.

Bleibt wirklich zu hoffen, dass die jetzigen Maßnahmen wirksam sind und vor allem baldigst ein Mittel gegen das Virus gefunden wird, damit wir uns alle wieder auf den Sport fokussieren können - und nicht das, was Corona damit anrichtet.

Die Sportjournalisten

Sportberichterstattung ist normalerweise ein angenehm vorhersagbares Business: Spiele, Trainingstermine, Pressekonferenzen - das alles ist lange im Voraus bekannt, man kann sich darauf einstellen; in anderen journalistischen Sparten wäre man froh, nur einen Bruchteil dieser Planbarkeit zu haben.

Dank Corona häufen sich jedoch neuerdings in Zeiträumen von nur 24 Stunden mehr Meldungen als sonst in mehreren Wochen zusammenkommen. Wer das nachlesen möchte, dem sei unser Corona-Ticker ans Herz gelegt, der dank der Uhrzeiten schön zeigt, wie heftig es aktuell Schlag auf Schlag geht.

Um das journalistischen Laien eindrücklicher darzustellen: Es kommt derzeit häufig vor, dass man als Sportjournalist Artikel schreibt, deren Inhalt durch die sich überschlagenden Ereignisse schon überworfen wird, noch bevor man das letzte Wort getippt hat. Gleichsam prasseln aus allen Quellen neue Details. Hier ein neues Geisterspiel, da ein sich aus der Quarantäne meldender Spieler. Dazwischen muss natürlich auch noch über den normalen Sportbetrieb berichtet werden.

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