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Tennis im ORF: "Wir konnten nicht mitbieten"

Von SPOX Österreich
ORF-Sportchef Hans-Peter Trost: Darum ist Wimbledon nicht im ORF zu sehen

Dominic Thiem zog am Samstagabend souverän ins Achtelfinale von Wimbledon ein und trifft dort nun auf Tomas Berdych. Thiems erstmaligen Vorstoß in die zweite Woche in London sowie Sebastian Ofners Sensationslauf, der inzwischen zu Ende gegangen ist, sah man allerdings nur im Pay-TV bei Sky.

Im ORF kann und konnte man die beiden Österreicher in Wimbledon nicht verfolgen. Zwar hatte man sich um die Rechte bemüht, der österreichische Rundfunk bekam sie schlicht nicht, wie ORF-Sportchef Hans-Peter Trost im Interview mit dem Standard erklärte.

Trost: "Sky wollte nicht kooperieren"

"Wir haben nach Rechten bei den Grand-Slam-Turnieren Ausschau gehalten. Bei Paris ist es uns gelungen, für die US-Open sieht es auch gut aus, Wimbledon ging sich nicht aus. Für uns ist das bitter", gibt Trost zu. Die Rechte für den Rasen-Klassiker liegen allein bei Sky, als Nicht-Abonnent geht man leer aus.

Doch der ORF hat sich nicht nur für die Grand Slams interessiert, sondern auch für die in der Wertung darunter angesiedelten 1000er- und 500er-Bewerbe, die man vor Jahren, auch wegen Thiem, im Programm hatte. Nun aber nicht mehr. Trost: "Die Rechteausschreibung haben wir gar nicht mitbekommen, da die nur in Deutschland gelaufen ist. Sky Deutschland ist zum Zug gekommen und hat die Rechte für Österreich gleich mitgekauft. Wir konnten gar nicht mitbieten, Sky wollte nicht kooperieren."

Davis-Cup im ORF?

So entscheidet es sich letztlich meist erst kurzfristig, ob ein Turnier überhaupt im ORF übertragen werden darf. Im Davis Cup droht dem Sender ein ähnliches Szenario. "Der Verband hat die Rechte an eine Agentur verkauft, bis heute weiß niemand, wer ihn (den Davis-Cup, Anm.) produziert", so Trost.

Früher war die Rechtevergabe einfacher, erinnert sich der Sportchef. "Vor 20 Jahren bist du zum Rechteinhaber gegangen, der hat dir dann den Thomas Muster verkauft, du hast auf einer Serviette unterschrieben, und die Geschichte war erledigt." Heute ist das freilich anders.

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