Fussball

ÖFB-Talent Sasa Kalajdzic bei SPOX: "Ich wusste, dass die Verletzung extrem schlimm ist"

Sasa Kalajdzic im Trikot des VfB Stuttgart

Seit Juli laboriert ÖFB-Nachwuchskicker Sasa Kalajdzic an einer verheerenden Knieverletzung. Mit SPOX spricht der 22-Jährige über seine Comebackpläne, "Diamond Eye" Sven Mislintat und den gescheiterten Rapid-Transfer.

Die 26. Minute im Testspiel gegen den SC Freiburg Mitte Juli hat sich in Sasa Kalajdzic' Gedächtnis gebrannt. Mit einem langen Schritt versucht der Angreifer des VfB Stuttgart seinem Gegenspieler die Kugel abzunehmen. "Der Gegner ist ausgerutscht und auf mein Standbein gefallen. Mein Knie ist weggeknickt", schildert Kalajdzic ohne Nachdenkpause den verhängnisvollen Moment.

Dem 22-Jährigen, sowie Augenzeugen und Mitspielern ist sofort klar, dass es sich um keine gewöhnliche Verletzung handelt. "Obwohl ich keine Erfahrungen mit Knieverletzungen hatte, wusste ich, dass es extrem schlimm ist ", sagt Kalajdzic.

Sein Bauchgefühl sollte stimmen. "Ich habe mir das Kreuzband, das vordere Kreuzband, den Außenminiskus und das Innenband gerissen. Schlimmer wäre nur eine zusätzliche Knorpelverletzung gewesen. Davon bin ich immerhin verschont geblieben. Aber es war eine brutale, richtig schwere Verletzung."

Seither befindet sich der Österreicher in Reha. Zwar durfte Kalajdzic bisher noch nicht auf den Fußballplatz zurückehren, Slalom-, Pass- und leichte Abschlussübungen mit dem Ball sind aber eine willkommene Abwechslung zum monotonen Lauftraining.

"Diamond Eye" Sven Mislintat überzeugte Kalajdzic

2,5 Millionen Euro überwiesen die Schwaben im Sommer für den Zwei-Meter-Stürmer an die Admira. Seine Entscheidung bereut Kalajdzic trotz unglücklicher Umstände nicht. Weil man ihn trotz seiner katastrophalen Verletzung nicht abschrieb. "Die Betreuung vom Verein war sehr gut, man hat mir das Gefühl gegeben, dass man mir helfen möchte und dass ich ein Teil der Mannschaft bin", sagt Kalajdzic.

Dabei hatte er im Sommer zahlreiche Angebote aus verschiedenen Ligen. VfB-Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat ging aber über die üblichen Bemühungen hinaus und besuchte Kalajdzic für ein Gespräch in Maria Enzersdorf - obwohl der österreichische Nachwuchsteamstürmer eigentlich keine Zeit für ein Treffen hatte. "Er hat eine halbe Stunde mit mir gesprochen und ich habe sofort ein super Gefühl bekommen."

Der Auftritt des charismatischen Deutschen mit den langen blonden Haaren hinterließ Eindruck und darf als Ritterschlag gewertet werden. Nicht umsonst wird Mislintat "Diamond Eye" gerufen - der 47-Jährige entdeckte Shinji Kagawa in der zweiten japanischen Liga, holte Robert Lewandowski, Mats Hummels und Pierre-Emerick Aubameyang zum BVB, entdeckte Christian Pulisic und Ousmane Dembele und holte Top-Talent Matteo Guendouzi für lau zum FC Arsenal.

"Sven Mislintat ist charakterlich ein super Typ. Über seine fachlichen Qualitäten müssen wir nicht diskutieren, da sprechen seine Erfolge und Transfers für ihn", sagt Kalajdzic. "Er scheint außerdem eine sehr nette Person zu sein. Ich hatte die Gelegenheit, mit ihm abseits des Platzes einfach nur über das Leben zu plaudern."

Mit Tabellenplatz drei ist der Aufstieg für den Traditionsklub in Reichweite. Mit Mario Gomez, Daniel Didavi, Gonzalo Castro oder Holger Badstuber stehen arrivierte Kicker im Kader des einstigen deutschen Meisters, an Talenten mangelt es mit Orel Mangala, Silas Wamangituka oder Nicolas Gonzalez auch nicht. "Was die Kaderqualität betrifft, sollte der Aufstieg ohne Relegation klappen. Man hat auch im Pokal gegen Leverkusen gesehen, dass wir eine richtig gute Mannschaft haben. Aber die Liga ist ziemlich schwer", sagt Kalajdzic.

Sasa Kalajdzic: "Mit Rapid war es knapp"

Mit seinem Wechsel zum VfB eröffnete sich Kalajdzic eine neue Welt. "Stuttgart ist ein ganz anderes Kaliber. Ich kenne die Admira in- und auswendig, die Wiener Vereine auch ein bisschen, aber das ist mit dem VfB schwer zu vergleichen. Ich glaube die Mercedes-Benz Arena (60.449 Plätze, Anm.) hat mehr Kapazität, als die Stadien von Rapid, Austria und Admira zusammen. In der zweiten Liga kommen hier über 50.000 Leute ins Stadion", schwärmt Kalajdzic.

Dabei hätte der Angreifer mit serbischen Wurzeln im Jänner 2019 in Hütteldorf landen können. "Mit Rapid war es knapp", erinnert er sich. "Im Endeffekt hätten sich nur die Vereine einigen müssen. Es lag nicht in meiner Hand. Ich hätte den Wechsel damals gerne gemacht, aber im Nachhinein war es die bessere Entscheidung", sagt Kalajdzic und nennt die Gründe: "Ich war leicht verletzt und Rapid hat eine Soforthilfe gesucht. Vielleicht hätte ich dieser Spieler sein können, das ist jetzt schwer zu sagen, aber so konnte ich meinen Teil dazu beitragen, dass die Admira nicht abgestiegen ist."

Kalajdzic hofft auf ein Comeback im März

Die schwere Verletzung hat Kalajdzic emotional abgehakt. Sein Plan: Möglichst bald auf den Fußballplatz zurückkehren, ohne ein unnötiges Risiko einzugehen. Schließlich ist Kalajdzic für den VfB Stuttgart eine langfristige Investition.

"Ich hoffe, dass ich im März wieder matchfit bin. Realistisch ist es. Ob es wirklich so kommt, wird man sehen. Ich möchte nichts überstürzen und mir keinen Druck machen", sagt Kalajdzic. "Ich hatte vergangenen Freitag bei meinem Operateur in Augsburg einen Termin. Wir haben Tests gemacht und im Großen und Ganzen sind - nachdem es keine einfache Verletzung war - alle zufrieden."

Sasa Kalajdzic: Die Leistungsdaten

Verein SpieleTore Vorlagen
351212
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