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Fussball

Gary Neville schießt gegen Ralf Rangnicks ÖFB-Deal: "Wo ist die Priorität?"

Von SPOX Österreich
Gary Neville beendete seine Spielerkarriere 2011 nach 17 Jahren als Profi bei Manchester United.

Ralf Rangnick wird neuer Nationaltrainer in Österreich und soll David Alaba und Co. zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland führen. Der 63-Jährige erhält einen Zweijahresvertrag, wie der ÖFB nach einer Präsidiumssitzung in Wien am Freitag mitteilte. Während der ÖFB über den Deal jubelt, kommen von Manchester-United-Legende Gary Neville Querschüsse.

Rangnick will auch als Nationaltrainer weiter für United arbeiten. "Ich werde meine beratende Funktion fortführen", sagte Rangnick via Klub-Homepage am Freitag. Er freue sich darauf, zu helfen, United wieder zu einer "echten Macht" zu machen. Das bestätigte am Freitag auch der ÖFB. "Das hat uns den Deal ermöglicht", so Schöttel. Sein Amt als Teammanager der Red Devils wird Rangnick nach dem letzten Spieltag am 22. Mai an den Niederländer Erik ten Hag (bisher Ajax Amsterdam) übergeben.

In Manchester sorgt Rangnicks Engagement in Österreich für hochgezogene Augenbrauen. Der Berater von Manchester United kann sich wirklich Woche für Woche österreichische Spieler anschauen? Und die dann für die Nationalmannschaft auswählen?", stellte Manchester-United-Legende Gary Neville in seinem Podcast den Raum.

Gary Neville: "Ablenkung kann sich Manchester United nicht leisten"

Die Konstellation sei chaotisch: "Ein Teamchef muss Woche für Woche präsent sein. Er kann nicht jede Woche im Old Trafford sein und dort österreichische Spieler anschauen. Österreichs Nationalteam hat Stolz, das ist ein großartiges Land mit großartigen Spielern, also muss er die ganze Woche lang Spieler beobachten. Er wird das Team dann im September, im Oktober, im November und im März für zwei Wochen betreuen. Was passiert dann mit seiner Arbeit für United? Wo ist die Priorität? Es gibt da einen Konflikt."

Und auch für Manchester United sei das nicht förderlich: "Manchester United kann es sich im Moment nicht leisten, Ablenkungen zu haben, rund um die Idee, dass Rangnick der Berater ist, aber dreimal im Monat Spiele in der deutschen Bundesliga anschaut."

Peter Schöttel: "Riesiges Signal für Österreich"

Rangnick erhält beim ÖFB einen Zweijahresvertrag, wie der Verband nach einer Präsidiumssitzung in Wien am Freitag mitteilte. Gelingt die Qualifikation für die EM, "verlängert sich die Zusammenarbeit automatisch um zwei weitere Jahre bis zur WM 2026 in den USA". Sein Österreich-Debüt feiert Rangnick am 3. Juni in der Nations League in Kroatien.

Während Österreichs Medienlandschaft den Trainer-Coup am Freitag als "Knalleffekt" feierten, bezeichnete ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel die Verpflichtung Rangnicks als "ein riesiges Signal für den österreichischen Fußball. Eine Riesensache, über die wir uns alle freuen sollten." Der Verband sei "immer für eine österreichische Lösung" gewesen: "Dann hat sich plötzlich die Möglichkeit ergeben, Ralf Rangnick ins Boot zu holen. Wenn man den aktuellen Trainer von Manchester United bekommen kann, spricht das für sich."

Rangnick soll Österreich nach der verpassten WM-Qualifikation für Katar unter dem zurückgetretenen Franco Foda zurück zu alten Erfolgen führen. "Über allem steht, dass wir uns wieder für internationale Großturniere qualifizieren", sagte Schöttel und konkretisierte später: "Wir wollen nicht nur bei Endrunden dabei sein, sondern dort auch eine gute Rolle spielen."

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