Nestor El Maestro von Sturm Graz über interne Strafe: „Wurde nicht geschlagen wie ein Schüler“

Von APA
Nestor El Maestro.
© GEPA

Drei Spiele, drei Niederlagen: Sturm Graz steht nach einem verpatzten Start in der Meistergruppe der Bundesliga im Kampf um eines der Europacup-Tickets mit dem Rücken zur Wand. Die Wende soll nun am Sonntag (17.00 Uhr) im steirischen Duell beim TSV Hartberg eingeleitet werden. Bleibt die aus, könnte auch die Amtszeit von Coach Nestor El Maestro nach fast genau einem Jahr zu Ende gehen.

Anzeige
Cookie-Einstellungen

Der 37-Jährige wird sein Team dabei nicht von der Seitenlinie unterstützen können, denn die Bundesliga wandelte die bedingte Strafe von letzten September aufgrund der Corona-Maßnahmen in eine Funktionssperre von vier Spielen um. "Es war inakzeptabel, nicht zu entschuldigen", sagte El Maestro am Freitag noch einmal. Das sei ihm auch von der Clubführung "deutlich kommuniziert" worden. "Mir wurde aber nicht auf die Hände geschlagen wie ein Schüler 1970 in England und es gab auch keine Geldstrafe", schilderte der Sturm-Trainer.

Der war auch bemüht, sich ein wenig zu verteidigen, verwies darauf, dass es Reklamationen bezüglich Schiedsrichterentscheidungen bei jedem Spiel gäbe. "Manchmal aus Frust, manchmal versucht man gewisse Entscheidungen ein bisschen zu beeinflussen. Ob das gut ist für den Fußball, kann man natürlich diskutieren, aber es ist einfach Teil der Fußballkultur", erläuterte der Sturm-Coach. Dass die Partien aufgrund der Coronavirus-Pandemie ohne Publikum ausgetragen werden, wurde ihm zum Verhängnis. "Die Reaktion wird nur thematisiert, weil es ein Geisterspiel ist", betonte El Maestro. Seine verbale Entgleisung wäre im Normalfall vielleicht untergegangen.

El Maestro: Hartberg als Endspiel für Sturms Europa-Traum

Nun sorgt sie bei ihm für eine fünf- bis sechsstündige Mehrarbeit in der Vorbereitung der Partie. "Jede Eventualität muss vorbesprochen sein", erinnerte El Maestro. Diesbezügliche Erfahrung konnte er in der Vergangenheit bereits sammeln. "Die Ergebnisse waren da eigentlich nicht schlecht", so El Maestro. Sehr wohl schlecht lief es zuletzt für sein Team, das fünf Spiele sieglos ist und viermal in Folge nicht punkten konnte. Als Schlusslicht beträgt der Rückstand auf den Fünften Hartberg bereits vier Punkte.

"Es ist für den neutralen Zuschauer oder die Medien ein sehr cooles Spiel. Für beide Vereine ist es brisanter als Sturm gegen Hartberg sonst, das kann man schon mit einem Endspielcharakter vermarkten, absolut", gab El Maestro Einblick. "Wir kämpfen um unsere letzte Europacupchance." Das wissen natürlich auch die Hartberger, die überraschend zwei - darunter zuletzt das 4:2 beim WAC - ihrer bisher drei Spiele "oben" gewonnen haben.

Markus Schopp: "Angeschlagene Gegner sind meistens gefährlich"

Mit einem Sieg hätten sie einen Sieben-Punkte-Polster und auch für Coach Markus Schopp "großen Schritt" in Richtung Rang fünf gemacht. "Es wäre in Hartberg ein super Momentum, wenn du so etwas schaffen könntest", sagte der TSV-Coach. An der Ausgangslage hat sich für ihn aber nicht viel verändert. "Wir haben im Vergleich zu Sturm bessere Resultate, kommen aus einem Sieg und sind deswegen sicher mit unserer Gefühlslage woanders, aber von einer Favoritenrolle brauchen wir deshalb nicht reden", erläuterte Schopp.

Sturm habe einen sehr guten Kader. "Man darf nicht den Irrglauben haben, dass ein leichter Gegner kommt. Sie haben zwar dreimal verloren, aber wenn man sich die Spiele anschaut, hätten die auch in eine andere Richtung kippen können", ist sich Schopp bewusst. "Und angeschlagene Gegner sind meistens sehr gefährlich."

El Maestro: "Hartberg immer für eine Riesenüberraschung gut"

Auch im Sturm-Lager ist Respekt vorhanden. El Maestro bezeichnete den Steiermark-Rivalen als "sehr interessante" Truppe. "Die Mannschaft ist von der Ergebnisdynamik her schon ein bisschen eine Wundertüte. Für einen kleineren Verein ist der Begriff ein Lob, sie sind immer wieder für eine Riesenüberraschung gut", sagte der Sturm-Trainer. Zudem würde sich Hartberg von hohen Niederlagen wie jener gegen Salzburg (0:6) überhaupt nicht aus der Bahn werfen lassen.

Die Statistik spricht für Hartberg. In den bisherigen vier Aufeinandertreffen in der Bundesliga ging immer das Heimteam als Sieger hervor.