Fussball

Kantersieg! SV Mattersburg stößt WSG Tirol Richtung Abgrund - Entscheidungsspiel am Samstag

Von APA

WSG Tirol droht nach einem 1:4 (0:2) in Mattersburg nach nur einem Jahr in der Fußball-Bundesliga wieder der Abstieg. Die Tiroler müssen in der letzten Runde im direkten Duell gegen die zwei Punkte voranliegende Admira (0:3 gegen St. Pölten) am Samstag gewinnen. Die Burgenländer sind nach dem erst dritten Saisonheimsieg vorzeitig gerettet.

Dank Toren von Patrick Bürger (4.) mit einem Elfmeter, Florian Hart (27.), Jano (49.) und Alois Höller (63.) wird Mattersburg auch im sechsten Jahr in Folge im Oberhaus dabei sein. Die WSG präsentierte sich nicht nur aufgrund eines brutalen Einsteigens von Ione Cabrera (31./Rot) gegen Andreas Kuen (Schlüsselbeinbruch) wie ein Absteiger. Zlatko Dedic gelang per Elfmeter der Endstand (67.).

In einer hart geführten Partie müssten die Gäste einen frühen Nackenschlag einstecken. Thorsten Mahrer spazierte in den Strafraum, entschied sich in Abschlussposition noch für das Abspiel auf Höller, der trotz Pass in den Rücken von Kevin Nitzlnader ungeschickt zu Fall gebracht wurde (3.). Bürger versenkte den fälligen Strafstoß trocken im linken Eck. Es folgte eine hektische und zerfahrene Partie, in der die Gäste stärker wurden. Allerdings ging quasi immer der letzte Pass daneben.

Mattersburg blieb effizient. Hart gelang nach Mahrer-Vorarbeit aus spitzem Winkel das 2:0 (27.). WSG-Goalie Ferdinand Oswald kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball. Kurz darauf ließ Bürger nach Stanglpass von Höller die Großchance auf das 3:0 aus.

Brutalo-Foul von Cabrera an Kuen schockiert

Die harte Gangart, die Schiedsrichter Manuel Schüttengruber zuvor zugelassen hatte, entlud sich in der 31. Minute in einem Brutalo-Foul von Cabrera, der Andreas Kuen mit dem gestreckten Bein im Oberkörperbereich traf und vom Referee glatt Rot präsentiert bekam (31.). Kuen wurde mit Blaulicht im Rettungswagen abtransportiert, sein Schlüsselbeinbruch später traurige Gewissheit.

Cabreras Aussetzer bedeutete den fünften Ausschluss im neunten Qualifikationsgruppen-Spiel der WSG. Es könnten sogar sechs Rote sein: Verteidiger Bruno Soares war mit einem Tackling auf das Standbein des Gegners mit Gelb sehr gut bedient (38.). Nicht nur die Mattersburger schienen danach beeindruckt - spielerisch ging bis zur Pause nichts mehr.

Nach dem Seitenwechsel machten die Burgenländer aber früh alles klar: Kapitän Jano traf per Kopf nach Eckball zum 3:0 (49.). Silberberger versuchte mit der Einwechslung von Clemens Walch noch die Wende herbeizuführen. Dieser sorgte mit einigen Distanzschüssen für Gefahr, seine Hinterleuten offenbarte aber immer wieder eklatante Abwehrschwächen. Höller bugsierte eine Mahrer-Vorarbeit mutterseelenallein, aber letztlich mit etwas Glück gegen Oswald über die Linie (62.).

Das Spiel blieb turbulent: Dedic verkürzte nach einem schmeichelhaften Elfmeter nach einem Zusammenstoß vom Punkt (67.). Wenig später verhängte Schüttengruber nach Rücksprache mit seinem Assistenten den dritten Elfmeter der Partie. Martin Pusic verwandelte ihn nicht - der erste Versuch musste wiederholt werden, weil Spieler zu früh in den Sechzehner gelaufen waren. Der erste Schuss hatte gepasst, der zweite ging an die Latte. Härteeinlagen gab es bis zuletzt, Tore fielen keine mehr. Mattersburg fixierte mit dem erst dritten Saison-Heimsieg den Ligaverbleib.

Die Stimmen zum Spiel

Franz Ponweiser (Trainer SV Mattersburg): "Das waren keine einfachen Wochen, da Ruhe zu bewahren. Aber wir haben extrem gut zusammengehalten. Wir waren die einzige Mannschaft, die im Winter keinen Transfer gemacht hat. Wir haben auch zwölf Verträge, die auslaufen. Das heißt, die Situation war bestimmt nicht einfach für uns alle. Aber ich bin unglaublich Stolz auf den Charakter der Truppe, wie wir in den letzten Wochen da zusammengearbeitet haben und auch nach dem vergebenen Matchball am Samstag. Da muss man mal aufstehen und so in das Spiel reingehen, das war eine unglaubliche Leistung heute."

Zur Verletzung von Andreas Kuen: "Das Schlüsselbein ist gebrochen, er muss operiert werden, er kriegt morgen eine Platte eingesetzt. Es tut mir extrem leid für ihn, er hat das Seine abgeliefert, war auch heute bärenstark. Die Mannschaft hat für ihn gefightet und das Notwendige für seine schnelle Heilung beigetragen."

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): "Im Endeffekt waren wir null bissig und Mattersburg hat uns nicht einmal überrascht. Aber dass wir uns dann so blöd anstellen. Im Endeffekt war nach fünf Minuten eine Vorentscheidung da, und das 2:0 war dann die Entscheidung."

Zum Ausgang des Parallelspiels als glückliche Fügung: "Jetzt können wir alles auf null stellen und am Samstag genügt ein dreckiges 1:0."

Zum Rot-Foul: "Es schaut brutal aus, ich will mich entschuldigen - das ist nicht unser Stil. Ich muss den Ione (Cabrera, Anm.) ein bisschen in Schutz nehmen. Der ist gestern nachgereist, seine Frau hatte eine schwere Operation. Das relativiert das Ganze, er war nicht bei der Sache. Er wollte unbedingt spielen, ich hätte ihn nicht aufstellen dürfen. Ein Ione Cabrera, der mit hundertprozentiger Konzentration auf dem Platz ist, macht so ein Foul nicht."

Die Qualifkationsgruppen-Tabelle nach 31 Runden

RangTeamSpiele+/-Pkt.
31131
31-626
31-2822
31-2421
31-2817
31-3215

 

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