Fussball

Stimmen zum Bundesliga-Spieltag – Nestor El Maestro: „Man fühlt sich von Spielern verraten“

Von SPOX Österreich
Nestor El Maestro war nach der Niederlage böse.
© GEPA

Der WAC fügte dem SK Sturm die fünfte Niederlage der aktuellen Bundesliga-Saison zu. Der Trainer der Grazer, Nestor El Maestro, bevorzugte es, "die Fresse zu halten und keine Ausreden zu suchen".

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer wollte sich über den Schiedsrichter nicht äußern, denn das sei "für den Hugo". Salzburg-Boss Jesse Marsch ist von den Gerüchten um Erling Haaland zunehmend genervt. Die Stimmen zu den Samstags-Spielen (via Sky):

SK Sturm - WAC 0:4

Nestor El Maestro (Trainer Sturm): "Das ist die höchste Heimniederlage in meinem Leben. Fußball ist manchmal brutal. 0:3 zur Halbzeit ist der Wahnsinn, auch wenn es viele nicht verstehen werden. Ich meine, es ist besser, die Fresse zu halten und keine Ausreden zu suchen. Die zweite Halbzeit war gar nichts. Wir leiden darunter, dass es uns nicht gelingt, dreimal die Woche an die Grenzen zu gehen in Bezug auf Griffigkeit, Laufbereitschaft und Mentalität. Diese Liga ist extrem von Physis geprägt."

"So deutlich zu verlieren ist selten Glückssache. In dieser Liga kannst du mit nur 95 Prozent Intensität und Leidenschaft nicht gewinnen. Wir leiden darunter, dass wir nicht in der Lage sind, drei oder vier Mal in Folge zu marschieren. Ich habe keine Erklärung dafür. Ich werde versuchen, Fehler in der taktischen Ausrichtung zu suchen, damit wir Wucht nach vorne wiederfinden. Die Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, sind schwer zu messen und nicht greifbar."

"In solchen Momenten muss man wissen, dass Fußball so ist. Mittwochs bist du der Depp, samstags der Held - oder umgekehrt. Man fühlt sich ein bisschen verraten vom einen oder anderen Spieler nach solchen Leistungen. Die Jungs sich aber charakterlich top, häufig sind sie auch wirklich gut. Positiv zu bleiben ist schwer, aber wir werden weiterarbeiten."

Günter Kreissl (Sport-Geschäftsführer Sturm): "Das war die erste klare Niederlage in dieser Saison, die überraschend kommt. Weil wir das Gefühl hatten, dass sich die Mannschaft in den letzten Wochen stabilisiert hat. Das Ergebnis ist schmerzhaft. In diesem Jahr gibt es ein stetes Auf und Ab. Es gibt immer wieder Rückschläge, die man nicht erwarten konnte."

Gerhard Struber (Trainer WAC): "Es war ein sehr, sehr intensives Spiel. Wir hatten die taktisch richtige Ausrichtung mit und gegen den Ball, hatten gute Chancen im Gegenpressing. Meine Jungs haben heute alles fulminant umgesetzt und den Gegner 90 Minuten vor große Probleme gestellt. Wir haben verdient in dieser Höhe gewonnen. Wir haben heute auch die Akkus wieder hochgeschraubt. Jeder hat ein bisschen nachdenken dürfen in der letzten Woche. Am Donnerstag haben wir ein richtungsweisendes Spiel, mit einem Sieg haben wir sehr gute Chancen in der Europa League."

Michael Novak (Torschütze WAC): "Unser Teamgeist ist wirklich ausgezeichnet. Wir waren stets präsent und das Spiel ist früh auf unsere Seite gekippt. Wir sind eine sehr gute Mannschaft, wenn wir das Spiel zu hundert Prozent hinkriegen. Wir waren heute voll fokussiert und von Anfang an scharf im Kopf. Unsere Stärken haben wieder gegriffen. Machen wir aber einen Schritt weniger, sind wir keine gute Mannschaft mehr."

SV Mattersburg - Red Bull Salzburg 0:3

Franz Ponweiser (Mattersburg-Trainer): "Es war schlussendlich ein klarer Sieg für Salzburg. Wir wollten defensiv gut stehen. Uns sind aber eklatante Abwehrfehler passiert, die Salzburg die Führung ermöglicht haben. In der zweiten Hälfte haben wir eine stabile Leistung gezeigt, konnten unsere Chancen aber nicht nutzen. Ein Schnitt von drei Gegentreffern pro Spiel ist nicht akzeptabel. Uns dürfen solche kapitalen Fehler nicht mehr passieren. Das geht immer viel zu einfach. Die aktuelle Tabellensituation ist gefährlich. Wir müssen endlich wieder anschreiben. Gegen die Austria (auswärts, Anm.) wäre das wieder möglich."

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Es war heute nicht so einfach für uns. Der Matchplan von Mattersburg hat es uns sehr schwer gemacht. Sie haben sehr konservativ gespielt. Mattersburg war auch bei Standards und weiten Einwürfen gefährlich. Jetzt gilt voller Fokus auf Neapel. Coronel hat heute ein gute Leistung gezeigt, besitzt viel Selbstvertrauen. Auch für Daka war es ein gutes Spiel. Die Gerüchte um Haaland nerven schon, ich habe soeben erfahren, dass Bayern an ihm interessiert sein soll. Jeder Topclub könnte Erling gebrauchen."

SK Rapid Wien - SKN St. Pölten 0:1

Dietmar Kühbauer (Trainer Rapid): "Wir haben offensiv nicht das abgerufen, was man abrufen muss, und wir haben es St. Pölten im Offensivspiel zu leicht gemacht. Wir haben nicht die Breite gesucht, die wir gebraucht hätten, haben oft falsche Entscheidung getroffen. Fußball ist Zweikampf, das haben wir nicht abgerufen. Wir waren die bessere Mannschaft, aber davon kann man sich nichts kaufen. Über das Tor kann man diskutieren, weil zwei Spieler von St. Pölten im Abseits gestanden sind. Aber Strebinger hätte den Ball nicht gefangen, das muss man zugeben. Heute war unsere Leistung nicht gut genug für einen Dreier. St. Pölten hat nicht einmal eine unglaubliche Leistung bringen müssen."

Stefan Schwab (Kapitän Rapid): "Das war von jedem Einzelnen zu wenig. Die erste Hälfte war ganz schlecht, in der zweiten haben wir ein bisschen Druck gemacht, aber auch keine Chancen herausgespielt. Wir hatten keine Ideen, um den Abwehrriegel zu brechen und haben es nicht geschafft, den Gegner einzuschnüren. Unser Zweikampfverhalten war zu schwach. Wenn wir nicht beginnen, daheim zu gewinnen, wird es schwierig, oben reinzukommen. Es hat auf beiden Seiten knifflige Schiedsrichterentscheidungen gegeben, aber das war nicht der Grund, warum wir verloren haben. Wir brauchen nicht irgendwelche Ausreden suchen, sondern müssen unsere eigenen Fehler analysieren."

Alexander Schmidt (Trainer St. Pölten): "Der Unterschied zu unseren bisherigen Spielen war, dass unser Zweikampfverhalten ein anderes war. Wir waren konsequent im Verteidigen des eigenen Tores. Man hat gemerkt, dass sich die Mannschaft am Verhalten gegen den Ball aufrichtet. Wenn das gut funktioniert, steigt das Selbstvertrauen, dann wird es auch spielerisch besser. Wir sind froh, dass wir heute belohnt worden sind, wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns."

Husein Balic (Torschütze St. Pölten): "Auswärts gegen Rapid ist eines der schönsten Spiele der Saison. Wenn man dann noch das Siegestor schießt, ist es umso schöner. Ich habe bei St. Pölten einen Vertrag bis 2020 und den werde ich erfüllen, danach wird man weitersehen."

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