Fussball

SK Rapid verzeichnet im Geschäftsjahr 2018/19 einen Rekordumsatz

Von APA
Das Allianz Stadion des SK Rapid

Sportlich ist man beim SK Rapid Wien weiter hinter den eigenen Erwartungen, wirtschaftlich gedeiht der Verein jedoch. Laut dem am Donnerstag vorgelegten Finanzbericht schloss der Bundesligist das vergangene Geschäftsjahr 2018/19 mit einem neuen Rekordumsatz von 50,7 Millionen Euro ab. Dazu kommt ein knapper Gewinn von 179.989 Euro. Zum Vergleich: 2017/18 waren es 2.372.210 Euro gewesen.

"Über den nationalen Bewerb konnten wir einen Umsatz von 32,5 Millionen Euro erwirtschaften und haben somit ein Rekord-Eigenkapital von 15,1 Millionen", erläuterte Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek bei einer Pressekonferenz im Allianz Stadion. Man habe es geschafft, bereits das siebente Jahr in Folge ein wirtschaftlich positives Ergebnis zu schreiben. Nicht unerwähnt lassen wollte Peschek auch, dass man bei der Rückzahlung des Stadionkredits über dem Plan liege. Außerdem gebe es einen neuen Höchststand an Vereinsmitgliedern mit 16.540.

Dabei war die Saison 2018/19 in sportlicher Sicht wahrlich keine erfolgreiche für Rapid. Zwar spielten die Wiener in der Europa-League-Gruppenphase, in der Meisterschaft verpasste man jedoch die Meistergruppe und in der Folge die erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Hinzu kam im Herbst 2018 ein Trainerwechsel von Goran Djuricin zu Dietmar Kühbauer. Im Mai 2019 setzte es im Cup-Finale eine 0:2-Niederlage gegen Red Bull Salzburg.

Dennoch präsentierten die Grün-Weißen auf der Einnahmenseite neue Rekordwerte im Bereich Sponsoring und Hospitality. Laut dem Geschäftsbericht wurden erstmals mehr als 10 Millionen Euro über Sponsoring eingenommen. Auch im Bereich Merchandising habe man das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Einen leichten Rückgang gab es bei den Ticketerlösen. "Aber wir sehen bereits in dieser Saison wiederum einen Aufwärtstrend", kalmierte Peschek sofort mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr.

Knapp negativ fällt auch die Transferbilanz für die Kampfmannschaft aus. Hier steht ein Minus von rund 346.000 Euro zu Buche, das Peschek und Raphael Landthaler, Direktor für Finanzen und Organisationsentwicklung, vor allem mit zahlreiche Abgängen und Verletzungen erklärten. Man habe darauf reagieren und entsprechend ins Team investieren müssen. Daran könne man erkennen, dass am "vermeintlichen Vorwurf des Sparvereins" nichts dran sei, nahm Peschek auf Kritik Bezug, die in den vergangenen Jahren immer wieder geäußert wurde.

Christoph Peschek: "Niemand und nichts ist größer als der SK Rapid"

Der Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr (Zeitraum 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019) musste satzungsgemäß bis spätestens zehn Tage vor der Jahreshauptversammlung veröffentlicht werden. In diesem Jahr ist das jährliche Zusammentreffen von Mitglieder und Vereinsführung besonders brisant, da ein Nachfolger von Michael Krammer als Präsident gewählt werden wird. Bei der Ordentlichen Hauptversammlung am 25. November stehen konkret der bisherige Club-Finanzreferent Martin Bruckner sowie der Unternehmer Roland Schmid zur Wahl. Schmid ist Eigentümer und Geschäftsführer der Firma IMMOunited, die seit einiger Zeit ein wichtiger Rapid-Sponsor ist.

Dass dieser Termin schon seine Schatten vorauswirft, wurde auch am Donnerstag deutlich. So hatte Schmid in öffentlichen Statements zuletzt wiederholt betont, dass sich Rapid weg von einem Wirtschaftsbetrieb wieder mehr zu einem Sportverein entwickeln müsse. Wohl auch vor diesem Hintergrund stellte Peschek klar, dass alle wirtschaftlichen und kommerziellen Aktivitäten dem Ziel untergeordnet seien, sportlich aus eigener Kraft erfolgreich sein zu können. "Denn niemand und nichts ist größer als der SK Rapid", sagte er.

Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic, der erst im Mai 2019 seine Aufgabe antrat, freute sich auf den möglichen Aufstieg der Rapid Amateure in die 2. Liga. "Schön wär es", meinte der Ex-Spieler. Denn dann habe der Club vielleicht die Chance, dass junge Talente mehr Entwicklungsmöglichkeiten auf einer höheren Leistungsstufe bekommen. Das könnte den Übergang von Nachwuchs zu Profis "noch einfacher machen", stellte Barisic fest. "Aber das ist alles Zukunftsmusik. Ich weiß, wir müssen gerüstet sein."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung