Fussball

Franco Foda versteht Andreas Herzog: "War früher auch emotional"

Von APA/RED
Andreas Herzog erklärte Franco Foda etwas.

Andreas Herzog hat nach der bitteren 2:3-Niederlage von Israel gegen Slowenien in Österreichs EM-Qualifikations-Gruppe G die Beherrschung verloren. Nach Medienberichten soll Österreichs Rekord-Teamspieler am Montag in der Kabine sein Team derart angegangen sein, dass Spieler sogar geweint hätten. Wie israelische Medien berichteten, soll Herzog aus Wut gegen Flaschen und einen Tisch getreten haben.

Seine Spieler seien naiv, würden dumme Fehler machen und würden so nie etwas erreichen, soll Herzog gebrüllt haben. Seinem Ärger machte er auch in einem Interview mit dem israelischen Fernsehen in Ljubljana Luft. "Wir sagen immer, dies war gut und jenes war gut, aber wir kassieren jedes Mal drei Gegentore, wir sind nicht professionell genug", sagte Herzog einen Tag vor seinem (heutigen) 51. Geburtstag.

Besonders regte ihn ein unnötiger Ballverlust auf, der das 2:3 in der 90. Minute einleitete. "Wenn ich das dritte Gegentor sehe, das ist der Horror. Wir reden immer darüber, wovon wir träumen, aber wir müssen die entscheidenden Dinge auf dem Platz machen. Und dann machen wir unmögliche Fehler, das geht einfach nicht und ist so nicht mehr lustig."

Verständnis für Herzogs Ausbruch zeigte ÖFB-Teamchef Franco Foda. "So etwas gehört dazu", meinte der frühere Sturm-Graz-Coach, der Herzog einst als ÖFB-Teamchef vorgezogen worden war. "Früher war ich auch sehr emotional. Heute gehe ich die Sache schon etwas ruhiger an nach dem Spiel. Ich habe das Interview selbst noch nicht gesehen, aber natürlich schon davon gehört. Ich glaube, es ist immer wichtig, nach dem Schlusspfiff kurz abzuschalten und runterzukommen, um dann die richtigen Antworten zu geben."

Herzog: "So werden wir uns nicht qualifizieren"

Herzogs Team geriet durch einen Treffer von Benjamin Verbic (43.) kurz vor der Pause in Rückstand, schaffte aber dank Toren von Bibras Natcho (50.) und Eran Zahavi (63.), der mit neun Toren Top-Torschütze in der laufenden Quali ist, die vermeintliche Wende. Für Punkte reichte es aber nicht, da Roman Bezjak (66.) ausglich und Verbic noch seinen Doppelpack perfekt machte.

Israels Niederlage war absolut vermeidbar, der Ärger Herzogs daher verständlich. "Wir hatten ein richtig gutes Spiel gegen einen starken Gegner, der Polen besiegt hat und haben verloren", so Herzog. Israel ist weiter Vierter in der Tabelle, punktgleich mit dem Fünften Nordmazedonien. Fünf Zähler fehlen auf Polen, drei auf Slowenien und zwei auf die ÖFB-Auswahl, gegen die es am 10. Oktober in Wien geht. "Wenn wir immer blöde Fehler machen, verlieren wir jedes Spiel. Wir haben die Chancen gehabt zu gewinnen und haben verloren. So werden wir uns nicht qualifizieren", sagte Herzog.

Die Israelis hoffen auf ihre erste Teilnahme an einem großen Turnier seit 1970. Nach Angaben israelischer Medien will der Verband trotz der jüngsten Niederlage mit Herzog weiterarbeiten.

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