Fussball

Streit zwischen Innsbruck und Wattens um nicht bezahlte Ablöse

Von SPOX Österreich
WSG Wattens präsentiert Florian Rieder, bevor dieser endgültig von Wacker Innsbruck transferiert wurde.
© GEPA

Das ging wohl etwas zu schnell: Zum gestrigen Trainingsauftakt vermeldete der WSG Swarovski Tirol (ehemals WSG Wattens) den Transfer von vier Spielern als fix und ließ auch Fotos und Interviews zu (SPOX berichtete). Zu früh, meint aber Wacker Innsbruck, bei denen Florian Rieder noch unter Vertrag steht und mit denen man sich anscheinend noch nicht endgültig geeinigt hat.

So etwas erlebt man auch nicht alle Tage: Erst letztes Jahr im Mai verlängerte Mittelfeldspieler Florian Rieder seinen Vertrag bei Wacker Innsbruck bis 2020 (+ verreinsseitige Option auf ein Jahr). Nun galt ein Transfer zum Nachbarn Swarovski Tirol als ausgemacht.

Doch Wattens war etwas voreilig und präsentierte den Spieler samt den anderen drei Neuzugängen Stefan Hager, Julian Gölles und Zltako Dedic beim eigenen Trainingsauftakt, wo der Spieler auch Interviews gab und für Fotos bereit stand.

Allerdings ist aufgrund des laufenden Vertrags eine Ablösesumme erforderlich, um ihn aus jenem Vertrag zu kaufen. Dies ist anscheinend nicht geschehen - sehr zum Unmut von Wacker Innsbruck.

Alfred Hörtnagel: "Wir sind enorm überrascht"

Geschäftsführer Sport bei Wacker, Alfred Hörtnagl gibt den Sachverhalt aus der Sicht seines Vereins wieder:
"Wir sind vom Vorgehen der WSG Swarovski Tirol und des Spielers (Anm. Florian Rieder) enorm überrascht. Fakt ist, dass Florian Rieder einen laufenden Vertrag beim FC Wacker Innsbruck hat und es seitens des Vereins WSG Swarovski Tirol kein offizielles Transferangebot gab und auch keines gibt. Wir wurden von den Beratern des Spielers über Interesse aus Wattens informiert. Der uns unterbreitete Vorschlag den Transfer über einen Investor abzubilden, ist rechtlich nicht möglich und für uns absolut nicht tragbar. In den vergangenen Jahren haben wir mit jedem Verein ein sauberes Transferverfahren durchführen können. Dass es seitens der WSG eine andere Auslegung der üblichen Vorgehensweise gibt, können wir nur verwundert zur Kenntnis nehmen."

Auch über das weitere Prozedere der Innsbrucker klärt Hörtnagel auf: "Der Spieler hat seinen Wunsch, nach Wattens wechseln zu wollen, gestern deutlich zum Ausdruck gebracht und das auch via Medien kundgetan. Wir sind bestrebt eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Einen Spieler, der ein aufrechtes Dienstverhältnis hat, können wir jedoch nicht ohne Ablöse ziehen lassen. Diese Verantwortung haben wir unserem Verein gegenüber."

Gerade in der derzeitigen, finanziell brenzligen Situation, kann es sich de Verein nicht leisten, einen Spieler ohne Ablöse ziehen zu lassen.

Update: Wattens hat mittlerweile auf die Anschuldigungen seitens Wacker Innsbruck reagiert und spricht von abgeschlossenen Verhandlungen. Zudem bleiben Sticheleien in Richtung Wacker nicht aus.

So äußert sich Sportmanager Stefan Köck: "Bereits vor der Einheit trafen sich WSG-Sportmanager Stefan Köck, Florian Rieder und sein Berater Thomas Pichlmann zur Vertragsunterzeichnung im Sportbüro. Eine klare Zusage Wackers an die Berater und den Spieler kam bereits vor dem Wochenende, Alfred Hörtnagl wusste, dass Rieder am Montagvormittag in Wattens unterschreibt und am Training teilnehmen will. Eine Überraschung, wie im Statement Wackers angegeben, ist die Sache also keine. Die Transfersumme war klar, wir nahmen sie an. Dass bereits Fotos und Interviews zu diesem Zeitpunkt an Medien gegeben wurden, war unglücklich und ein Fehler- zugegeben. Dass wir uns in Wattens auf Zusagen und Handschlagqualitäten Wackers verlassen auch."

Zudem geht Swarovski Tirol, wie der Verein künftig heißen wird, ins Detail: "Urplötzlich war eine prozentuelle Beteiligung an einem eventuellen Weiterverkauf Rieders ein Thema. Wir gaben nicht nach, dennoch kam grünes Licht für den Transfer aus Innsbruck, denn so war es vereinbart. Kurz vor dem Nachmittagstraining der nächste Rückschlag: Jetzt sollte die Bereitstellung der Transfersumme durch einen Sponsor ein Problem sein. Bei dir, Florian (Rieder, Anm. d. Red.), müssen wir uns besonders entschuldigen."

"Bundesliga kann nicht jeder, Abmachungen einhalten anscheinend auch nicht. Wir arbeiten konzentriert an der Mission Bundesliga, lassen uns nicht aus der Ruhe bringen - und ganz sicher lassen wir uns in dieser Causa nicht den schwarzen Peter zuschieben", lauten die abschließenden Worte des Statements.

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