Altach vermöbelt desolate Veilchen

Von SPOX Österreich, APA
SCR Altach
© GEPA

Ein Reality-Check, der die mit Meisterambitionen in die Saison gestartete Wiener Austria knallhart auf den Boden zurückwirft. Die erfolgreichen Europacup-Fighter aus dem Vorarlberg, der SCR Altach, deklassiert die ohne Torschützenkönig Larry Kayode angetretenen Veilchen mit 3:0. Bereits nach neun Minuten war das Match de fakto entschieden.

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Ein Abseitstor von Hannes Aigner nach nur 47 Sekunden sowie Kristijan Dobras (9.) sorgten für einen Anfangsschock, von dem sich die Elf von Trainer Thorsten Fink nicht mehr erholte. Ohne den gesperrten Raphael Holzhauser und den weiterhin noch nicht matchfitten Larry Kayode misslang vor 5.243 Zuschauern die Generalprobe für den EL-Heimauftritt am Donnerstag gegen AEL Limassol völlig. Finks persönliche Bilanz gegen Altach bleibt zudem bescheiden: In neun Ligaspielen holte die Austria unter Verantwortung des Deutschen nur zehn von 27 möglichen Punkten.

Die aggressiveren, bissigeren Altacher, die bereits vier Partien mehr als die Austria in den Beinen hatten, bauten unter Neo-Coach Klaus Schmidt ihre gute Bilanz weiter aus, sind in sechs Pflichtspielen der aktuellen Saison bei vier Siegen noch ungeschlagen. Die Vorarlberger dürfen am Donnerstag mit breiter Brust ins EL-Spiel KAA Gent gehen.

Abseits-Tor spielt Altach in die Karten

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Vom Altacher Pressing unter Druck gesetzt, wagte Petar Filipovic im Sechzehner einen gefährlichen Pass zu Tarkan Serbest, dem der lauernde Kristijan Dobras den Ball abnahm und auf Aigner passte. Der wiederum setzte sich gegen den nacheilenden Serbest durch und schoss aus wenigen Metern ein. Schönheitsfehler: Der Routinier stand im Abseits, Schiedsrichter Manuel Schüttengruber befand den Treffer aber für korrekt. Damit war das schnellste Bundesligator der Altacher Vereinshistorie perfekt.

Und Altach gab der Austria keine Zeit zum Verschnaufen. Nur acht Minuten später zappelte der Ball nach einem gefühlvollen 25-Meter-Schuss von Dobras erneut im Netz, die unfreiwillige Vorlage lieferte Neo-"Veilchen" Heiko Westermann, dessen Klärungsversuch zu schwach ausgefallen war. Nicolas Ngamaleu (Kopfball neben das Tor/20.) und Aigner (verfehlte eine Flanke vor dem Tor nur um Zentimeter/26.), hätten sogar noch erhöhen können, die Austria wiederum verzeichnete vorerst nur einen Grünwald-Schuss von der Strafraumgrenze über die Querlatte (19.).

Debütant Monschein unsichtbar

Nach rund einer halben Stunde schienen sich die Wiener vom frühen Schock erholt zu haben, gefällige Spielzüge führten aber bis zur Pause nicht zu Gefahr. Das wurde freilich auch nach dem Seitenwechsel trotz kurzer Drangphase kaum besser. Ein Köpfler des für Dominik Prokop eingewechselten Kevin Friesenbichler in die Arme von Goalie Martin Kobras (53.) und ein strammer Freistoß von Ismael Tajouri (60./Kobras hielt) blieben lange Zeit die einzigen "heißen" Szenen in Violett. Neo-Stürmer Christoph Monschein trat kaum in Erscheinung.

Und Altach versuchte nachzusetzen. Vorerst verhinderte Osman Hadzikic mit einem guten Reflex gegen Andreas Lienhart das 0:3 (61.), wenig später scheiterte Adrian Grbic nach Konter aus schrägem Winkel (67.). Eine Minute darauf war der "Joker" dann nach einer Flanke aber per Kopf aus Kurzdistanz zu Stelle und fixierte so den verdienten Sieg.