"Geht nur noch um Kleider und Aussehen"

Von SPOX Österreich
Dem Ball wird Benjamin Lüthi in Zukunft nicht mehr nachjagen
© GEPA

Paukenschlag in der Schweiz: Grasshopper-Profi Benjamin Lüthi hängt die Fußballschuhe mit 28 Jahren kurzerhand an den Nagel. Im Gespräch mit dem Blick erklärt er die Hintergründe.

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Fußballprofi ist der Traum vieler Jugendlicher. Für eine Karriere geben die Nachwuchskicker alles und nehmen diverse Entbehrungen in Kauf. So auch der Schweizer Benjamin Lüthi. Der Verteidiger kämpfte sich beim FC Thun ins Profi-Geschäft und steht im Moment bei den Grasshoppers aus Zürich unter Vertrag.

Mit 28 Jahren hat Lüthi nun aber genug vom Business. Er beendet, trotz laufendem Vertrag bis Sommer 2017, einfach seine Karriere. Statt Erstliga-Kick will sich der Fußball-Aussteiger seinem Studium widmen. Er studiert Betriebswirtschaft - im dritten Semester. "Ich wollte es für mich behalten, um keine Angriffsfläche zu bieten. Gewisse Leute sehen es nicht gerne, wenn Fußballer nebenbei studieren", erklärt er im Gespräch mit dem Blick.

Benjamin Lüthi hat genug vom Profi-Leben

Vom Profi-Geschäft hat er mittlerweile die Nase voll: "Man macht gerne mit in diesem Unterhaltungsbusiness, in dieser Fußball-Blase. Aber es hat sich zuletzt alles verändert. Der Fußball und ich. Ich will da nicht mehr mitspielen."
Was sich konkret verändert hat? "Heute ist jeder am Handy, kaum ist das Training fertig. Da geht es im besten Fall noch darum, was man für Kleider trägt und wie man aussieht. Das klingt jetzt nach großer Abrechnung. Das sollte es aber nicht. Ich hatte zehn tolle Jahre als Profi."

Mit dem Karriereende muss Lüthi auch auf das Leben mit dem gehobenen Profi-Gehalt verzichten. Dafür hat der Student bereits einen Plan parat. "Aus meiner Wohnung bin ich ausgezogen und ziehe in eine WG. Ich schaue mich nach einem Studentenjob um. In einem lässigen Kaffee arbeiten wäre cool." Am vergangenen Wochenende stand der Linksverteidiger noch in der Schweizer Super League auf dem Platz. In Zukunft heißt es Uni-Prüfungen meistern und Kaffee servieren. Und das alles vollkommen freiwillig. Ein Weg den nur die wenigsten Profis gehen würden.