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LASKs Europa League-Gegner Sporting Lissabon: So schlagbar wie nie?

Von APA
Sporting Lissabon ist derzeit so schwach unterwegs wie schon lange nicht mehr

Der LASK scheint einen günstigen Zeitpunkt für ein Kräftemessen mit Sporting Lissabon erwischt zu haben. Vor dem Europa-League-Duell beider Clubs am Donnerstag (21.00 Uhr) im Estadio Jose Alvalade kommt der Verein aus der portugiesischen Hauptstadt nicht wirklich in die Gänge - Beleg dafür ist der enttäuschende Liga-Rang fünf nach sieben Runden.

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Der Rückstand auf den Überraschungs-Spitzenreiter Famalicao, der mit vielen Leihspielern von Top-Clubs gespickt ist, beträgt acht Punkte. Auch die großen Rivalen Benfica Lissabon und FC Porto sind schon sieben Zähler entfernt. Alles deutet darauf hin, dass die "Löwen" nach dieser Saison wohl weiter auf ihren 19. Meistertitel, den ersten seit 2002, warten müssen.

Zu dieser langen Durststrecke gesellten sich in der jüngeren Vergangenheit noch Vorfälle, die den Sporting Clube de Portugal, wie der Verein offiziell heißt, europaweit negativ in die Schlagzeilen brachten. Wenige Tage, nachdem Sporting im Mai 2018 die Champions-League-Teilnahme verpasst hatte, bekamen die Spieler auf dem Trainingsgelände von etwa 50 maskierten Personen Besuch. Die Vermummten griffen die Profis an, es gab einige schwere Verletzungen. "Wir alle haben um unser Leben gebangt", schrieb Rui Patricio später in einem offenen Brief.

Spieler verließen Sporting Lissabon aus Angst

Der portugiesische Teamtorhüter verließ nach dieser Attacke ebenso wie weitere namhafte Spieler den Club. Auch Trainer Jorge Jesus suchte das Weite. Als Schuldiger für den Hooligan-Angriff wurde von den Medien der damalige Präsident Bruno de Carvalho ausgemacht. Er habe die Sporting-Profis häufig in der Öffentlichkeit harsch kritisiert und damit die späteren Täter aufgestachelt, lautete der einhellige Tenor.

De Carvalho wurde im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung im Juni 2018 abgewählt, wirklich Ruhe kehrte aber nicht ein. Nach dem sportlichen Aderlass reichte es in der vergangenen Meisterschaftssaison weit hinter Benfica und Porto nur zu Rang drei, die Pokale für Cup und Liga-Cup waren da nur ein schwacher Trost.

Auch die neue Spielzeit begann turbulent - Trainer Marcel Keizer wurde am 3. September nach nur zwei Siegen aus den ersten fünf Partien gefeuert. Zum Verhängnis wurde dem Niederländer unter anderem ein 0:5 im Supercup gegen Benfica. Keizers Nachfolger Leonel Pontes war nach drei Niederlagen und einem Unentschieden wieder Geschichte.

Erst am vergangenen Freitag wurde Jorge Silas, Anfang September bei Belenenses entlassen, zum neuen Coach bestellt. Sein Debüt endete am Montag mit einem mühevollen 1:0 bei Schlusslicht Aves. Damit steht Sportings Bilanz in dieser Saison bei fünf Niederlagen - darunter das 2:3 zum Europa-League-Auftakt bei PSV Eindhoven -, zwei Remis und nur drei Siegen.

Offensive rund um Bruno Fernandes und Luciano Vietto

Dabei besitzt der Kader der "Löwen" durchaus Qualität. Jeremy Mathieu spielte einst beim FC Barcelona, Jese bei Real Madrid und Paris St. Germain, Yannick Bolasie kam von Everton, Luciano Vietto von Atletico Madrid. Marcos Acuna ist argentinischer Teamspieler, Sebastian Coates zählt seit Jahren zur Auswahl Uruguays. Allerdings hält der Abwehrmann in dieser Saison bereits bei drei verschuldeten Elfmetern, zwei Eigentoren und einer Roten Karte.

Herausragender Sporting-Spieler ist jedoch Bruno Fernandes. Der 25-jährige offensive Mittelfeldspieler, der gegen Aves aus einem Elfmeter das Siegestor erzielte, wurde bereits im Sommer mit einigen Top-Clubs aus der englischen Premier League in Verbindung gebracht. Spätestens nach dieser Spielzeit soll es mit dem Sprung auf die Insel klappen, und zwar um eine Ablöse von bis zu 60 Millionen Euro, wie portugiesische Medien spekulieren.

Fernandes stammt aus dem Nachwuchs von Boavista Porto und ist damit kein ehemaliger Akademiespieler von Sporting - im Gegensatz zu Luis Figo, Nani, Ricardo Quaresma oder Simao, die allesamt beim Lissaboner Club zu Klassespielern reiften. Noch eine Stufe über ihnen steht ein Kicker, der mit zwölf Jahren von der Blumeninsel Madeira zu den Sporting-Junioren übersiedelte: Cristiano Ronaldo wurde bei den Grün-Weißen zum Profi, ehe er in die große Fußball-Welt hinauszog.

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