Fussball

Xaver Schlager über VfL Wolfsburg und Red Bull Salzburg: "Die Liga ist unterschiedlich, sonst ist alles gleich"

Von SPOX Österreich
Xaver Schlager im Trikot des VfL Wolfsburg

Derzeit befindet sich Xaver Schlager nach seinem Knöchelbruch auf Reha in Salzburg und bereitet sich auf seinen zweiten Anlauf in der deutschen Bundesliga vor. Im Interview mit Salzburg24 sprach Schlager über seinen Weg zurück, was er von seinen bisherigen Trainern mitgenommen hat und wie wenig qualitativer Unterschied zwischen der österreichischen und der deutschen Bundesliga besteht.

Gleich zu Beginn sprach Xaver Schlager über sein derzeitiges Befinden: "Dem Knöchel geht's ganz gut. Ich kann ihn wieder bewegen, wir machen dafür auch Mobilitätsübungen, also es läuft ganz gut. Die Narbe ist gut verheilt."
Der Gips ist mittlerweile einer Schiene gewichen, was das Leben doch erheblich vereinfacht, wie der 21-Jährige betonte.

In der Reha heißt es derzeit "Beweglichkeit und Kräftigung": "Damit die Muskeln nicht eingehen. Danach 30 Minuten Schwimmen für die Kondition. Ein bis zwei Mal die Woche habe ich noch eine Behandlung, wo gegen die Schwellung vorgegangen wird", so Schlager.

Xaver Schlager über die Diagnose: "Ich war einfach erleichtert"

Es hätte wesentlich schlimmer kommen können, meinte der Spieler des VfL Wolfsburg. Denn im ersten Moment hatte er wesentlich schlimmere Befürchtungen: "Ich wusste damals sofort, dass etwas gebrochen ist. Ich habe es knacken gehört und hatte eher die Angst, dass Schien- und Wadenbein gebrochen sind, weil durch das gerissene Syndesmoseband ist der Schmerz eher nach oben gegangen. Das wäre viel schlimmer gewesen, da hätte ich ein Jahr pausieren müssen."

Im Endeffekt hieß es dann Knöchelbruch und damit nach einer Operation mehrere Monate Pause: "Als ich die Diagnose gehört habe, war ich einfach erleichtert. Das halbe Jahr habe ich schon einmal durchgemacht [Sprunggelenksverletzung 2017, Anm.], das passt also ganz gut."
Besonders einfach fällt der Heilungsprozess, weil der gebürtige Linzer in Salzburg in Behandlung und damit nahe an seinen Freunden und seiner Familie ist: "Ich bin dankbar, dass ich in die Heimat zur Reha fahren durfte. Wolfsburg hat mir da viel Freiheit gelassen, mir gesagt ich muss mich einfach wohl fühlen, dann verheilt alles schneller."

Doch auch über seinen ehemaligen Arbeitgeber Red Bull Salzburg verlor der Mittelfeldspieler einige Worte. Zwischen eben jenem und seinem neuen Verein VfL Wolfsburg kann Schlager gar nicht so viele Unterschiede erkennen: "Zwischen den beiden Vereinen ist nur die Liga unterschiedlich, sonst ist alles gleich. Hinter beiden Vereinen steht eine große Marke, die sehr auf Qualität achtet. Alles ist bestens organisiert, die Trainingsbedingungen sind top."

Neo-Wolfsburger über Bundesliga: "Bei der Qualität ist gar kein so großer Unterschied zu Österreich"

Auch der überragende Sieg in der Champions League gegen den KRC Genk überraschte den Nationalspieler kaum: "Ich habe mir bei Salzburg nie gedacht, dass sie 1:0 gegen Genk gewinnen. Die aktuelle Mannschaft kann das nicht, die sind auf Spektakel aus. Sie bieten hinten auch Räume an, aber wenn die Offensive in Fahrt kommt, können sie Gegner auch einfach überrollen."
Dennoch hielt er sich mit zu gewagten Prognosen zum kommenden Spiel bedeckt: "Ich kann nicht sagen wie es ausgehen wird, aber Salzburg wird sich gegen den FC Liverpool nicht verstecken. Es wird interessant wie sie sich gegen diese Top-Verteidigung durchsetzen. Liverpool hat vorne einfach ein anderes Kaliber, Sadio Mané und Mohamed Salah sind zwei Raketen, die dich einfach eiskalt bestrafen können. Deshalb wird es entscheidend, ob Salzburg die richtige Balance findet."

Doch nicht nur von der Qualität der Salzburger, sondern auch von der der restlichen Liga zeigte sich Xaver Schlager überzeugt: "Bei der Qualität der Liga ist gar kein so großer Unterschied zu Österreich, wie man beim WAC gegen Gladbach gesehen hat. Die Aufmerksamkeit, die Anzahl der Reporter und die Medienberichterstattung generell ist einfach ein riesen Unterschied."
Eben jene Aufmerksamkeit war aber auch der Grund, wieso sich Schlager gegen die Champions League mit Salzburg und für die Bundesliga entschieden hat: "Natürlich macht es einen Unterschied ob man vor 30.000, oder vor 2.000 Leuten in einem halbleeren Stadion spielt."

"Deswegen habe ich mich auch für diesen Schritt entschieden, weil man sich hier beweisen kann. Wenn wir uns ehrlich sind, hat man in der deutschen Bundesliga ja auch mehrere CL-Spiele", so der 21-Jährige.
Möglich machte diesen Schritt die kontinuierliche Entwicklung des Talents, die er auf diverse Trainer zurück führte: "Von Oscar Garcia habe ich sicher einiges in der Defensive gelernt, von Marco Rose wiederum vieles im Positionsspiel und wie man den Ball als Mannschaft zirkulieren lässt. Vom Thomas Letsch habe ich das Pressing das erste Mal so richtig kennengelernt."

Xaver Schlager: "Ich habe mehr Freiheiten als bei Red Bull Salzburg"

Auch unter seinem jetzigen Coach Oliver Glasner lernt Schlager noch Neues: "Das System von Oliver Glasner ist nicht darauf ausgelegt den Gegner tot zu spielen. Sondern eher in den entscheidenden Zonen am Feld, in beiden Strafräumen zum Beispiel, stärker zu sein als der Gegner. Hinten dicht machen und vorne zuschlagen. Das ist ein Zugang, den ich bislang so auch noch nicht mitbekommen habe."

Dies bedeutet aber auch mehr Freiheiten für den wuchtigen Mittelfeldspieler: "Ich habe bei Wolfsburg mehr Freiheiten. Wir spielen im Mittelfeld zu zweit, das heißt wir haben mehr Räume und da kann ich andere Fähigkeiten ausspielen als in Salzburg."
Doch vorerst heißt es weiterhin hart an der Rückkehr arbeiten, um sich in das Wolfsburg- und das ÖFB-Team zurück zu kämpfen. Dann gelingt vielleicht auch der große Wunsch, einmal beim FC Arsenal zu spielen: "Das ist natürlich ein Traum, aber ich versteife mich jetzt auch nicht darauf."

Leistungsdaten von Xaver Schlager

TeamEinsätzeToreVorlagen
Liefering4675
Salzburg1071111
Wolfsburg3-1
ÖFB-Team111-
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