1. FSV Mainz 05-Legionär Karim Onisiwo im Interview: "...darüber denke ich nicht nach"

Von Andreas Födinger
Karim Onisiwo
© GEPA

Mainz 05-Legionär Karim Onisiwo und die Krux mit den Verletzungen. Eine neverending Story, die den österreichischen Nationalteamkicker auch aktuell wieder zum Stehauf-Männchen-Dasein zwingt.

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Man wagt es kaum zu träumen, wo Karim Onisiwo nur ohne Verletzungen stehen könnte. Denn der 26-Jährige legte eine fast raketenartige Karriere aufs Grün, kickte 2010 noch in Österreichs Regionalliga, ehe er über die Plattform SV Mattersburg zum Sprung nach Deutschland ansetzte und seit Jänner 2016 beim FSV Mainz die Schuhe schnürt.

Was Karim Onisiwo mit Mainz 05 mittelfristig vorhat

Mit bis dato allerdings noch recht durchwachsenem Fazit. In 37 Profi-Spielen für die Mainzer konnte Onisiwo drei Scorerpunkte beisteuern, aktuell erholt er sich von einer langwierigen Schulterverletzung, die ihn auf der Karriere-Leiter wieder ordentlich zurückwarf: "Das war jetzt schon meine dritte schwere Verletzung, ich war viereinhalb Monate weg. Da ist es natürlich schwer, sich wieder in die Mannschaft zu spielen."

Doch Onisiwo wird sukzessive herangeführt, stand in den letzten vier Spielen drei Mal am Rasen, ganze zwei Mal über die volle Spielzeit: "Gerade wenn du so lange verletzt bist, willst du einfach nur wieder zurück auf den Platz und Konstanz reinbringen."

Karim Onisiwo: "Wollen uns Relegation ersparen"

Konstanz ist für die Mainzer allerdings ein fast schmerzendes Stichwort. Die einzige Konstanz, die die Rheinländer verkörpern, ergibt sich durch das Abstiegsgespenst, das wie ein Damoklesschwert über den Verein bedrohlich hängt. Schaffte man letztes Jahr mit Ach und Krach den Klassenerhalt, so steht man heuer wieder auf einem Relegationsplatz. Sechs Punkte vor den Kölnern, die am Wochenende zum Abstiegsgipfel laden.

Für Onisiwo eine schwierige Situation, wenngleich die Mainzer Flinte noch lange nicht im Korn landet: "Die Situation ist nicht schön, die ganze Stadt leidet mit. Aber es wurden letztes Jahr schon Kampagnen gestartet (#mainzbleibt1 in den Sozialen Medien, Anm.) und das ist schon super, wenn man mitbekommt, wie alle zusammenrücken. Dieses Wir-Gefühl, die Stadt steht hinter der Mannschaft. Das Wichtigste ist, dass wir uns die Relegation ersparen."

Erst dann würde Onisiwo auch wieder zu träumen beginnen. Sein Kontrakt verliert mit Sommer 2019 die Gültigkeit. Grund genug, sich über die Zukunft Sorgen zu machen? "Nein. Ich habe mir über das noch gar keine Gedanken gemacht. Mein Vertrag gilt auch für die zweite Liga."

Um Marcel Koller tut es Onisiwo leid

Insofern wurde auch das Nationalteam ein bisschen von den Verletzungssorgen in den Hintergrund gerückt. Mit Franco Foda gab's bislang noch keinen Kontakt. Für den zweifachen Nationalteamspieler aber kein Problem: "Natürlich ist die Nationalmannschaft als Legionär immer ein Thema. Wenn du Woche für Woche in so einer starken Liga deine Leistung bringst, kommt man an dir nicht vorbei."

Marcel Koller kam an Onisiwo nicht vorbei, doch der schwingt in Österreich ja bekanntlich kein Zepter mehr: "Natürlich tut es mir Leid für ihn. Er war der Trainer, der mich zum ersten Mal (im November 2015, beim 1:2 gegen die Schweiz, Anm.) ins Nationalteam geholt hat. Foda kenne ich noch aus seiner Zeit bei Sturm Graz, ich habe mit Mattersburg gegen ihn gespielt." Onisiwos Bilanz gegen Sturm: zwei Spiele, ein Sieg, ein Remis. Verloren hat der gebürtige Wiener gegen Foda also noch nie. Nicht auszudenken, wo der Flügelspieler ohne Verletzungen wohl schon stehen könnte.

Karim Onisiwos Karriere-Statistik

SaisonVereinSpieleToreAssists
2016-1. FSV Mainz 053721
2014-2016SV Mattersburg562118
2012-2014Austria Salzburg591818