Sportwetten, Casino und Co. - Neue Regulierung trifft auch Wettfreunde

Von SPOX Österreich
Sportwetten könnten sich in naher Zukunft verändern - die Regulierung durch die Bundesländer hat einige bittere Pillen für Wettfreude.
© @ Mario Klassen / Unsplash.com

Es ist geschehen. Die Bundesländer haben sich auf eine Regulierung von Sportwetten und Online-Casinos geeinigt. Mit der Regulierung steht nicht nur die deutsche Lizenzvergabe im Raum, sondern natürlich auch Regeln. Auch Fußballfans werden diese Regelungen zu spüren bekommen. Sie mögen zwar nicht so einschränkend sein, wie die neuen Handspiel- oder Diskutierregeln im Fußball, doch Fußballfans werden sie merken. Dieser Artikel schaut sich das einmal genauer an.

Was ist geplant?

Die gute Nachricht kommt zuerst. Während das Online-Glücksspiel aktuell noch in einer Grauzone liegt, wird es durch die Regulierung tatsächlich legal. Der Grundstein für die Regelung ist gelegt, nun gilt es nur noch, dass sich alle Ministerpräsidenten auf gemeinsame Nenner einigen. Die Verhandlungen sollen ab März stattfinden. Dass es Änderungen und Einschnitte geben wird, ist jedoch schon bekannt:

  • Einzahlungslimit - um der Spielsucht vorzubeugen, soll es eine generelle Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro im Monat geben. Noch stellt sich die Frage, ob sie anbieterübergreifend ist oder nicht. Sicher ist, dass Gewinne und deren erneuter Einsatz von dem Limit ausgenommen sind.
  • Mehrfachaccounts - beziehungsweise die gleichzeitige Nutzung von Mehrfachaccounts soll verhindert werden. Ein Spieler kann somit nicht mehr parallel bei mehreren Anbietern spielen.
  • Sperrdatei - es soll eine zentrale Sperrdatei geben, in die sich Spieler eintragen können. Die Sperrdatei wird - vermutlich - mit der Einzahlungsgrenze einhergehen. Denn um diese einzuhalten, muss es eine zentrale Datei geben, die die monatlichen Einzahlungen aufführt.
  • Sonderregelungen - aktuell wird noch überlegt, das klassische Glücksspiel, also Roulette, Poker und Blackjack zu verstaatlichen. In diesem Fall dürften nur staatliche Anbieter diese Spielarten anbieten. Dies wird derzeit jedoch nur angedacht.
  • Glücksspielbehörde - es soll eine zentrale Behörde rein für das Glücksspiel geben. Diese soll nicht nur die Casinos und Sportwettenanbieter kontrollieren, sondern auch die Sperrlisten und Datenbanken verwalten.

Sicher ist, dass künftig alle Spieleraccounts zentral gemeldet werden müssen. Anders funktioniert die Sperrdatei nicht, aber auch das Nachhalten des Einzahlungslimits könnte nicht aufrecht gehalten werden. Die Frage ist bislang nur, wie Mehrfachaccounts vermieden werden. Um die gleichzeitige Nutzung zu verhindern, müssten Internetsperren erhoben werden. Ob diese mit dem EU-Recht konformgehen, ist wieder ein Streitthema. Trotzdem sollten Spielfreunde nach wie vor die Anbieter genau checken. Portale wie https://www.nachgefragt.net/casino/ haben die einzelnen Angebote genauer unter die Lupe genommen, um Spielern einen Überblick bieten zu können.

Wie sind Wettfreunde davon betroffen?

Bislang haben Wettfreunde noch ein sehr einfaches Spiel. Sportwetten sind überall anzutreffen und selbst die Fußballfans, die mit Wetten nichts »am Hut« haben, können allein durch Sportübertragungen oder Fußballtrikots mehrere Anbieter aufzählen. Allerdings wird die Regulierung auch die Sportwettengemeinschaft einschränken. In etlichen Fällen sind gerade Fußballfans betroffen:

  • Live-Wetten - sie sollen künftig wenigstens massiv eingeschränkt, wenn nicht gar verboten werden. Diese Wetten sind unter Fußballfans überaus beliebt, erlauben es sie es doch, bis knapp vor Abpfiff noch zu tippen.
  • Ereigniswetten - Wetten, die sich um bestimmte Spielereignisse drehen, sollen ebenfalls reglementiert und verboten werden. Das sind mitunter folgende Typen: »Über oder unter«, »Tor bis«, »Erster Eckstoß für«. Also sämtliche Wetten, die sich um das erste Tor für oder gegen ein Team drehen, die mehr oder weniger Tore als bieten oder auch Ereignisse während des Spiels einschließen, werden wegfallen.
  • Mehrfachaccounts - wie gesagt, bislang ist nicht bekannt, ob es um die gleichzeitige Nutzung oder die allgemeine Nutzung geht. Der letzte Fall wäre verheerend, denn Fußballfans könnten nicht mehr den Anbieter mit den für dieses Spiel besten Quoten wählen. Die parallele Nutzung würde verhindern, dass Fans bei mehreren Anbietern einen Tipp zum selben Spiel abgeben könnten.
  • Limit - das Limit von 1.000 Euro im Monat steht aktuell schon längst im Glücksspielstaatsvertrag und wurde von etlichen in Schleswig-Holstein lizenzierten Anbietern eingehalten. Andere Anbieter nutzten es nicht. Fakt ist, dass Sportfans künftig nur noch mit maximal 1.000 Euro monatlich eingezahltem Geld spielen können.

Ein zentrales Thema rund um die Regulierung ist natürlich, dass Spieler nicht mehr länger anonym sind. Da alle Daten in einer zentralen Datei und somit bei einer Behörde gespeichert werden, ist es online nicht mehr möglich, anonym einen Tipp abzugeben. Dies wird den Fan, der einfach mal auf Sieg für Union Berlin gegen die Bayern tippen will, nicht stören. Die Fußballfans hingegen, die regelmäßig tippen, könnten sich durch diese Speicherung eingeschränkt und überwacht fühlen.

Wie könnten sich die Änderungen auf die Branche auswirken?

Momentan gibt es zwei Überlegungen und - wenn auch nur mutmaßlich - schon Auswirkungen:

  • Rückzug - es haben sich bereits Sportwettenanbieter vom deutschen Markt zurückgezogen. Zuletzt war es MrGreen. Ob dieser Rückzug nun direkt mit der Regulierung zusammenhängt oder auf die große Konkurrenz zurückzuführen ist, weiß natürlich nur der Anbieter. Doch auch andere Sportwettenanbieter sind nicht mehr in Deutschland aktiv.
  • Stärkung - durch die klaren Regeln könnten künftig auch kleinere Anbieter die Chance haben, den Markt zu erobern. Letztlich spielen fortan alle nach demselben Regeln.
  • Schwächung - dieselben Regeln könnten den Markt jedoch auch schwächen. Haben Spieler beispielsweise durch die Regelung keine Chance, Quoten zu vergleichen und ihren Anbieter ständig neu zu wählen, so könnte es sein, dass nur die bekannten Anbieter gewinnen. Denn: Wie gelingt es einem kleinen oder neuen Anbieter, Sportwettenfans auf sich aufmerksam zu machen, wenn der Vergleich nicht möglich ist?

Ob es wirklich große Einbußen im finanziellen Bereich für die Wettanbieter gibt, ist rein spekulativ. Einer solchen Rechnung müsste die Anzahl an Sportwetteninteressierten gegengerechnet werden, die bislang aufgrund der fehlenden Legalisierung Abstand vom Wettgeschäft genommen haben. Sollte diese Gruppe künftig wetten, könnten Verluste durch Live-Wetten, Einzahlungslimits etc. leicht aufgehoben werden.

Fazit - das Spiel ist noch nicht abgepfiffen

Wenngleich allerorts von der Regulierung geredet wurde, so liegt der Ball aktuell bei den Ministerpräsidenten der Bundesländer. Sie müssen nun eine allgemeine Richtlinie finden und sich auf einen Nenner einigen. Da in der Vergangenheit die Bundesländer sehr unterschiedliche Sichtweisen hatten, könnte sich diese Diskussion länger hinziehen, als so manche videoassistierte Torentscheidung in der Bundesliga. Doch erst nach diesen Diskussionen wird bekannt, was künftig tatsächlich gilt. Aktuell können Fußballfans somit noch munter tippen und ihre Freiheiten ausleben. Der neue Glücksspielstaatsvertrag wird ab 2021 gelten - und gerade Fußballfans wissen, dass das das Jahr der Änderungen ist.

 

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